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standes abzuhelfen, findet er in der Einsetzung von Localgerichtshöfen unter derBeaufsichtigung der drei Obergerichte in Westminster, vorzüglich aber auch in derEinführung von Friedensgerichten (Eourts ol reconcileinont), vor welchen dieParteien ohne Zulassung von Anwälten gehört werden sollen. *) B.'s Antraghat bis jetzt die Folge gehabt, daß zwei Commifsionen zur Berathung dieser Ange-legenheit ernannt worden sind, die ihre Arbeiten noch nicht geendigt haben, aufwelche aber die Entscheidung der großen Lebensfrage über die Reform gewiß aucheinen fördernden Einfluß haben wird. Es war seither B.'s Schicksal, daß, wennvon ihm ein Entwurf zu wahren Verbesserungen im Staatsleben ausging, derWiderstand aller Vertheidiger des Bestehenden nur desto heftiger und hartnäckigerwurde. Wie viel auch die Beforgniß, die politischen Interessen der Partei, zuwelcher er gehörte, durch seinen Sieg befördert zu sehen, auf seine Gegner gewirkthaben mag, so hat doch auch die schonungslose Weise, wie B. bei den Erörte-rungen im Parlamente seine geistige Überlegenheit geltend machte, nicht seltendazu beigetragen, seine Gegner zu reizen und bei den Erwägungen der öffentli-chen Angelegenheiten die Leidenschaften auf den Kampfplatz zu bringen. B. istjetzt in einer Stellung, wo er seine Kraft in vollem Umfange zu entwickeln, undauf das Ziel, das ihm vorschwebt, das Wohl seines Vaterlandes, zu richten ver-mag; frei von der entmutigenden Überzeugung des Führers der Opposition imUnterhause, daß alle seine Anstrengungen an dem Widerstande einer mächtigenPartei scheitern mußten, und er hat gezeigt, daß er die Vortheile dieser Stellungzu benutzen weiß. Er ist als Redner erster Größe anerkannt und besitzt alle dazuersoderlichen Eigenschaften, Fülle der Sprache, Kraft und Biegsamkeit der Stimme,körperliche Beredtsamkeit; aber so umfassende Kenntnisse ihm zu Gebote stehen,so glänzend sein Vortrag, so treffend sein Witz, so schlagend sein Spott — seinefurchtbarste Waffe—, so mächtig seine Überlegenheit im Wettkampfe der Erör-terung ist, so ermangelt doch seine Darstellung nicht selten der Correctheit undEinfachheit, und es ist etwas in seinem Vortrage, das die Rede und den Redner zusehr in den Vorgrund bringt. Seine Reden sind nicht ganz unvorbereitet; seineDarstellung verräth es, und er selber behauptete einst die Nothwendigkeit, die-jenigen Theile einer Rede, welche die kräftigste Wirkung machen sollen, sorgfäl-tig auszuarbeiten. Vielleicht gerade darum, weil er einzelnen Theilen viel Sorgfaltwidmet, aber zu wenig auf ihre innige Verschmelzung in ein Ganzes sieht, ma-chen seine Reden zuweilen nicht den tiefen Eindruck, der sie zu Mustern erhebenwürde.
Broussais. Das seit ungefähr zwei Decennien in Frankreich berühmtgewordene, von da aus durch zahlreiche Schüler auch im Ausland, selbst in außer-europäischen Gegenden verbreitete System dieses Arztes verdient um so ehereine kurze Betrachtung, als dasselbe in Deutschland, seinen Extravaganzen entklei-det, zu einer sehr fruchtbaren Lehre geworden ist; es hat sich nämlich bei unsdaraus die noch so mangelhaft gewesene Kenntniß der chronischen Darmentzün-dungen und der Darmgeschwüre entwickelt. Der Urheber dieses Systems ist deram 17. December 177zu St.-Malo geborene Arzt Franoo is I oseph Vic-tor B., welcher, nachdem er sechs Jahre als Schissswundarzt in der französi-schen Marine gedient hatte, seine medicinischen Studien in Paris vollendete, denDoctortitel erwarb und bis 18s)ü daselbst prakticirte. Zu dieser Zeit trat er wiederin Militärdienste bei den Landtruppen und wurde 1814 am Hospitale Val-de-Grace angestellt, welchem er jetzt noch als erster Arzt vorsteht. Es sind insbeson-dere zwei seiner Werke, welche als die Grundlagen seines neuen Systems anzu-
B.'s Rede zur Begründung seines Antrages ward unter dem Titel:
State tde law" (London 18L3) gedruckt.
Eonv.-Lcx. der neuesten Zeit und Literatur. I.