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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
338
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Broussais

sehen sind und das meiste Aufsehen erregten, nämlich dieHistoire lies ptlleF-

masies ou mgammutious cinouiciues" (2 Bde., Paris 1808 und 1816), unddasLxameu 6e lu eloctriue mesticale Aenerulement acloptee et ües s^stemes

mnciernes 6e Nosologie" (Paris 1816 und 1821); von diesen Werken zeich-net sich das erste durch umfassende Kenntniß und gesundes Urtheil, das letztedurch Kühnheit der Ansichten, Paradoxensucht und Rechthaberei aus. Eine großeMenge Schüler vervielfältigten bald die Literatur des Gegenstandes, und gewich-tige Gegner veranlagen eine Anzahl mehr oder weniger bedeutender Streitschriften.Wenden wir uns zu dem Systeme selbst, so bemerken wir zuerst, daß die franzö-sische praktisch-medicinische Schule bisher vorzüglich den Ansichten Pinel's ge-folgt war, welcher auf die Wichtigkeit der verschiedenen Gewebe des Körpersin Krankheiten aufmerksam machend, einen aufmerksamen Nachfolger und Ver-vollkommnet dieser Lehre an dem unvergeßlichen Bichat (s. d.) gefunden hatte.Broussais wendete nun Bichat's Lehren vom Leben der verschiedenen Gewebeauf das Erkranken derselben und namentlich auf die Entzündungen an, indemer zugleich diesen letztern Begriff um ein Bedeutendes erweiterte und dadurchden ersten Grund zu der spatern Haltungslosigkeit seiner Lehre legte. Diese nähertsich nämlich in demlTxawen" ganz den Brown'schen Ansichten, so sehr sich B.auch gegen eine Vergleichung mit diesem Schotten verwahrt; durch Reformations-sucht und Herabwürdigung alles Frühern stellt sich aber B. selbst Jenem an dieSeite und wird sich wol immer mit ihm müssen vergleichen lassen. Das Leben be-steht nach B. in der Möglichkeit und dem Bedürfnisse, erregt zu werden, und er-balt sich nur durch das gehörige Maß dieser Erregung. Diese kann bald zu stark,bald zu schwach sein, bald eine surexcltatioi,, bald eine Acl^numie, doch istjene bei weitem häusiger vorkommend als diese. Es gibt aber keine allge-meine Zustände dieser Art, wenigstens keine ursprünglich allgemeinen, da der Kör-per aus einer Anzahl verschiedener Organe und Gewebe besteht, welche mit sehr ver-schiedener Empfänglichkeit begabt sind, und daher auf sehr verschiedene Weise vondenselben Außendingen afsi'cirt werden. Alle gehen in drei Hauptsysteme zusam-men, in das sanguinische, das lymphatische und das nervöse. Daher ist im-mer nur ein bestimmtes Organ des Körpers erkrankt, von welchem aus die andernOrgane durch die sogenannten Sympathien mit afsi'cirt werden, und zwar jedes aufeigenthümliche Weise, nach Maßgabe seines Gewebes und seiner specisischen Em-pfänglichkeit. Allgemeine Krankheiten ohne primäres Leiden einzelner Organesind Undinge; man muß vielmehr bei solchen Krankheiten dasjenige Organ auf-suchen, welches als das zuerst leidende anzusehen sei. Daß die Krankheit von einzel-nen Organen aus sich verbreitet, geschieht besonders durch die Sympathien, welchedadurch vermittelt werden, daß das sanguinische und nervöse System sich in ihrenfeinsten Verzweigungen auf das innigste berühren. Diese krankhaften Sympa-thien sind theils organische, innerhalb des Blutlaufes, der Ab- und Aussonderung,überhaupt im bildenden Leben sich haltende, theils relative Sympathien (srmpmtlüestlo reiation), welche sich in der Sphäre der willkürlichen Bewegung, der Empfin-dung und der geistigen Tätigkeiten zeigen. Aus diesen Sympathien erklären sichauch die Krisen und Metastasen, welche beide zufällige, nicht nochwendige Erschei-nungen sind, die erstem heilsame, die zweiten nachtheilige Sympathien. Am mei-sten sind den sympathischen Reizungen der Magen und obere Darmcanal, das Herzund das Gehirn ausgesetzt; im erstem Falle entsteht die Gastroenteritis, im zwei-ten das Fieber, im dritten die Nevrosen; alle ursprünglichen Fehler der Säfte,Dyskrasien und dergl. sind ersonnene Wesenheiten (entites lüctices), derenVertheidiger man daher Ontologisten nennen muß. Diesen Titel erhalten auchvon B. alle Ärzte der alten Schule. Die Gastroenteritis hat ebenso, wie jedeandere entzündliche Reizung eines Organs, sympathische Reizung des Herzens