Brougham and Vaux
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nern und geradem Wege erstrebte, indem er, wie selten ein Anderer, die öffent-liche Wohlfahrt innig mit seinem Interesse verband. Auf diese rühmliche Lauf-bahn einen Blick zu werfen und den merkwürdigen Mann in den bedeutendstenErscheinungen seines öffentlichen Lebens zu betrachten, wird zu einem Ergebnisseführen, das eine bestimmtere Bezeichnung seiner Eigenthümlichkeit gewahrt, alsein englisches Zeitblatt (1830) fand, welches in einer Charakteristik der neuenMinister nach ihren politischen Farben ihn mit dem einzigen Worte „unaussprech-lich" bezeichnete. Aus einem alten und achtbaren Geschlecht in Westmoreland ab-stammend, ward B. 17?9 zu London geboren, und erhielt seine erste wissen-schaftliche Bildung auf der tresslichen Gelehrtenschule (lügU scUc>oI) zu Edinburgunter den Augen seines mütterlichen Oheims, des berühmten GeschichtschreibersRobertson. Schon als Knabe zeigte er deutliche Spuren des Talents, das sichspater so glänzend entwickelte, und faßte mit schnellem Blicke Alles, was seinemGeiste sich darbot. Lebhaft, dem Genüsse des Vergnügens ergeben, widmete ersich oft nur mit plötzlicher Aufregung dem Lernen, und lernte immer mit mehr Er-folg als Andere, wenn er fleißig war, weil seine geistige Thätigkeit auf einen be-stimmten Gegenstand sich richtete, dessen Erforschung in der kürzesten Zeit vollendetwerden sollte. Früh erwarb er sich jene Geläufigkeit und Leichtigkeit des Ausdrucks,welche nur durch Übung im öffentlichen Sprechen gewonnen wird, nach der Sitteder jungen Briten, die sich zu Staatsämtern bilden, in einem berühmten Privatver-ein, dem 8peculmive cl»d, wo er vor seinen jugendlichen Mitbewerbern, zu welchenunter Andern der verstorbene Horner, der Dichter Southey, und Robert Grant,der Generaladvokat, gehörten, sich stets auszeichnete. Diese Vorbereitungen zumöffentlichen Leben aber hielten B. nicht ab, sich wissenschaftlichen Forschungen zuwidmen, die man gewöhnlich mit jenen Bestrebungen unvereinbar findet. Oftzog er sich aus den lebendigen Verhandlungen des Rednerclubs in sein einsamesStudirzimmer zurück, um sich in die Tiefen der Mathematik zu verlieren. Eineder Früchte dieser Arbeiten war ein berühmtes Schreiben des achtzehnjährigenJünglings an die königliche Gesellschaft der Wissenschaften, und mehre der ausge-zeichnetsten europäischen Gelehrten, mit welchen er lange einen lateinischen Brief-wechsel führte, ahneten nicht, daß Derjenige, dem sie die höchsten Lobsprüche er-theilten, kaum aus der Schule gekommen war. Als er Edinburg verlassen hatte,machte er in Gesellschaft des Lords Stuart de Rothsay, des ehemaligen Gesandten inParis, eine Reise durch das nördliche Europa. Nach seiner Rückkehr trat er zuerstals Schriftsteller auf. Sein Werk über die Colonialpolitik der europäischenMächte („1Ae colonial polic^ c>f tlle european powers", 2 Bde., London 1803)enthält zwar manche Behauptungen, besonders auch in Beziehung auf Englandswestindische Colonien, die B. später nicht mehr vertheidigen mochte, und welche dieZeit zum Theil widerlegt hat, aber eine treffliche Darstellung, eine tief eindringendeUntersuchung, welche die umfassendsten Kenntnisse darlegt, und eine durch schar-fen und praktischen Blick geleitete Prüfung verschiedener Theorien zeichneten dieerste Schrift eines Mannes aus, der, in Staatsgeschäfte noch nicht einge-weiht, einen so schwierigen Gegenstand mit so viel Erfolg zu bewältigen verstand.Es gehört zu B.'s Eigenthümlichkeit, daß eine Leistung, die Andern hohe Aus-zeichnung gegeben haben würde, auf seiner großartigen Laufbahn und bei seinerweitgreifenden Kraftäußerung nur als ein vorübergehender Lichtpunkt erscheint.Um dieselbe Zeit trat B. in Verbindung mit dem 1802 entstandenen „^llinburAtirevievv", welchem er fast bis in die neueste Zeit viele Beiträge lieferte. B. wurde 1810für den verfallenen Flecken Winchelsea ins Parlament gewählt. Der Ruhm, den erbereits als Sachwalter durch kräftige Beredtsamkeit in den Gerichtshöfen unddurch seine Schriften erworben hatte, und sein bekanntes Talent im geselligenVerkehr, erregten große Erwartungen; als er aber seine erste Rede hielt, wieder-