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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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332
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332 Brougham and Vaux

Eitelkeit. In den Reihen der liberalen Opposition stritt er anfanglich für die Re-gierung und ihr System gegen die Apostolischen, trat aber nach und nach in meh-ren Punkten als ihr Gegner auf. Als Commandant der Communalgarde zuMaestcicht wurde er durch fein herrisches Benehmen unbeliebt, desto mehr abererwarb er sich die Anhänglichkeit der jungem Generation, deren Lieblingsnei-gungen, Vorurtheilen und Absichten er zu schmeicheln wußte, und zeigte sich alsden vorzüglichsten Repräsentanten der Advokatenpartei in den Zeitschriften wiein der Kammer, in welcher er fast immer als Abgeordneter der Provinz Limburgsaß. Seine Heirath mit der Tochter eines der reichsten Banquiers dieser Provinzmachte ihn zum Besitzer eines beträchtlichen Vermögens. Er hatte großen Antheilan verschiedenen Zeitungen, z. B. amNatüieu I^eusbei^Ii" und ameour-rier des I^s-Las", theils als Mitarbeiter, theils als Actionnair, und in Verbin-dung mit Lebeau, van Hülst und Andern half er der liberalen Opposition in Lüt-tich eine entschiedene Richtung geben. Mitglied der 1827 eingesetzten Commissionfür die Umbildung der höhern Lehranstalten, vertheidigte er die unbedingte Freiheitdes Unterrichts in dem damals beliebten Sinne mit aller ihm eignen Lebhaftigkeit.Er wurde bald eins der thätigsten Häupter der liberalen Fraction in den Generalstaa-ten, und ein entschiedener Gegner des Ministers van Maanen, trat er bei vielen An-lässen, namentlich aber bei der Frage über die Verantwortlichkeit der Minister, sowolin Reden als in Flugschriften auf. Seitdem galt er für einen der ersten Zugführer seinerAbtheilung in der Opposition bis zu Ende des Jahrs 1829. Gegen das deutsche Ele-ment im Erziehungswesen eingenommen, war er ein Feind der in Belgien angestelltendeutschen Lehrer. Er knüpfte nach und nach engere Bande mit den französischen Libe-ralen, die bedeutend auf ihn einwirkten und seine Eitelkeit benutzten, während dieRegierung durch allerlei scheinbare oder wirkliche Kränkungen sie verletzte. Gegenden Anfang des Jahres 1839 zeigte sich B. auffallend zurückhaltend, wodurch erauf einige Zeit das Zutrauen seiner Partei verlor, und man glaubte, daß er, dieOpposition aufopfernd, der Regierung sich anschließen wollte. In Potter's Pro-ceß ward er unangenehm verwickelt, und mehre Stellen des bekannten Briefwechselssetzten ihn in ein ungünstiges Licht. Im Anfange der Revolution verhielt er sich stillund neutral, und als die Generalstaaten über die Frage von der Trennung rath-schlagten, sagte B. die merkwürdigen Worte; der König habe nichts gethan, wasals Bruch des Grundgesetzes betrachtet werden könne. Bald aber schloß er sich derBewegung der Belgier an. Bei dem Fortgange der Ereignisse nach den Begeben-heiten in Brüssel sah er sich zurückgefetzt, bis er, unter den wenigen tüchtigenStaatsmännern Belgiens einer der bedeutendsten, endlich Finanzminister und späterKriegsminister ward. Er half das völlig zerrüttete Kriegswesen besser einrichten,entwickelte vorzügliche Kenntnisse, Erfahrungen, Takt und Festigkeit, und erwarbsich das Zutrauen des Regenten Surlet de Chokier und des Königs Leopold in ho-hem Grade. Lange erhielt er sich trotz den Anstrengungen eifersüchtiger und er-bitterter Gegner, bis er endlich im März 1832 seine Entlassung nahm, indem ererklärte, daß die von der Deputirtenkammec verfügte Herabsetzung des Kriegsetatses ihm unmöglich mache, sein Amt mit Kraft zu verwalten. B. war einer der be-sten Redner in den Generalstaaten und einer der achtbarsten Gegner des KönigsWilhelm. Entschieden liberal, ist er den Anmaßungen der Geistlichkeit und derAristokraten scharf entgegengetreten, und hat beiden Kasten weniger als irgend einanderes Mitglied der alten Opposition geschmeichelt. Sein Hauptfehler, der zu-weilen über System und Berechnung auf eine ganz eigenthümliche Weise siegt, isteine ungemeine Reizbarkeit und eine große Empfindlichkeit gegen Privatbeleidigun-gen, die er weniger als Abweichungen von Grundsätzen zu verzeihen weiß. (33)

*Brougham and Vaux (Henry, Lord), Kanzler von England, hatseit 1830 ein glänzendes Ziel erreicht, das selten ein Staatsmann auf einem osse-