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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
331
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ten, die der lästige Kamaschendienst übrig ließ. Seine Lage verbesserte sich in dieserBeziehung, als er 1802 nach Erfurt kam, wo sich um den RegimentsauditeurF. Cramer ein für Wissenschaft, Kunst und Poesie begeisterter Kreis junger Offizierebildete, welchem auch B. bald sich anschloß. In der Sammlung, welche jene Gesell-schaft 1804 unter dem Titel:Weihgeschenke von Freunden für Freunde", heraus-gab, sind mehre seiner Gedichte abgedruckt. Schon im folgenden Jahre ward B.von Erfurt nach Warschau versetzt und kam 1800 mit seinem Regimente nachBreslau, wo er durch die Übergabe dieser Stadt in Gefangenschaft gerieth. Nachdem tilsi'ter Frieden ging er in französische Kriegsdienste und wurde spater im Ge-ncralstabe des Marschalls Victor angestellt. Bald nach dem Einzüge der Verbün-deten in Paris ging er nach Deutschland zurück, und als spater Kaiser Alexanderdas russisch gewordene Königreich Polen organisi'rte, trat B. um so lieber in polni-sche Kriegsdienste, da seine Familie, aus Polen stammend, unter dem dortigen Adelviele Verbindungen hatte. Zuletzt bei der Uhlanengarde angestellt, nahm er, unzu-frieden über den Großfürsten Konstantin, als Major seinen Abschied, machtemehre Reisen durch Polen und begab sich nach Dresden, wo er 1825 alsSchriftsteller austrat, indem er in einer Reihe geschichtlicher Romane die großeVorzeit Polens darstellte. Seine ersten Erzählungen erschienen in derAbend-zeitung" und andern Zeitschriften, worauf der größere RomanHippolyt Bora-tinski" (4 Bde., Dresden 1825 20) eine Sammlung unter dem Titel:Schriften", eröffnete, die bis 1829 zu 12 Bänden angewachsen, mehre meistaus der polnischen Geschichte genommene romantische Darstellungen enthält undmit dem RomanOlgierd und Olga, oder Polen im 11. Jahrhundert" schließt.Außer dieser Sammlung erschien:Er und Sie" (Leipzig 1827) undErzählun-gen" (Leipzig 1828). Eine andere SammlungNeue Schriften" (8 Bde.,Halberstadt 182!» 30), enthielt außer dem Roman:Polen im 17. Jahr-hundert" (in 5 Bdn.), mehre kleinere Erzählungen. Die Ausführlichkeit derSitten- und Charaktergemälde wie der Reflexionen gibt diesen Romanen zwaroft eine Breite, welche nicht am rechten Orte zu sein scheint, doch auf der andernSeite so gediegene Bekanntschaft mit den Zeitverhältnissen offenbart, daß dieeindringende Geschiehtskenntniß des Verfassers Anerkennung verdient. Die sichereGewandtheit der Charakterzeichnung bei wohlberechneter Scenenfolge zeigt sichauch in den kleinern Erzählungen. Mehre seiner Romane sind ins Französischeund Polnische übersetzt. SeineGeschichte Polens" (Dresden 1827) behan-delt die frühern Perioden genügender als die neueste Geschichte seit 1791, die nurskizzirt ist. Den angekündigten Plan, eine Geschichte der sächsischen Regenten ausder albertinischen Linie zuschreiben, ließ er unausgeführt. B.'s politische Schrift:Der Fall der Bourbons älterer Linie, dessen Ursachen und Folgen" (Halberstadt1830), ist mit dem ersten Hefte abgebrochen, obgleich die Fortsetzung dieser interes-santen Mittheilungen allgemein gewünscht worden. Den wenigsten Beifall ha-ben dieWenige Worte eines Polen, an seine Mitbrüder gerichtet" (1831), ge-funden. B. vertauschte seinen Wohnort Dresden im März 1830 mit Halberstadt,lebte seitdem bald dort, bald in Berlin und später in Magdeburg. (10)

Brouckere (Charles de), geboren zu Maestricht um 1790, stammt auseiner ziemlich vermögenden und angesehenen wallonischen Familie Sein Vater,ein Mann von vielen Kenntnissen, wiewol etwas schwach und von der Priester-partei oft gebraucht, bekleidete unter den verschiedenen Negierungen ehrenvolleStaatsämter und war unter der Regierung Wilhelms I. eine Zeitlang Mitgliedder ersten Kammer. B. ward unter Napoleons Herrschaft in der polytechnischenSchule zu Paris erzogen, und verleugnete nie die in dieser Anstalt empfangenenGrundsätze und die Vorliebe für alles Französische. Mit mancherlei persönlichenVorzügen und schätzbaren Kenntnissen verband er einen unruhigen Geist und viel