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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
327
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Brom Brongniart (Alexandre Adolphe) 327

schaffte ihm eine genauere Kenntniß der Wüste bis Syene, der Smaragdgruben beiSayd in Oberägypten, und der Berge der Thebaide. Doch waren die Versuche, die Me-tallminen wieder aufzunehmen, wegen des Mangels an Feuerungsmitteln vergeblich.Um diese auszusinden, entsendete ihn der Vicekönig 1823 nach dem Libanon; dochsind die Nachrichten über den Erfolg und die Ausdehnung dieser Reise noch unge-nau. Einen neuen Antrag des Vicekönigs, die seiner Macht unterworfenen Theilovon Nubien und Abyfsi'nien naturwissenschaftlich zu untersuchen, nahm B. gleich-falls an, und obgleich seine frühere Verbindlichkeit mit dem I. 1825 ablief, unter-zog er sich doch dieser neuen Anstrengung, die leider seine Wißbegierde nicht be-lohnte. Im Mai 1825 hatte er Kahira verlassen, mit der Hoffnung, viel für dieWissenschaft dort zu entdecken. Zwischen Chartum und Sennaar seinen Aufent-halt wechselnd, litt er an beiden Orten von der Ungunst des Klimas, dem er am23. Sept. 1826 zu Chartum erlag. Sein Reisegefährte Bonavilla, der treuePfleger seiner letzten Stunden, starb bald darauf zu Theben. B.'s literarischerNachlaß befindet sich, zufolge feines Testaments vom 1.1822, zu Bassano; dochsollen nur seine Handschriften gerettet, seine naturhistorischen Sammlungen aber inTuest untergegangen sein. (14)

Brom ist ein von einem Franzosen Balacd 1826 entdeckter einfacher, al-len seinen physischen und chemischen Eigenschaften nach zwischen Chlor und Jodmitteninne stehender Stoff, welcher nicht nur im Meerwasser und in Seepstanzen,sowie einigen Seethieren (inntllinn violncen, Meerschwamm) vorkommt, sondernauch in sehr vielen andern salzigen Wassern, ja selbst in Zink- und Cadmiumerzengefunden worden ist. Sein Name Brom ist von (Gestank) wegen des

Übeln Geruchs, den es verbreitet, entlehnt worden. Seine charakteristischen Ei-genschaften sind folgende: Es stellt bei gewöhnlicher Temperatur eine dunkelrothetropfbare Flüssigkeit von sehr unangenehmem Gerüche und sehr starkem Geschmackedar, färbt die Haut stark gelb, röchet nicht Lackmustinctur, aber entfärbt die-selbe schnell, wirkt giftig auf Thiers, hat ein fpec. Gewicht 2,966/ erstarrt zwi-schen18° und25° (7, verflüchtigt sich leicht, bildet mit Sauerstoff undmit Wasserstoff Säuren (Bromsäure und Bromwasserstoffsäure), die sich denentsprechenden Chlor- oder Jodverbindungen analog verhalten, geht auch mit an-dern einfachen nicht metallischen und metallischen Körpern sehr ähnliche Verbindun-gen wie Chlor und Jod ein. Sein Atomgewicht ist nach Berzelius 489,15 gegenSauerstoff gleich 100. Die meisten Verdienste um die Kenntniß der Eigenschaf-ten des Broms haben sich fein Entdecker Balard und Löwig, welcher Letztere eineMonographie darüber nach eignen Versuchen geschrieben hat, erworben. Aus je-dem neuern Lehrbuche der Chemie kann man sich näher über, die Verhältnissedieses Stoffs belehren. (11)

Brongniart (Alexandre), Akademiker zu Paris, Professor der Minera-logie am lui-äi» du roi und Director der Porzellanfabrik zu Sevres, gehört zuden seltenen Menschen, deren wunderbare Thätigkeit vielfache Gegenstände mitScharfsinn und Ausdauer behandelt, die immer fortschreiten, nie altern, nicht mitgewissen Ideen gleichsam verwachsen sind. Er leitet seit langer Zeit eine ausge-dehnte und berühmte Porzellanfabrik, deren schöne Formen und Farben sich immerneu entfalten, ist ein rastloser Lehrer der Mineralogie, zugleich auch ein vielgereisterGeognost, dem die Literatur des Auslandes wohlbekannt ist. Eine Menge seinerWerke und Abhandlungen, die im Laufe von 35 Jahren erschienen, haben wesent-lich zur Förderung der Wissenschaft beigetragen. Schon 179? lieferte B. imlournnl des Ulmes" einen geognostischen Aufsatz:8nr In eolline de (iliniu-lÜAn/J und 1812 einen andern, technischen:8ur les enuleurs «Menne»des ox^des rnetslli^ues et dxees zinr In lusion sur les diüerentes ccn;)»vitreux"; 1805 folgte seine(MssMention des reptiles". Im Fache der