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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
326
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3215 Brocchi

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schristen vermachte er dem britischen Museum, wies die Zinsen eines Eapitals s.von 7000 Pfund St. zur Besoldung der Bibliothekare für die Aufsicht überdiesen Schatz an, und bestimmte 5000 Pf. zur Vermehrung der Handschriftendes Museums.

Brocchi (Giovanni Battifta), zu Bassano 1772 geboren, gehört zu denvielen Opfern, welche europaische Wißbegierde dem mörderischen Klima von Afrikagebracht hat. Von frühester Jugend an war seine Neigung den Naturwissenschaf-ten zugewandt, die ihn auch dem Studium der Rechte untreu machten, welchem erin Padua obliegen sollte. Als die Zeit der akademischen Prüfung heranrückte, gingB. heimlich nach Rom, und suchte nach seiner baldigen Rückkehr in die Lombar-dei durch literarische Arbeiten die getroffene Wahl vor dem lesenden Publicum zurechtfertigen. Als ihm 1801 der Lehrstuhl der Naturgeschichte zu Brescia über-^ tragen wurde, sah er sich in sein wahres Element versetzt. Mannichfache, mitebenso viel Genauigkeit als Kenntniß angestellte Untersuchungen über die Minera-lien und die Pflanzen der benachbarten Gegenden, in einzelnen kleinen Schriftendem Publicum vorgelegt, sicherten ihm seinen Platz unter den bedeutendsten Ken-nern der Naturgeschichte des damaligen Italiens und wurden 1809 Veranlassungzu seiner Anstellung im Bergdepartement des Königreichs Italien. Vorzüglichwar dabei auf seine genauere Erforschung der, bisher noch nicht hinreichend gewür-digten Mineralschatze in den Thalern der obern Etsch gerechnet, und die gemein-schaftlich mit dem Professor Malacarne im Fassathale vorgenommenen Untersu-chungen (1810) bestätigten sowol die günstige Meinung von der glücklichen Wahl,die man getroffen, als von dem Reichthum des noch so wenig erkannten Bodens.Die gehaltreichen Berichte, die er darüber bekannt machte, verschafften ihm die Mit-gliedschaft des italienischen Instituts (1811). Sammlungen von Conchylien, diein fossilem Zustande in der Nahe von Piacenza zu Tage gekommen waren, undahnliche Erzeugnisse einer praadamitischen Zeit lenkten von nun an seinen Scharf-sinn auf die fossile Conchyliologie der Alpenthaler und der zum Becken des Mittel-meeres zu rechnenden Lander. Um diesen Gegenstand erschöpfender kennen zu ler-nen, unternahm er eine Reise, die ihn bis Rom, Neapel und Pastum führte, undihm im Jan. 1812 den Anblick eines bedeutendem Ausbruchs des Vesuvs ver-schaffte. Er besuchte 1813 auch Genua und das westliche Italien, und mit demreichsten Vorrathe und der vollständigsten Anschauung ging er dann an die Ausar-beitung seines elastischen Werks:Dimttuto üi conclüliulo^ia lossile subuppeu-niim" (2 Bde., 4., Mailand 1814), das am längsten seinen Ruhm sichern möchte.Die Umgestaltung des Königreichs Italien in ein lombardisches führte die Auf-hebung des Bergdepartements herbei; und B. wandte nun mit desto größermEifer sich den Wissenschaften zu, für die er bei den wiederholten Reifen in Italienden reichsten Stoff fand. Thatig teilnehmend an der damals begründetenIlillli"-Mcii iwlianu", die er mit sehr interessanten Beitragen schmückte, blieb ihm dochnoch Muße zu zwei größern Werken, dem(mwIoFo R uns

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(1817) und zu seiner ,Mem0i-m ckello stato Usico ckel sunlc» üi Rom^" (Rom1820), einer auf viermalige Selbstanschauung begründeten Untersuchung voll derinteressantesten Thatsachen über die physische Beschaffenheit der Umgegend vonRom. Der Besuch des südlichen Theiles der Halbinsel und Siciliens, worüber dieeinzelnen Aufsatze in derIZililiotecu iwliunu" das Nähere berichten, erweckte beiB. den Wunsch, die Kraft der schassenden Natur in tropischen Ländern kennen zulernen. Durch einen aus Ägypten zurückkehrenden Lombarden erhielt er den An-trag, die Aufsicht über die Bergwerke des Vicekönigs zu übernehmen. Er verließim Inn. 1822 Italien, war im December in Kahira und wurde bald darauf ent-sendet, die Metall- und Smaragdgruben in Anbau zu setzen. Dieser Auftrag ver-