Bridgewater
325
(Leipzig 1822 — 25), zu Kind's „Harfe" (1818), dessen „Taschenbuch zumgeselligen Vergnügen" und den „Statistischen Mittheilungen für Sachsen"(Leipzig 1832) lieferte er Beitrage. Seine „Britischen Dichterproben" (3 Bde.,Leipzig 1819 — 27) geben von einigen Dichtungen Byron's, Moore'sund Erabbe's Ubersetzungen, die sich vor vielen ahnlichen Nachbildungen aus-zeichnen.
Bridgewater (Francis Henry Egerton, Graf von), geb. 11. Nov. 1756,ein Abkömmling des ruhmwürdigen Kanzlers Thomas Egerton, unter Jakob I.,wurde von seinem Vater, dem Bischofvon Durham, dem geistlichen Stande bestimmtund erhielt, nachdem er in Eton und Oxford den Grund zu seiner wissenschaftlichenBildung gelegt hatte, eine Pfründe in Durham, und spater durch den Einfluß sei-ner Verwandten noch zwei Pfarrstellen, die er nach dem in der englischen Kircheherrschenden Gebrauche bis an seinen Tod behielt, ohne sie zu verwalten. Er trat1796 mit einer Ausgabe des „Hippolyt" von Euripides als Schriftsteller auf,und gab spater die Fragmente zweier Oden der Sappho heraus. Eine zuerst(1793) in der bi-iwnnicu" mitgetheilte Lebensgeschichte des Kanz-
lers Egerton ließ er 1798 besonders abdrucken, und 1807 in einer neuen, blos zurVertheilung an Freunde bestimmten Ausgabe, welcher er eine Denkschrift auf sei-nen 1803 verstorbenen Verwandten, den durch seine großartigen Canalanlagenderühmten Herzog von Bridgewater, hinzufügte. In einem Schreiben an die Pa-riser und die französische Nation über dis^ innere Schissfahrt, das er 1819 und1820 in Paris, wo er seit einer langen Reihe von Jahren seinen Wohnsitz hatte,drucken ließ, gab er eine Vertheidigung des Herzogs und biograph. Nachrichten überden Baumeister Brindley, der den Bau des berühmten Bri dgewater- Canals(s. Bd. 2) geleitet hatte. Nach dem Tode des Herzogs von Bridgewater erbte dessenVetter, der General Egerton, die Adelswürde desselben als Graf von Bridgewater, dader Herzogstitel mit jenem erloschen war, und die sehr ansehnlichen Familiengüter; alsdieser aber 1823 ohne Kinder gestorben war, kamen Adelstitel und Güter auf sei-nen jungem Bruder, der auch seitdem in Paris blieb. Er fuhr fort, sich mit derBiographie seiner Familie zu beschäftigen, und ließ 1826 aus seinen Vorratheneine Sammlung historischer Züge unter dem Titel: vuscckotes", in ei-
nem prachtigen Foliobande, blos für Freunde in wenigen Exemplaren, drucken.Seltsam war seine Lebensweise. Fast sein ganzes Haus war mit Hunden undKatzen angefüllt, die er überall ^aufgelesen hatte. Von seinen 15 Hunden aßenzwei an seinem Tische, alle waren oft wie Menschen gekleidet, und zuweilen sahman ihrer ein halbes Dutzend in einem schönen, mit vier Pferden bespanntenWagen, von zwei Dienern begleitet, in den Straßen von Paris spazieren fahren.Als Altersschwache die Vergnügungen der Jagd ihm verbot, ließ er im Garten anseinem Hause einige hundert Kaninchen und ebenso viele Tauben und Rebhühnermit verschnittenen Flügeln sammeln, von welchen er, auf seinen Diener sich stützend,einige schoß, die er dann als Jagdbeute auf seine Tafel bringen ließ. Er starb 1829zu Paris. Sein letzter Wille hat ebenso viel Launenhaftes als seine Lebensweise.Seine gesammte Dienerschaft und einige Privatpersonen erhielten Vermachtnisse,mit der Bestimmung aber, daß die Vermachtnisse null und nichtig sein sollten,wenn er ermordet oder vergiftet würde. Ungegründet ist es, daß er seine Hunde inseinem Testamente bedacht habe. Er wies eine Summe von 8000 Pfund Ster-ling an, welche unter der Aufsicht des Präsidenten der königlichen Gefellschaft derWissenschaften zu London als Preis für ein in 1000 Exemplaren abzudruckendesWerk über die, in der Schöpfung sich offenbarende Macht, Weisheit und GüteGottes verwendet und unter Verfasser und Verleger vertheilt werden sollten. DerGraf hatte nicht lange vor seinem Tode ein Werk über denselben Gegenstand ge-schrieben und in wenigen Exemplaren prächtig drucken lassen. Seine Hand-