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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
322
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^22 Bretschneider

1825), ist eine der besten Topographien sächsischer Städte. Er ist schon langemit einem größern Handbuche der Mineralogie beschäftigt. Seit 1827 beklei-det er die, vc-rher von Mohs eingenommene Professur für Oryktognosi'e an derBergakademie, eine Stelle, die ihm schon nach Werner's Tode zugedacht wurdeund damals nur in Berücksichtigung seiner Jugend entging. Bei dem letzten Ju-biläum der Universität Marburg erhielt er die philosophische Doctorwürde, und eshaben ihn bereits 1k gelehrte Gesellschaften zu ihrem Mitglieds ernannt.

Breit!)aupt (Ludwig von), Oberstlieutenant und Commandant deswürtembergischen Fußartilleriebataillons, und einer der verdientesten Offizieredieses Corps, wurde zu Kassel geboren, wo er seine erste Bildung erhielt. Aufder Bergakademie zu Freiberg beschäftigte er sich insbesondere mit dem Studiumder Hüttenkunde. Nach der Vereinigung des Kurfürstenthums Hessen-Kassel mitdem Königreich Westfalen trat er als Cadet in die würtembergische Artillerie undmachte den Feldzug gegen Ostreich 1809 als Adjutant mit. In den Feldzügen1812 15 befehligte er als Hauptmann eine reitende Batterie und zeichnetesich bei mehren Gelegenheiten rühmlichst aus, wofür er den würtembergischenMilitairverdienstorden, das Kreuz der Ehrenlegion und den Wladimirorden er-hielt. Er wurde 1816 Major und 1822 Oberstlieutenant. Die Zeit des Frie-dens ward von ihm zur Nachholung Desjenigen benutzt, was während derKriegsjahre versäumt worden war. Außer seinem literarischen Wirken, hat er sichdurch vielfache Versuche um die Fabrikation der metallenen und eisernen Geschütz-röhren in Würtemberg mannichfache Verdienste erworben. Er wurde 1823 nachSayn und Lüttich geschickt, um die entgegengesetzten Ansichten über gußeiserne Ge-schütze in Beziehung auf die, in den würtembergischen Eisenwerken angestelltenVersuche berichtigen zu können. Gleiche Anerkennung verdient sein fortgesetztesStreben, die Manoevrirfähigkeit der Artillerie zu erhöhen, in welcher Hinsichtdie würtembergische Artillerie keiner europäischen nachsteht. Er wurde 1828nach Mainz gesendet, um den von dem Bundestage angeordneten Artillerie-versuchen beizuwohnen und darüber Bericht zu erstatten. Die schriftstellerischeLausbahn betrat er 1819, wo er in Gemeinschaft mit andern süddeutschen OffizierendieZeitschrift für Kriegswissenschaft" herausgab. Zu seinen übrigen Schriftengehören iTechnisches Handbuch für angehende Artilleristen" (2 Thle., Stuttgarti .823);Gedanken über die Vervollkommnung der Artillerie" (Ludwigsburg1824);Materialien für ein neues Svstem der 'Artillerie" (Ludwigsburg 1826);Allgemeiner Umriß für eine neue Organisation der Artillerie" (Ludwigsburg1828);Die Artillerie für Offiziere aller^ Waffen" (3 Bde., Ludwigsburg1831 32). , (40)

Bretschneider (Karl Gottlieb), der Theologie und Philosophie Doc-tor, Oberconsistorialrath und Generalsuperintendent zu Gotha ?c., einer derausgezeichnetsten neuern Theologen, wurde den 11. Febr. 1776 zu Gersdorf imSchönburgischen, wo damals sein Vater Pfarrer war, geboren. Anfangs vonseinem Vater selbst unterrichtet, wurde er nach dessen Tode (1789) von seinemOheim, der in Hohenstein Cantor war, aufgenommen und besuchte die dortigeStadtschule, machte jedoch hier mehr in der Musik als in den WissenschaftenFortschritte. Die Vollendung seiner Schulbildung erhielt er auf dem Gymnasiumzu Chemnitz, und fand hier an Tzschirner, Winzer, Kreysi'g, Neander, Pölitz Mit-schüler, die ihn zu edlem Wetteifer anspornten. Er bezog 1794 die Universität Leipzig,war nach Beendigung seiner theologischen Studien einige Zeit Hauslehrer, wählteaber nach überstandener Candidatenprüsung die akademische Laufbahn, die er 1804zu Wittenberg als Privatdocent durch philosophische und theologische Vorlesungenbegann. Der Krieg von 1806 und die bald daraus folgende Zerstörung der Universi-tät zu Wittenberg veranlaßte ihn, diese mit Glück begonnene Bahn zu verlassen,