Breithaupt (Johann August Friedrich)
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genauen Untersuchungen über Art und Gattung einen außerordentlichen Werthhat. Diese schatzbaren Erwerbungen setzten B. in den Stand, seine „Beitrage zurVögelkunde" (.3 Bde., Neustadt a. d. Orla 1821 —22) herauszugeben. Darauffolgte fein „Lehrbuch der Naturgeschichte aller europäischen Vögel" (2 Bde., Jena18Z3—24). In Verbindung mit seinen Freunden gab er die naturhistorischeZeitschrift „Ornis" (Jena 1824—27) heraus, die aber mit dem dritten Hefteaufhörte. Durch seine Beobachtungen überzeugt, daß die Arten bis jetzt noch nichtrichtig bestimmt und geschieden sind, brachte er in Oken's „Isis" diesen Gegenstandzur Sprache, und von der Ansicht ausgehend, daß die ganze Ornithologie eine an-dere Behandlung erfodere, wenn Consequenz in derselben herrschen soll, bearbeiteteer sein „Handbuch der Naturgeschichte aller Vögel Deutschlands" (Ilmenau1831). Zu seiner neuesten Schrift: „Über die Stuben-, Haus- und alle der Zäh-mung werthe Vögel" (Ilmenau 1832), lieferte der östreichische Kammerberr, Grafvon Gourcy-Droitaumont in Wien, ihm viele Beitrage.
Breit Haupt (Johann August Friedrich), erster Professor der Orykto-gnosie an der Bergakademie zu Freiberg, geb. den 18. Mai 1791 zu Probstzellaim Fürstenthum Saalfeld. Früh wurde in ihm die Liebe für Naturwissenschaften,zumal für Gesteinkunde, erweckt, und als 1802 fein Vater nach Saalfeld übersie-delte, machte B. Bekanntschaft mit dem Bergbau, für welchen er sich sofort be-stimmte. Von 1808 an, wo er das Gymnasium zu Saalfeld verließ, widmete ersich ganz diesem Fache und unterzog sich den anstrengendsten Beschäftigungen desgemeinsten Berg- und Hüttenmannes, ohne doch seine Lieblingsstudien, Minera-logie und Mathematik zu versäumen. Von 1809 — 11 studirte er in JenaKameralistik und Naturwissenschaften, und ging dann nach Freiberg, um sich aufder dortigen Akademie vollends für den Bergwerksdienft auszubilden. Er erwarbsich bald das Wohlwollen Werner's, und dieser große Mann, der B.'s vorzüglichesTalent für Mineralogie erkannte, sorgte väterlich für dessen weitere Ausbildung.Durch Werner wurde B., dessen Plane nach Nordamerika gerichtet waren, in Frei-berg festgehalten und 1813 zu der durch Hoffmann's Tod erledigten Stelle einesEdelsteininspectors und Hülfslehrers bei der Bergakademie vorgeschlagen, welcheer auch erhielt und einer sich ihm in der Heimath darbietenden Anstellung vorzog.B. hatte jetzt die schönste Gelegenheit, seine Kenntnisse im ganzen Umfange derWissenschaft zu erweitern. Er wurde, nach Werner's eignem Willen, der Fort-setzer des größern Hossmann'schen „Handbuches der Mineralogie", zu dessen erstendrei Abtheilungen er noch fünf hinzufügte. Seine ersten Bestimmungen von Mi-neralspecien, wie die des Amblygonites, Skorodites, Kupfermanganerzes u. s. w.fanden allgemeinen Beifall. Gleichzeitig trat er als selbständiger Forscher in derkleinen Schrift: „Über die Echtheit der Kryftalle" (Freiberg 1810) auf. EineUmarbeitung seiner (Freiberg 1820) herausgekommenen „Charaktertstik des Mi-neralsystems" erschien (Dresden 1823) unter dem Titel: „Vollständige Charakte-ristik des Mineralsyftems", und es wird eine neue Ausgabe erwartet. Er führtein die krystallographische Nomenclatur viele zweckmäßige Ausdrücke ein, die im-mer allgemeiner werden, und versuchte in seiner Progressionstheorie aus tesse-ralen Gestalten alle andere monoaxe Primairformen abzuleiten. Sein Haupt-verdienst aber ist, fast alle Mineralien fleißig untersucht zu haben, und es hatsich bei diesen Untersuchungen nicht nur eine größere Mannichfaltigkeit von Kry-stallisationsgefetze, sondern auch eine viel größere Menge von Mineralfpecien er-geben, die zwar zum Theil subtile, aber doch bestimmte Grenzen haben. Diemeisten und wichtigsten feiner Abhandlungen stehen in Schweigger-Seidel's„Neuem Jahrbuch", doch kommen auch einige in von Leonhards „Zeitschrift"und Poggendorff's „Annalen", sowie in den Schriften der dresdner mineralogi-schen Gesellschaft vor. Seine Schrift: „Die Bergstadt Freiberg" (FreibergConv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. 1. 21