Brasilien
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auswärtigen ?tngelegenheiten; Alcantara für die Justiz; Lagos für das Kriegs-tvesen und Paranagoa für die Marine. Diese Manner waren aber im höch-sten Grade unpopulair. Jetzt brach die Unzufriedenheit laut aus. Bewaff-nete Scharen durchzogen die Straßen von Rio; Alle, die man als AnHangerdes Aulismo und Lusitanismo (der portugiesischen Hofpartei) erkannte, wur-den gemishandelt, Einige ermordet. Deputationen, eine nach der andern, be-gaben sich nach San-Christovao, dem Palaste des Kaifers, um denselbenzur Entlassung der verhaßten Minister zu bewegen; allein der Kaiser bestand aufseinem Rechte, seine Diener selbst wählen zu können. Nun kannte die Volks-wuth keine Grenzen mehr. Endlich beschleunigte eine von jenen Jntriguen, welchein Rio so leicht den unwissenden und müßigen Haufen tauschen und verlocken, dieKatastrophe des Falles von Don Pedro. Bei der Bildung des neuen Ministe-riums hatte der Kaiser, wie Aug. de Saint-Hilaire erzählt, den Oberbefehl über dieTruppen in der Hauptstadt einem Offizier, Francisco de Lima, gelassen, der, wieman versichert, der Volkssache beigetreten war, ohne selbst einen politischen Zweckzu haben. Lima begünstigte den Aufstand und überredete die Soldaten, ihrenRegenten zu verlassen. Darauf verlangte er im Namen des Volkes vom Kaiserdie Absetzung der jetzigen Minister und die Wiederherstellung des letzten Ministe-riums. Don Pedro antwortete ihm mit Würde; aber Lima wurde nicht von fei-nem Posten entfernt. Jetzt zeigte sich der Abfall allgemein. Die Truppen, welchein bedeutender Zahl zur Beschützung des Resi'denzschlosses San-Christovao aufge-stellt waren, verbanden sich mit den Insurgenten. Dasselbe thaten die Garden.Nur ein Capitain und vier Mann, welche die zu den Gemächern des Kaisers füh-rende Treppe befetzt hielten, blieben ihm treu. Ein anderer Offizier, der treue Ba-stos, ein Brasilier und Offizier bei der reitenden Artillerie, warf seinen Degen weg:Er habe, rief er, den Eid der Treue dem Kaiser geleistet, und es scheine ihmnicht, als ob der Kaiser seinerseits seinen Schwur verletzt habe. *) Der verlasseneMonarch schien nur die Wahl zwischen vergeblichem Widerstande oder feigemNachgeben zu haben; es fehlte zwar nicht an Mannern, die für ihn gekämpft ha-ben würden; aber Don Pedro wollte nicht Blutvergießen; er war kein Tyrann.Also faßte er in der Nacht zum 7. April den raschen Entschluß, feiner Krone zu ent-sagen: eine Maßregel, die im Grunde der Neigung seines Herzens entsprach. Erverfaßte selbst die aus dem Palaste Boa Vista datirte Abdicationsacte vom ?. Aprilzu Gunsten seines Sohnes, Don Pedro von Alcantara, ließ die Geschäftsträgervon England und Frankreich kommen, theilte die Acte denselben mit und ver-langte ihren Beistand, um sich nach Europa begeben zu können. In seinem Na-men war schon am 6. April der Marquis von Cantogallo am Bord des englischenKriegsschiffs Warspite erschienen, um den Schutz der englischen Marine in An-spruch zu nehmen. Am folgenden Tage ging der Kaiser mit feiner Familie anBord. Auch der Nuntius und die übrigen Gesandten folgten ihm. Seine Ab-dankung wurde von den Hauptanführern der Revolution angenommen, und DonPedro, Herzog von Braganza, schiffte sich mit der Kaiserin, der jungen Köni-gin von Portugal und einem kleinen Gefolge auf dem Warspite und der Fre-gatte Volage ein. Die Kammer der Repräsentanten schritt sofort zur interi-mistischen Ernennung einer Regentschaft. Diese wurde aus gemäßigten, abereben nicht sehr tüchtigen Männern zusammengesetzt. Einer darunter war derunwürdige Francisco de Lima; die beiden andern Carcavellas und Vergueiro.Diese ernannten folgendes Ministerium: Borges für die Finanzen; Goyana fürdas Innere; Joze de Santa-Franca für die Justiz; de Moraes für den Krieg;
Bastos besindct sich unter der kleinen Zahl Derer, die Don Redro nach Europagefolgt sind.