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Erster Band (1832) A bis E
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Brasilien

Idee, sich unter ihnen Popularität, dadurch aber Anhänger und Beistand zu ver-schaffen. Dieser an sich verständige Plan wurde schlecht ausgeführt. Don Pedrotrat die Reise in der ungünstigsten Jahreszeit an, in welcher anhaltende Regen-güsse das Fortkommen erschweren. Ihn begleitete die junge Kaiserin, die sich dieEhrfurcht und Liebe der Brasilier erworben hatte. Der Monarch und seine Ge-mahlin wurden allenthalben mit den lebhaftesten Freudensbezeigungen empfangen;jede Stadt, jedes Dorf wetteiferte in Festlichkeiten, um ihre Anwesenheit zufeiern. Vor allen zeichneten sich die Bewohner der Hauptstadt Ouro Preto (VillaRicca) bei dieser Gelegenheit durch Pracht und Eifer aus: sie hatten in den StraßenTriumphbögen errichtet, ihre Häufer mit Teppichen und Blumen geschmückt; inallen Quartieren erschallte Musik, und von jedem Balkon herunter sangen lieblicheStimmen Lieder zu Ehren des kaiserlichen Paares. Allein Don Pedro kam diesenHuldigungen nicht mit freundlichem Wohlwollen entgegen. Er verweilte mehreTage lang auf einer seiner Besitzungen, die einige Meilen von der Hauptstadt derProvinz entfernt lag, umgeben von Vertrauten, die ihm seit längerer Zeit schondie Herzen des Volkes entfremdet hatten. Diese Männer entfernten auch hier vonihm die einflußreichsten Personen, und bewirkten, daß der Präsident der Provinzseinen Abschied bekam. Inzwischen machte ein Aufruf im constitutionnellen Geiste,den Don Pedro an die Mineiros erließ, einen günstigen Eindruck, und die Pro-vinz traf Anstalten, dem Monarchen neue Feste zu geben, als dieser auf einmalabzureisen beschloß, wodurch er so manche Erwartung täuschte und das für ihn er-wachte Interesse vernichtete. Unstreitig bewog ihn dazu die Ungewißheit über denZustand von Rio Janeiro. Die Minister daselbst hatten so wenig eine regelmä-ßige Correspondenz mit Minas Geraes einzurichten verstanden, daß der Kaiser öfterzwölf Tage lang keine Depesche von ihnen erhalten haben soll. Eine schnelleReise brachte Don Pedro nach einer fast dreimonatlichen Abwesenheit wieder vordie Thore seiner Residenz, wo am 12. März Unruhen ausgebrochen waren, alsman ihn noch acht Tagereisen weit entfernt glaubte. Bei feinem Einzüge in dieStadt am 15. März regte sich zwar einiger Enthusiasmus, der aber nichts Natio-nales hatte. Die Einzigen, welche an dem festlichen Empfange Theil nahmen,waren die Diener des Kaisers, Hofleute und Portugiesen, die seit längerer Zeitschon in mehr oder weniger offener Feindschaft mit den Brasilien: lebten. Wernicht rief wie sie: Es lebe der Kaiser! Tod der Republik! dem drohten siemit der Peitsche. Erbittert über solche Bezeigungen einer Freude, die ihnen ganzfremd war, warfen die sogenannten Patrioten die Fenster der illuminirten Häuseres gab blutige Händel, in denen mehre Personen getödtet wurden, und die

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Gährung dauerte ununterbrochen fort bis zu dem Ausbruche am 6. April.

Die Regierung so lauten die Berichte verfolgte die republikanischePartei; dies reizte den Haß. Man beschwerte sich laut über portugiesische Willkürund Tyrannei; 25 Mitglieder der Deputirtenkammer reichten eine Protesta-tion ein und verlangten die Bestrafung der Portugiesen. Don Pedro hoffte dieRuhe wiederherstellen zu können, wenn er aus denjenigen Repräsentanten, die derrepublikanischen Partei am meisten anhingen, sich ein Ministerium erwählte und erentließ vier Minister; allein die Zusammensetzung des neuen Ministeriums warnicht glücklich. Jndeß ging der 25. März, der siebente Jahrestag der brasili-schen Constitution, unter Festen und ohne Störung vorüber. Der Kaiser und dieKaiserin wurden bei einer Heerschau freudig begrüßt, und Nachts war die Stadtglänzend erleuchtet. Am 3. April erließ der Kaiser ein Decret, wodurch er eine außer-ordentliche Versammlung der Kammern berief. Aber auch die neuen Minister,Gama für die Justiz und General Moraes für das Kriegswesen, genügten denAnsprüchen des Volkes nicht. Don Pedro ernannte also am 5. April ein neuesMinisterium: den Marguis von Baependy für die Finanzen; Aracaty für die