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Brasilien
Carneiro de Campos für die auswärtigen Angelegenheiten. Einige Unordnungen,die bei einer solchen Revolution fast unvermeidlich sind, fanden zwar noch statt;aber bald schien Alles in den bisherigen Gang der Verwaltung zurückzukehren.Wahrend man jetzt auf den Schiffen die nöthigen Vorkehrungen zur Abfahrt DonPedros und der Seinigen nach Europa traf, ward der junge, in Rio am 2. Dec.1825 geborene Prinz am 9. April zum Kaiser als Pedro II. ausgerufen. Hieraufwohnte er einem „Tedeum für die glorreiche Revolution" bei und empfing dieGlückwünsche des wieder nach Rio zurückgekehrten diplomatischen Corps. DerExkaiser schrieb am 8., am Bord des Warspite, an Ioze Bonifacio de Andrada(f. d.), um ihn mit der Vormundschaft und Erziehung seines Sohnes zu beauf-tragen. Er hatte keine bessere Wahl treffen können. Andrada übernahm das Amt,allein die Regentschaft weigerte sich, ihre Zustimmung zu geben. Don Pedroverließ Brasilien am 13. April 1831. Am 11. Iun. landete er in Cherbourgund begab sich spater als Herzog von Braganza nach Paris und London.
Brasilien vergaß, was es ihm schuldig war. Don Pedros größtes Unrecht war,in Europa geboren zu sein. Man verzieh ihm nicht, daß er die so natürliche Zunei-gung für seine Landsleute den Brasi'liern zum Opfer zu bringen sich nicht hatteentschließen können. Faßt man die gegründeten Beschwerden über ihn zusammen,so bestanden sie in Folgendem: Er habe die Interessen Brasiliens vernachlässigt;er habe Botschafter abgeschickt an Kaiser und Könige (u. A. den Marquis von Re-zende nach St.-Petersburg), nicht um Handelsverträge zu unterhandeln oderpolitische Verbesserungen zu befördern, sondern um die Etikette der Höfe zu bestim-men, um an den kaiserlichen Ehren Theil zu nehmen, um Heirathsanträge zumachen und um seiner unmündigen Tochter den Besitz der alten Krone seiner Fa-milie zu sichern. Er habe die Kosten des Streits zwischen den Anhängern derDonna Maria und den Anhängern Don Miguels, die Kosten der Expedition nachOporto und der Regentschaft von Terceira auf Brasilien gewälzt; er habe seineaus Europa zurückberufene Tochter in einem Palasie von Rio Janeiro als Königinvon Portugal eingesetzt, mit einem eignen Hofstaat und Hofprunk aus dem brasi.tischen Budget, dadurch aber die Fonds der brasilischen Regierung zur Bezahlungder Dividenden der von ihr anerkannten Schuld erschöpft, und den Bankerott desreichen Brasiliens an der londoner Börst verursacht; er habe sich zum Haupte allerFreimaurerlogen in Brasilien erklart, um unter dem Schein einer Sympathie mitihren republikanischen Grundsätzen, Meister ihrer politischen Entwürfe zu bleiben,gleichwol aber die liberale Partei durch das Verlassen ihrer Sache, durch sein herri-sches Wesen, sein willkürliches Benehmen, sein plötzliches Auflösen der gesetzgeben-den Kammern, sowie durch sein hartnackiges Festhalten an den europäischen Angele-genheiten und das seinen portugiesischen Umgebungen bewiesene Vertrauen beleidigt.Dagegen läßt sich nicht leugnen, daß eine meineidige Faction auf den Umsturz dervon der Nation beschworenen Constitution durch jedes Mittel der Lüge und der Ver-leumdung mittels der Presse und der Clubs hingearbeitet hat, während einigeWortführer und Jntriguanten die Republik, andere den Föderalismus an die Stelleder Monarchie setzen wollten, und für die Erreichung dieses Zweckes sich sowol mitexaltirten Theoretikern als mit den Anarchisten verbanden, welche die Hefen desVolkes in der schwarzen Bevölkerung zum Aufruhr und zu Handlungen persönli-cher Rachsucht anreizten. Allen diesen Parteimännern stand die Person des Kaisersim Wege, der unglücklicherweise durch die schon bemerkten Fehlgriffe auch dieHerzen der loyalen Brasilier von sich entfremdet hatte. Nach Don Pedros Abreisezeigte sich sofort in den Provinzen, wie in Rio selbst, das unheilvolle Spiel derFactionen mit dem Hasse der aufgeregten Menge zur Erreichung ihrer Absichten.Gleichzeitig wie zu Rio, waren zu Vahia Unruhen ausgebrochen. Das Volk fielüber die Portugiesen her, und das Militair machte mit ihm gemeinschaftliche
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