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Brasilien
schlössen!" mußte das stolze Bewußtsein constitutkonneller Rechte tief verwunden.
Der Gang der auswärtigen Angelegenheiten im I. 1829 trug auch nicht dazubei, das Ansehen des Kaisers in der Meinung der Brasilier zu heben. Uber seineVermahlung mit der Prinzessin Amalie von Leuchtenberg und über die Verthei-digung der Rechte seiner Tochter Maria da Gloria wird unter diesem Arti-kel und in dem Artikel Don Pedro das Wesentliche berichtet werden. Wirerwähnen hier die wichtigen, noch jetzt schwebenden Verhandlungen mit der briti-schen Regierung, welche für weggenommene Handelsschisse Ersatz verlangte. Beidem Ausbruche des Krieges zwischen Brasilien und Buenos Apres hatte nämlichder brasilische Admiral ohne vorausgegangene Warnung alle innerhalb einer will-kürlich gezogenen Blockadelinie segelnde Schisse weggenommen und consiscirt. Nachlangwierigen Verhandlungen entschloß sich endlich die brasilische Regierung, alsEngland Rio Janeiro zu blockiren drohte, den Ersatz zu leisten; allein dies ist bis-her noch nicht geschehen, daher die Opposition im britischen Unterhause im April1832 Zwangsmaßregeln gegen Brasilien anzuwenden vorschlug. Eine andereVerhandlung betraf die Aufhebung des Sklavenhandels, welche auch der päpstlicheNuntius in Rio dringend empfahl. Während des 1.1827 waren nämlich in denHafen von Rio nicht weniger als 29,78? Sklaven eingeführt worden; im Som-mer 1828 stieg deren Zahl auf 43,555, und in den ersten drei Monaten des I.1829 auf 13,549. Endlich gelang es dem britischen Gesandten, im 1.1829 einenVertrag mit Brasilien abzuschließen, nach welchem die Aufhebung des Sklavenhan-dels in Brasilien mit dem 13. März 1830 eintreten sollte. Die brasilische Regierunghatte vergeblich den Termin der Aushebung sovielmöglich zu verlängern gesucht, weilder Kaiser für jeden eingeführten Sklaven eine Abgabe von 5 Dollars bezog. Sogroß übrigens die Zahl der Sklaven in Brasilien noch gegenwärtig, und so gefähr-lich sie der innern Ruhe öfter geworden ist, so werden sie doch in keinem Lande mil-der behandelt.
Bei der Misstimmung, die in den wichtigsten Städten des Reichs gegen DonPedro herrschte, welche in Bahia sogar einen gefährlichen Aufstand hervorbrachte,der jedoch durch Wassenmacht unterdrückt wurde, konnte man nicht erwarten, daßder für das Jahr 1830 gewählte Congreß mehr Nachgiebigkeit gegen die Regierungzeigen werde als der letzte. Und so war es auch. Der Kaiser eröffnete die Ver-sammlung am 3. Mai. Sie bestand größtentheilsaus neu gewählten, jungenenergischen Männern, welche besonders dem Kriegsminister Conde do Rio Pardoheftig entgegentraten. Jndeß stimmten beide Kammern in ihren Adressen dem Kai-ser darin bei, daß er den königlichen Rechten seiner Tochter nichts vergeben könne,dankten ihm aber zugleich für die Weisheit, Brasilien in diesen Privatzwistnicht zu verwickeln. Die Finanznoth beschäftigte die Kammern am dringendsten.Der Finanzminister, Marquis von Barbacena, beklagte das tiefe Sinken des Pa-piergeldes, wodurch besonders der auf feste Einnahmen gefetzte Beamten- und Mi-litairstand litte. Brasilien habe mit den neuen Anleihen eine Schuld von 153 Mill.Crusaden (zu 17 Gr. 9 Pf.) zu tragen, und die nothwendigen Ausgaben des lau-fenden Jahres (22,818,245 Milrees zu 1 Thlr. 13 Gr.) könnten nicht durch dieStaatseinnahmen gedeckt werde. Allein die Kammern setzten den Vorschlägender Regierung abermals eine so ernstliche Opposition entgegen, daß der Kaiser sichgenöthigt sah, sie am 3. Sept. mit der Äußerung zu entlassen, wie sehr er bedaure,daß die Schließung dieser Sitzung herannahe, ohne daß eine der von ihm empfoh-lenen Maßregeln zu Stande gekommen sei. Er berief dagegen eine außerordentlicheVersammlung zum 8. Sept., von welcher er die Aufsindung eines wirksamen Mit-tels erwartete, um sobald als möglich die Circulation des Papier- und Kupfergeldeszu befördern; zugleich erneuerte das Ministerium die in der ordentlichen Sitzung ge-machten Vorschläge und trug auf die Prüfung des Strafcodep und der Criminalpro-
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