Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
293
Einzelbild herunterladen
 

Brandt

293

''»«iL'?

>slh,

"!"»!'«N,i

^ ^AchMveG^Ksichnchs«j7ZtrKßi!hvoysÄGchchlx

M

M

MM,.

iZMmffchTt

M

.MM!,

HS

Trümmern des Heeres nach Deutschland. Mit dem Regiments, das aus den Uber-resten seiner Division gebildet wurde, stieß er nach dem Waffenstillstands zu Ponia-towski's Corps, mit welchem er alle Gefahren und Beschwerden des Kampfestheilte, und er blieb seiner Dienstpflicht treu, ungeachtet er die nahe Wendung derEreignisse voraussah. Als er am Tage vor der Schlacht bei Leipzig seinen Ober-sten und mehre polnische Offiziere zum Fürsten Poniatowski begleitete, um ihmzu der erhaltenen Marschallswürde Glück zu wünschen, sagte jener in trüber Stim-mung :Unsere Uhr lauft ab; ich hoffe gar nichts mehr, wir schlagen uns nur nochum die Ehre, und wohl Dem, der sie mit ins Grab nimmt. Wer weiß, wie langees noch dauert!" ^Drei Tage nachher waren der Prinz, der Oberst und fast alleAnwesende todt. Von schweren Wunden genesen, kehrte B. nach sechsjähriger Ab-wesenheit zu seiner Familie zurück. Seinen anfänglichen Entschluß, dem Kriegs-leben zu entsagen, gab er auf, als General Chlopicki 1815 die alten Offiziere auf-foderte, wieder in Dienste zu treten, und wurde in einem der neu gebildeten Regi-menter angestellt. Obgleich er von dem Großfürsten Konstantin mit Auszeichnungbehandelt wurde, so nahm er doch, sobald die Bildung des Großherzogthums Po-sen durch den Congreß zu Wien entschieden war, seinen Abschied und ging in preu-ßische Dienste. Er widmete die Zeit, welche die Dienstgeschäfte ihm übrig ließen,wissenschaftlichen Beschäftigungen, und außer vielen Aufsätzen für kriegswissen-schaftliche Zeitschriften ließ er kurz vor dem Zuge der Franzosen nach Spanien eineSchrift:Über Spanien, mit besonderer Rücksicht auf einen etwanigen Krieg"(Berlin 1823), drucken, worin er das Schicksal Spaniens in dem bevorstehendenKampfe voraussagte. Eine andere Schrift:Über die Wiedereinführung der Dra-goner als Doppelkämpfer" (Berlin 1823), ist der Gegenstand vielfacher Erörterun-gen geworden. DenAnsichten über die Kriegführung im Geiste der Zeit" (Ber-lin 1824) folgte seinHandbuch für den ersten Unterricht in der höhern Kriegs-kunst" (Berlin 1829), das ausgezeichneten Beifall erhielt. Er ward in demselbenJahre nach Berlin berufen, um bei dem Cadettencorps Vorlesungen über die Kriegs-geschichte in französischer Sprache zu halten. Bald nachher ward er zum Majorim Generalstabe befördert und als Lehrer an der allgemeinen Kriegsschule ange-stellt. Dieses Verhältniß veranlaßt« ihn, seineGeschichte des Kriegswesensdes Mittelalters" für die in Berlin erscheinendeHandbibliothek für Offiziere"(Bd. 1, 1828) zu schreiben, die sehr günstig aufgenommen wurde. Währender mit andern kriegswissenschaftlichen Arbeiten sich beschäftigte, ward er imMärz 1831 zu dem Feldmarschall Gneisenau, der den Oberbefehl über das west-liche Armeecorps übernahm, nach Posen berufen und zu verschiedenen Sendungenan die russischen Heerführer Diebitsch, Paskewitsch und Pahlen und an die oberstepolnische Behörde in Kalisch gebraucht. Die Beobachtungen, die er bei diesen Ge-legenheiten machte, erweckten in ihm die Überzeugung, daß die Revolution kein er-freuliches Ende haben werde, und selbst nach den ersten Siegen der Polen blieb erbei dieser Ansicht. Als sich nach der Einnahme von Warschau polnische Heerab-theilungen der preußischen Grenze näherten, stand B. als Generalstabsoffizier un-ter dem General v. Zepelin, und er war es, der am 4. Ott. mit dem General Wro-niecki die Übereinkunft abschloß, nach welcher die polnische Armee auf das preußi-sche Gebiet übergehen durfte. Er kehrte bald darauf nach Berlin in sein früheresVerhältniß zurück; als sich jedoch im December 1831 ein großer Theil der nachPreußen übergegangenen polnischen Offiziere für die Reise nach Frankreich erklärte,ward er wieder nach Elbing geschickt, um die Abreise der Offiziere einzuleiten. Beider Vollziehung dieses Auftrages trat er oft vermittelnd ein, wo Unannehmlichkeitenentstanden, was ihm auch durch den Umstand erleichtert werden mochte, daß er un-ter den polnischen Offizieren manchen alten Wassengefährten fand, und der Gene-ral Rybinski bezeigte ihm bei dem Abschiede seine Zufriedenheit. Vor seiner Abreise