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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
291
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Brandes (Rudolf)

Brandis

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und mehre Artikel in der neuesten 1825 begonnenen Ausgabe des Gehler'schen phy-sikalischen Wörterbuchs, an dessen Bearbeitung er thätigen Antheil nimmt; inder andern Beziehung aber seine „Briefe über Astronomie" (2 Bde., Leipzig 1811),in der neuen Auflage unter dem Titel: „Vorlesungen über die Astronomie" (Leipzig1827); sein „Lehrbuch der Gesetze des Gleichgewichts und der Bewegung festerund flüssiger Körper" (2 Bde., Leipzig 1817 —18); seine „Vorlesungen über dieNaturlehre" (3 Bde., Leipzig 1830 — 32). (11)

Brandes (Rudolf), Dr. und Hofrath, einer der vorzüglichsten noch leben-den Pharmaceuten Deutschlands, ward geboren den 18. Oct. 1795 zu Salzuflenim Fürstenthume Lippe-Detmold, wo sein Vater Apotheker war. In seinemzwölften Jahre kam er nach Osnabrück, besuchte einige Jahre das dortige Gymna-sium und trat dann in einer Apotheke seine pharmaceutische Laufbahn an. In denJahren 1815 und 1816 studirte er in Halle die Naturwissenschaften und besondersdiejenigen, die mit der Pharmacie zunächst in Verbindung stehen; er sah sich je-doch nach dem Tode seiner Altern durch Familienverhältnisse genöthigt, die fernereAusführung seines anfänglichen Ausbildungsplans auf einen l^jährigen Aufent-halt in Erfurt zu beschränken, wo er unter Bucholz, der damals schon erblindetund kränklich war, sich der Experimentalchemie widmete. Nach mehren Reisenmußte B. 1818 nach Hause zurückkehren und 1819 die väterliche Apotheke über-nehmen, da seine Verhältnisse ihn hinderten, seiner frühern Neigung zu einer aka-demischen Laufbahn zu folgen. Er schaffte sich indeß bald einen angemessenen undschönen Wirkungskreis, sowol in der redlichen und treuen Verwaltung seiner Of-sicin als auch in der Gründung des Apothekervereins im nördlichen Deutschland,eines Instituts, welches der deutschen Pharmacie zur größten Ehre gereicht undaus die Fortschritte und wissenschaftliche Gestaltung derselben den segensreichstenEinfluß gehabt hat. In einer besondern Schrift: „Der Apothekerverein im nördli-chen Deutschland, in dem ersten Decennium seines Bestehens", ist die Gründungund Ausbildung dieses Instituts ausführlich dargestellt. In Verbindung mitMeißner, Trommsdorff, Schräder und Staberoh gründete er die Hagen-Bucholz'-sche Stiftung, indem Freunde und Verehrer von Bucholz und Hagen ein bedeu-tendes Capital zusammenbrachten, von dessen Zinsen jährlich eine goldene Preis-medaille an Apothekergehülfen ausgetheilt wird, die eine von Seiten des Vorste-heramtes der Stiftung aufgegebene Preisfrage angemessen gelöst haben. B.'szahlreiche chemische und pharmaceutische Arbeiten, unter welchen besonders mehremusterhafte Analysen von Vegetabilien, Mineralwässern, Untersuchungen vonSalzen u. s. w., sämmtlich durch eine erschöpfende Behandlung des Gegenstandesausgezeichnet genannt zu werden verdienen, finden sich zum Theil in zwei von ihmherausgegebenen pharmaceutischen Zeitschriften: den 39 Bänden des „Archivs desApothekervereins im nördlichen Deutschland" und den 6 Jahrgängen der „Phar-maceutischen Zeitung" dieses Vereins; zum Theil in Schweigger's, Poggendorss's,Trommsdorff's, Buchner's und Geiger's Journalen, zum Theil in einzelnen che-mischen Schriften, wie die über Pyrmont, Tatenhausen und Meinberg u. m. a.Besondere Erwähnung verdient auch die von ihm seit 1825 besorgte Herausgabe desausführlichsten alphabetischen „Repertoriums"über die Gesammtheit der chemischenWissenschaften, das wir überhaupt besitzen, ein Denkmal seines Fleißes und seinerumfassenden Gelehrsamkeit. In seinem Vaterlande wurde B. sehr bald von der Re-gierung zur Besorgung der pharmaceutischen Angelegenheiten zugezogen; vomKönig von Preußen erhielt er den rothen Adlcrorden und von dem verstorbenenEstoßherzog von Weimar die goldene Verdienstmedaille am Bande des Falken-vrdens. ^11)

Brandis (Joachim Dietrich) wurde 1762 zu Hildesheim geboren, erhielt1787 die medicinische Doctorwürde und wurde darauf Professor der Arzneiwissen-

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