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Brandes (Heinrich Wilhelm)
hatte, und wahrend B.'s Flucht von einem Andern besorgt worden war, erschienunter seinem eignen Namen, in Verbindung mit den „Miscellen aus der neuestenausländischen Literatur". Er begab sich 1816 nach Jena, wo er eine Buchhand-lung errichtete und 1817 die philosophische Doctorwürde erhielt. Das von ihmbearbeitete „Ethnographische Archiv" hatte nur geringen Ersolg. Wenn B .auchnicht eigentlicher Gelehrter war, so besaß er doch große und sehr verschiedenartigeKenntnisse, neben einem regen, alles umfassenden Geiste. Sein Wahlspruch MJournalist: Mäßigung und Besonnenheit, bezeichnet sattsam die Art und Rich.tung seines Strebens. Er starb am 15. Sept. 1831. (38)
Brandes (Heinrich Wilhelm), gegenwärtig Professor der Physik anderUniversität zu Leipzig, als Mathematiker und Physiker ausgezeichnet, ist geborenam 27. Jul. 1777 in Groden, im hamburgischen Amte Ritzebüttel, wo sein Va-ter Prediger war. Von 1786—93 genoß er den Unterricht der Gelehrtenschule zuOtterndorf, wo sein Schreib- und Rechnenlehrer ihn ungefähr vom vierzehnten Jahrean mit den Anfangsgründen der Mathematik bekannt machte. Da jedoch Familien-verhältnisse ihm keine Aussicht zur gelehrten Laufbahn gaben, verließ er noch vordem sechszehnten Jahre das Gymnasium, um unter der Anleitung des Wasserbaudi-rectors Weltmann den Wasserbau praktisch zu erlernen; er vervollkommnete sichhier, größtentheils durch Selbstudium, in der Mathematik und führte 1794 und1795 unter Woltmann's Leitung die Aufsicht über Wasserbaue auf der nur vonsechs Bauernfamilien bewohnten Insel Neuwerk, wo das einsiedlerische Leben zuwelchem er genöthigt war, ihm verstattete, seine Studien nach Willkür zu verfolgen.Er ging 1796, da sich keine nahe Aussicht zu einer Anstellung zeigte, auf Wolt-mann's Rath nach Göttingen, wo er bis 1798 studirte, jedoch weniger Fruchtaus den mathematischen Vorlesungen des damals achtzigjährigen Kästner schöpfte,als er in Bezug auf wissenschaftliche Klarheit, die alle seine spätern Arbeiten aus-zeichnet, dem Vortrage Lichtenberg's verdankte, von dem er selbst gesteht, ihn alsVorbild betrachtet zu haben. Übrigens beschäftigten ihn auch in Göttingen, daihm immer noch eine Anstellung beim Wasserbau als künftiges Ziel vorschwebte,Baukunst, Fcldmessen u. s. w. mehr als höhere Mathematik und Physik, die ernur als Nebenstudien betrachtete. Seine Verbindung mit Benzenberg brachte1798 die ersten Beobachtungen desselben über Sternschnuppen hervor. In denJahren 1799 und 1800 gab er in Hamburg Unterricht in den Elementen der Ma-thematik, und erhielt 1801 auf Woltmann's Empfehlung die Stelle eines Deich-conducteurs im Herzogthum Oldenburg. Sein Aufenthalt in dem abgelegenenDorfe Eckwarden gab ihm Gelegenheit, seine Beobachtungen über die ungewöhn-liche Stralenbrechung anzustellen und seine mathematischen Studien fortzusetzen.Unerwartet erhielt er 1811, nachdem er kurz zuvor als Jnspector der Deiche amWeserufer war angestellt worden, den Ruf zur Professur der Mathematik in Bres-lau, und dieses Amt versah er, nachdem er inzwischen 1818 einen Ruf nach Dorpatausgeschlagen, bis Ostern 1826, wo er dem Rufe zur Professur der Physik nachLeipzig folgte. — Seine Verdienste sind doppelter Art, indem er sich ebenso sehrum die Fortschritte der Wissenschaft durch neue Entwicklungen oder Beobachtun-gen im Gebiete der reinen und angewandten Mathematik und Meteorologie verdientgemacht, als zur Verbreitung astronomischer, mechanischer und physikalischer Kennt-nisse durch Schriften beigetragen hat, welche die für diesen Zweck so wesentlichenErsodernisse der Klarheit, Gründlichkeit und ansprechenden Darstellungsweise ver-einigen. Von seinen zahlreichen Arbeiten sind in der ersten Beziehung besonders zunennen: seine Anmerkungen zu Euler's Werke über die Geseke des Gleichgewichtund derBewegung flüssiger Körper (Leipzig 1806); sein „Lehrbuch der höhern Geo-metrie" (2 Bde., Leipzig 1822—24); seine „Beobachtungen über die Stralenbre-chung" (Oldenburg 1807); seine „Beiträge zur Witterungskunde" (Leipzig IsL")
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