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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
288
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283 Boye Brahe

scher Romanzen („^ncient pnetr? und lomances ol Spam", London 18Mworin er besonders aus den, schon 1510 der Vergessenheit entrissenen anonymenRomanzen, welche den unter dem Volke waltenden poetischen Geist so treffend be-zeichnen, Vieles entlehnte und Manches mittheilte, was sein ausgezeichneter Vorgän-ger Lockhart in seinen„^ncient spimiZÜ baRicks" übersehen hatte. Nach einerziem-lich langen Pause gab B. polnische Dichterproben („8peciinens ot'tde polisll poetz"London 1827) heraus, und bald nachher eine Auswahl serbischer Volkslieder („8e/.Vinn popui-rr zpoet^", London 1827), die er nach Wuck und deutschen Nachbildungenbearbeitet hat. Seine Übersetzungen ungarischerGedichte(„?oeti^ nt'tKeARg^rs",London 1830) enthalten unter mehren Proben aus neuern Dichtern auch ver-schiedene jener Dichtungen in antiken Sylbenmaßen, in deren Nachbildung dieungarische Sprache so glücklich ist, die aber B. in seiner Sprache zu versuchen nichthätte wagen sollen. Sein neuestes Werk ist eine Sammlung böhmischer Liederund Balladen („(Aestünn emtiloIoF/h London 1832) und in Verbindung mitBorrow wird er nächstens eine Übersetzung skandinavischer Lieder geben. Im All-gemeinen sind B.'s Übersetzungen, ohne daß er sich sirenge an den Rhythmus unddie Wendungen seiner Originale bindet, treu und haben viel Freiheit der Bewe-gung. Durch Übung ist seine Gewandtheit gewachsen, und er hat sich immermehr von der Übersetzererbsünde entwöhnt, das Original durch Epithete und An-tithesen zu verschönern.

Boye (Johannes), geb. 1756, war unter Danemarks Schulmännern langevortheilhaft bekannt, bis er bei vorgerücktem Alter als Nector der Gelehrtenschulezu Fridericia in Jütland seinen Abschied nahm. Er lebte seitdem mit dem Titel ei-nes Professors, sich den Wissenschaften und schriftstellerischen Arbeiten widmend,in Kopenhagen, wo er 1830 starb. Schon während seiner beschwerlichen Lauf-bahn als praktischer Schulmann war er mit literarischen Arbeiten eifrig beschäftigt.Er war ein Gegner der Kant'schen Schule und versuchte in einem seiner bekannte-sten Werke eine Darstellung und Widerlegung des Systems der kritischen Philoso,phie. Die wichtigsten seiner Schriften sind philosophischen und staatswirthschafl-lichen Inhalts. Viel Aufsehen erregte sein Werk: „Statens Ven" (Der Freund dcSStaats), das ihm großen Beifall verschaffte, aber auch viel Tadel zuzog. In die-ser aus drei Theilen bestehenden Schrift (Kopenhagen 1793 —1814) spricht erüber die Glückseligkeit des Menschen, über den Ursprung des Rechts und deSStaats, über Gewerbe, Bevölkerung und Reichthum. Auch über Beredtsamkeitund Dichtkunst, über die Mythologie und deren Anwendung in der neuern Poesieund über die Musik hat er Interessantes geschrieben, und seine 1816 erschieneneAbhandlung über Geschichtschreibung ist lehrreich. Seine letzte Arbeit: „Uber dieEntdeckung, die Fortschritte und die künftige Bedeutung Amerikas in Hinsichtauf die europäischen Völker und Staaten", hinterließ er unvollendet. (4)

Brahe (Magnus, Graf) ist das Haupt eines uralten Geschlechts, dasdem schwedischen Throne mehre Fürsten gegeben hat, die heilige Brigitta unter ih-ren Ahnen zählt und in der Adelsmatrikel obenan steht, seit dem großen Pehr Braheaber, der unter Christinas Regierung den Wohlstand Finnlands schuf und dortmehre Städte gründete, keine besonders bedeutenden Männer hervorgebracht hat.Der Großvater des Grafen Magnus ward in Folge einer Verschwörung, die demKönige eine erweiterte Macht verschassen wollte, 1756 auf Befehl der Reichsständeenthauptet. Dem Vater desselben näherte sich Karl Johann, sobald er nachSchweden kam, mit freundschaftlichem Wohlwollen, aber anfangs vielleicht inder Absicht, die Nation durch Auszeichnung ihrer ersten Familie zu ehrenderselbst aber, geboren 1790, war von früher Jugend an ein Günstling des Königsund ist jetzt erster Adjutant desselben, Reichsmarschall, Oberhofstallmcister, Gene-rallleutenant, Generaladjutant der Armee, Chef des Generalstabes, zweiter Chef der