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Bourmont
er zwei historische Einleitungen. B. erhielt 1821 den Ruf zu der, durch Meusel'sT od erledigten Professur der Geschichte und Literatur an der Universität Erlangen.Er zog mit vielen Hoffnungen der neuen Heimath zu; er glaubte kräftig in daskräftige wissenschaftliche Emporstreben Baierns mit eingreifen zu können, undsah aus andern Beispielen, daß redliches Wirken vom Staate nicht zu späte Aner-kennung erhielt. Die Ausarbeitung ganz neuer Vortrage, besonders im Fache derallgemeinen und bairischen Geschichte und Statistik, einige lateinische Druckschrif-ten zum Eintritt in den Senat und die Facultät, bald auch freiwillige Übernahmemehrer Ämter beim Polizei-, Witwencassen- und Verwaltungsrathscollegiummachten ihn bald heimisch. Schon 1822 erhielt er die zweite Stelle an der Univer-sitätsbibliothek. Bereits Mitglied mehrer gelehrten Gesellschaften, trat er auch zuder frankfurter Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde, von deren wichtigerAufgabe eine seiner kleinen Schriften: „De opero, llistorias Eermomoe recen-tissiine nuvuw" (Erlangen 1821) handelte, und für welche er einen lateinischenCodex der erlanger Bibliothek verglich. Dem hin und wieder bemerkten Mangel anVorken ntnissen glaubte er durch mehre, einen ausgewählten historischen Stoff mitlebendiger Darstellung und Wohlfeilheit des Preises verbindende Bücher, wie seine„Allgemeine Geschichte für Schule und Haus" (Erlangen, dritte Aufl. 1827) undseine „Deutsche Geschichte" (Erlangen, fünfteAufl.1832) abhelfen zu können. Seinepolitischen Überzeugungen sind die, welche die Geschichte selbst gewährt, also keinemExtreme entsprechend; seine moralische hat er am Schlüsse seiner deutschen Ge-schichte ausgesprochen. Einige Jahre beschäftigte ihn außer seinen Amtsarbeiten die„Geschichte des Kurstaates und Königreiches Sachsen", die als eins Abtheilung dervon Heeren und Ukert herausgegebenen „Europäischen Staatengeschichte" (Ham-burg 1830 — 31) in 2 Bänden erschien; ein Werk fleißiger Forschung. Die Ar-beit, welcher er sich jetzt widmet, soll die Geschichte Baierns, nicht blos in der bisheri-gen Beschränkung auf Altbaiern, sondern in weiterer Ausdehnung auf die frühereM)einpfalz und auf die spätem Erwerbungen in Franken, Rheinbaicm u. s. w., dar-stellen. Vielleicht kann der Verf. dadurch mitwirken, in Nachweifung alter wechsel-seitiger Bande jene Mistöne beschwichtigen zu helfen, welche mitunter zwischenden Alt- und Neubeuern vernommen werden. Dem verstorbenen König hat er inden „Denkmälern verdienstvoller Deutschen" und umfassender in den „Zeitgenos-sen" (dritte Reihe, Nr. V), zum Theil aus nicht Jedem zugänglichen Nachrichten,ein würdiges Andenken gesetzt, treu und wahr, ohne jene Lobesübertreibungen, diealle Geschichte und Schilderer wie Geschildertes selbst verdächtigen könnten.
Bourmont (Louis Auguste Victor de Ghaisne, Graf v.), Karls X.Kriegsminister, Exmarschall von Frankreich, der Eroberer Algiers, war geboren1773 auf dem Schlosse Bourmont in Anjou. Als Offizier bei den französischenGarden wanderte er aus und trat in die Armee des Prinzen Conde. Dieser gab ihmden geheimen Auftrag, einen Aufstand in den westlichen Departements vorzuberei-ten, nach dessen Vollziehung kehrte er zu dem Prinzen zurück und blieb in bestennaher Umgebung bis Ende Octobers 1793, wo er sich in das Hauptquartier desHerrn von Scepeaux begab, welcher eine Abtheilung des Jnsurgentenheeres in derVendee befehligte. Hier wurde B. zum Generalwachtmeister der Armee undzum Mitglieds des hohen Jnsurgentenrathes in der Provinz Maine ernannt. JwDecember 1793 sandte ihn der Vicomte de Scepeaux nach England, um die Ab-sendung der versprochenen Unterstützungen bei dem englischen Ministeriums be-treiben. Er richtete wenig aus; doch hatte er das Glück, in dem Schlosse Ho-Zyrood zu Edinburg, dem damaligen Wohnsitze des Grafen von Actois, eineüberaus günstige Aufnahme zu finden. Dem Prinzen gefiel V. >o sehr, da?er ihn, was sonst nur ein königliches Vorrecht war, durch die feierliche Umarmunz(Accolade) zum Ritter des heiligen Ludwig erhob und ihm zugleich das Recht cr-
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