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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
281
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Böttiger ' 2LI

später der bekannte Ausbruch eknes maßlosen Hasses gegen diesen hervorging, inVerbindung gesetzt. B. wurde im Herbste 1826 plötzlich in das Ministerium alsMitglied mit beratender Stimme und zugleich in das Cabinet berufen, dessenbisheriger unschädlicher Wirkungskreis von nun an eine unheilvolle Ausdehnungerhielt, auch einige Zeit darauf zum Staatsrath ernannt. In welchem Umfangeer von diesem Zeitpunkte an Einfluß auf den Gang der öffentlichen Angelegenhei-ten im Heczogthume Vcaunschweig ausgeübt habe, ist zwar nicht genau nachzu-weisen, doch ist dieser Einfluß im Allgemeinen jedenfalls gewiß ein verderblichergewesen. B. war dem Herzoge Alles, was dieser von einem Diener verlangte, un-terwürfig, unbedingt willfährig, und gab er auch, wie Einige, die ihm naher ge-standen, glauben wollen, nicht gerade den Impuls zum Bösen, so war er doch zuschwach, es zu hindern, und wirkte so, verbunden mit seiner Unfähigkeit als prakti-scher Geschäftsmann, negativ zum Unheil, was in einer Stellung, wie der seini-gcn, einem selbständigen, Handeln in derselben Beziehung fast gleichsteht. Die öf-fentliche Stimmung, die nie ganz trügt, hat hierin einmüthig gegen ihn entschie-den. Seit der Umwälzung im September 1836 ist er pensionnirt und lebt wiefrüher seinen Wissenschaften. Als Schriftsteller ist B. mehr talentvoller Com-pilator und Verarbeiter gegebener Stoffe als selbstschaffender Geist, am meistennoch in seiner Sphäre, wenn er sich auf einen allgemeinen Standpunkt der Be-trachtung erhebt, und dann nicht ohne Ideen. Seine bekanntern Schriften, außerden bereits angeführten und vielen in Zeitschriften zerstreuten Aussätzen, sind:„Übersicht der französischen Staatswirthschaft bis zum Finanzplane von 1866"(2 Bde., Braunschweig 1867) ; „Uscziüsse >Ue ür stntistchue generelle et zmrti-culiere dir ro ^aume de VVesss,ir-die" (Braunschweig 1868); „Lssni surl 'Iristoirsde I'economie ziolitchne des penples modernes" (Leipzig 1818); „Darstellungdes staatswirthschaftlichen Auslandes in den deutschen Bundesstaaten auf seinengeschichtlichen Grundlagen" (Braunschweig 1826); „Geschichte Frankreichs, be-sonders der dortigen Geistesentwickelung, von der Einwanderung der Griechen biszum Tode Ludwigs XV." (Leipzig 1829).

Böttiger (Karl Wilhelm), wurde seinem Vater Karl August Böt-tiger am 15. Aug. 1796 zu Budissin geboren, dann in Weimar erzogen, von1804 — 8 auf dem Gymnasium in Gotha zur Universität vorbereitet und1811, nach feinen in Leipzig gemachten theologischen Studien, in Dresdenexaminirt. Nachdem er 1812 die philosophische Doctorwürde erworben, ginger nach Wien, wo der ehemalige sächsische Gesandte, Graf von Schönfeld, dieFührung seines jüngern Sohnes ihm übertrug; zugleich aber ward er durch diedenkwürdige Zeit selbst, durch einige Bekannte und die Schatze der Hofbiblio-thek für das Studium der Geschichte gewonnen. Der wiener Eongreß ge»wahrte neuen Antrieb. Er ging im Herbste 1815 auf ein Jahr nach Göttingen,theils um Heeren's Vorträge, theils um für das Studium besonders der deutschenGeschichte die dortige Bibliothek zu benutzen. Heinrich der Löwe war schon inGöttingen, wie auf Reisen nach Braunschweig und Hanover, Gegenstand seinerNachforschungen und einer lateinischen Abhandlung, durch welche er sich 1817 zuLeipzig habilitirte, worauf später seine größere, mit verdientem Beifall aufgenom-mene Biographie dieses berühmten Welsen (Hanover.1819) folgte. Als Privat-docent und seit 1819 als außerordentlicher Professor in Leipzig, hielt er Vorlesun-gen über sächsische und deutsche Geschichte. Er wurde Mitarbeiter an den leip-ziger und hallischen Literaturzeitungen, an Beck's „Repertorium", an Ersch undGruber's„Encyklopädie",am„Conversations-Lexikon", an den „Blättern für litera-rhche Unterhaltung", am „Hermes", und lieferte in Rochlitz's „Mittheilungen"und der „Urania" Schilderungen des Herzogs Heinrich, des Kurfürsten Moritzund der letzten Altthüringer. Zu den „Briefen von Joseph II." (Leipzig 1822) schrieb