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Erster Band (1832) A bis E
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Ben;.-! - Sternau

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wandten sich vermahlt, als sie geheime Unterhandlungen mit ihm anknüpfte, welcheB. dem Interesse seines Landes feindselig erachtete. Die Spannung stieg 1811so hoch, daß die Königin die Räumung der Insel foderte, worauf B. nach Englandzurückkehrte, um neue Verhaltungsbesehle zu holen. Die englische Negierung, die derKönigin die Absicht vorwarf, sich mit Frankreich zu verbinden, und die britische Kriegs-macht in der Mitte eines aufgereizten Volkes sichern wollte, faßte den Entschluß, dieVerwaltung des Landes ganz in ihre Hand zu nehmen. B. führte nach seinerRückkehr (1812) eine der englischen Verfassung nachgebildete Constitution ein,welche, nach dem Grundsatze der Trennung der vollziehenden und gesetzgebenden Ge-walt, zwei Kammern anordnete, allen Staatsbürgern Rechtsgleichheit und per-sönliche Freiheit sicherte, das Lehnsystem aufhob und Preßfreiheit einführte. *)Erbittert über diesen Schritt, verließ die Königin Palermo, und der König über-gab die Regierung seinem ältesten Sohne. Der schon damals erhobene Zweifel,ob die unwissenden, an lange Unterdrückung gewöhnten Inselbewohner die Wohl-thaten einer solchen Verfassung fühlen und genießen könnten, wurde durch dieGleichgültigkeit gerechtfertigt, womit sie die Aufhebung derselben betrachteten, alsder König 1814 die Regierung wieder übernahm. Bald nach den Ereignissen,welche die Niederlage Napoleons in Deutschland herbeiführten, erschien Lord B.,als Oberbefehlshaber der britischen Kriegsmacht im mittelländischen Meere, inLivorno und erließ (März 1814) einen Aufruf an die Italiener, das fremdeJoch abzuwerfen, indem er auf die durch Englands Mitwirkung in Spanienwiederhergestellte Unabhängigkeit und bürgerliche Freiheit hindeutete. Daraufrückte er mit einem Heerhaufen von Engländern und Italienern vor Genua, wodie französische Besatzung sich ergab. B.'s Bekanntmachung versprach die Wie-derherstellung der alten Verfassung der Republik, und er sagte in seinem Berichtan Lord Castlereagh, daß der einmüthige Wunsch der Genueser für die Erneuerungihrer alten Staatseinrichtungen und gegen die Vereinigung mitPiemont sicherklärthabe. Der Congreß zu Wien aber gab seine Entscheidung, und Castlereagh befahldem General Dalrymple, Genua dem Könige von Sardinien zu überliefern.Spater war B. als Gesandter in Rom und wurde nach seiner Rückkehr zum Par-lamentsmitglieds gewählt. Die Erfahrungen, die er bei seinem frühern Aufenthaltein Indien eingesammelt hatte, und seine ausgezeichneten persönlichen Eigenschaf-ten empfahlen ihn vor vielen Andern zu der wichtigen Stelle eines Generalgouver-neurs, wozu er 1827 kurz vor Canning's Tode ernannt wurde. Eine seiner erstenMaßregeln war das Verbot der Verbrennung der Witwen, die zur Schande derostindischen Compagnie so lange fortgedauert hatte, und selbst von den Brammenin Benares wurde diese Verfügung günstig aufgenommen. Wichtiger für diekünftigen Verhältnisse der britischen Ansiedler in Indien war die den Europäerngewährte Erlaubniß, in Bengalen Ländereien zum Anbau und zur Anlegung vonFabriken zu pachten, was früher nur auf ein Jahr gestattet war. Die Gouver-neurs anderer Provinzen haben dieses Beispiel befolgt. Diese Maßregeln werden,zumal wenn bei der bevorstehenden Erlöschung des Privilegiums der ostindischenCompagnie andere Verhältnisse eintreten, wesentlich dazu beitragen, die Lage dernicht zu den Untergebenen der Compagnie gehörenden Europäer zu verbessern, dieseither des Schutzes der Gesetze entbehrten und unter dem Drucke der eifersüchtigenund eigennützigen Machthaber lebten.

*Benzel-Sternau (Karl Christian, Graf von). Dieser ehrenwertheVeteran der deutschen Literatur lebt, nach einer in rühmlicher Thätigkeit zurückge-legten Vergangenheit, in stiller Zurückgezogenheit, theils auf seinem Landsitze zuEmerichshofen bei Aschassenburg, theils am Zürichersee. Zeit und wechselndes Ge-

") Siehe „Europäische Constitutionen", Bd. Z, S. 64Z fg.

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