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aus eignen Mitteln bezahlen mußte. B. wurde krank, und als sein Zustand sich vonTage zu Tage verschlimmerte, wurde der Offizier, der ihn besuchte, fo besorgt,baß er den Stabsarzt herbeirufen ließ, nach dessen Ausspruche für den Krankennichts zu hoffen war, wenn er nicht ins Hospital gebracht würde. Als manBericht erstattete, lautete die Antwort: „Er bleibt da." Schien dies ein Todes-urtheil zu sein, so hatte doch B.'s Stunde noch nicht geschlagen; er erhielt nachund nach seine Besinnung wieder und genas. Nach zwei Monaten kam man zurNachtzeit in sein Gefängniß, hieß ihn von seinem Lager ausstehen, zog ihm die ver-schimmelten und vermoderten Kleider an, die er beim Eintritt in seinen Kerker ab-gelegt hatte, und setzte ihn auf einen Wagen, mit einem Gensdarmen, der imGalopp durch die Vtraßen von Warschau fahren ließ. B. war überzeugt, daßman ihn nach Sibirien oder in ein noch schrecklicheres Gefangniß bringen wollte,um ihn nie wieder an das Tageslicht kommen zu lassen; aber nach einiger Zeithielt man in dem elenden Stadtchen Kock an, wo er unter die Aussicht eines Artil-lerieobersten, der dort in Besatzung lag, gestellt wurde, mit dem Befehl, ihmallen Umgang abzuschneiden und alle an ihn gerichteten Briefe zu öffnen. Er be-nutzte aber, um für seine persönliche Sicherheit zu sorgen, die Bestürzung, die sichnach dem Tode Alexanders zeigte, und foderte seinen Abschied. Sobald er sein Ver-langen gewahrt sah, eilte er mit einem schmerzlichen Andenken an die Vergangen-heit, mit dem Wunsche, einst die Ketten seines Vaterlandes zerbrechen zu helfen,nach Lemberg, wo sein Oheim als Kanonikus lebte. Er beschäftigte sich wahrendder Zeit seiner Auswanderung unter andern mit einem in polnischer Sprache ge-schriebenen ausführlichen Werke über die Dampfmaschine („0 mncllinildi pm-o-wycll"), das aus drei Theilen mit Abbildungen bestehen sollte, und dessen ersterTheil 1830 in Lemberg erschien. Der zweite Theil war bereits zur Halste abge-bruckt, als die Ereignisse in seinem Vaterlande ihn von seinen friedlichen Beschäf-tigungen abriefen. Die Revolution in Warschau war ausgebrochen und hatteder Welt gezeigt, daß ein gekränktes Volk weder seine Zeit noch seine Mittel berech-net. B. eilte nach Polen, ward als Major angestellt, und erhielt den Befehlüber die Batterie der reitenden Gardeartillerie, die er mit glücklichem Erfolg inmehren Gefechten anführte. Nach dem Tressen bei Iganie ward er zum Oberst-lieutenant befördert. Er stand in diesen Gefechte mit 12 leichten und 4 schwerenGeschützen gegen 40 Stücke, meist von schwerem Kaliber, und trug durch schnelleBewegungen und wohl unterhaltenes Feuer zu dem glücklichen Ausgange des blu-tigen Kampfes bei, wo 8000 Polen einen Heerhaufen von 20,000 Mann gänz-lich schlugen. In dem Gefechte bei Ostrozka kam er mit seiner Batterie im Galoppaus der Linie der feindlichen Tirailleurs an, empfing mit Kartätschenfeuer die überdm Narew gegangenen Abtheilungen, die er aufhielt, und obgleich die ganzerussische Artillerie von beinahe 80 Geschützen ihr Feuer auf die vorgerückte Bat-terie richtete, und ein Dritttheil des Fußvolkes, der Reiterei und des Geschützes andem Kampfe nicht mehr Theil nehmen konnte, so hatten doch die Anstrengungender Polen ihren Erfolg; sie behaupteten das Schlachtfeld, und die Russen gingenm der Nacht auf das andere Ufer des Narew zurück. B. wurde nach dem Ge-fechte zum Obersten befördert, und erhielt bald nachher den Oberbefehl über die ge-summte im Dienste befindliche Artillerie. Es war seine erste Sorge, unterrichtetenjungen Leuten, die sich mit Eifer dem Kriegsdienste widmen wollten, die Hand zubieten, und es wurde beschlossen, daß jeder Unteroffizier oder Gemeine, der durchZeugnisse oder das Ergebniß einer Prüfung darthun könnte, daß er sich dienöthigen physikalisch-mathematischen Kenntnisse erworben habe, nach der erstenSchlacht, worin er Beweise seines Muthes gegeben, Anspruch auf eine Offi-Mstelle machen dürste. Dies hatte sehr gute Folgen, und alle kenntnißreichen jun-gen Manner, selbst viele Professoren, welche das Kriegshandwerk ergriffen hatten.