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wollüstigen, meist ganzlich gedankenlosen Kunst des Maestro von Pesaro zu eineredlern, gereinigten Schule zu bilden. In seinen Arbeiten ist eine nicht so glan-zende, aber gründlichere Modulation und ein viel natürlicherer Fluß, ebenso einenicht so blendende und betäubende, aber durch Mäßigung und besonnenere Anwen-dung der Orchestermittel auf die Dauer viel wohlthucndere Instrumentation zufinden. Freilich schleppt er noch viel Rossini'sche Schlacken mit sich, allein es mußauch noch einige Zeit dauern, ehe das schöne italienische Metall der Kunst bis zumreinen Silberblick wieder geläutert wird. Bis jetzt kann man jedoch nur ein Stre-ben, der Verworrenheit zu entrinnen, darin erkennen, und es scheinen Kunst undPolitik dieses Landes darin ziemlich auf einer Stufe zu stehen, B. aber der Vertre-ter der Kunstrichtung zum bessern zu sein. Nächst dem hat er noch fol-gende Opern geschrieben, die auf vielen italienischen Theatern, zum Thcil aber auchm Frankreich und Deutschland mit Beifall gegeben worden sind : „Li-unR-t e Ipcw-raull»", stemÜLra" (in Berlin unter d. Titel: „Die Unbekannte", im Februar1832 zuerst gegeben), „(Iii Oapuleti e Zlontecclü" (Romeo und Julia). Im De-cember 1831 ist seine neueste Oper: „Marina" (Text nach einer französischenTragödie von Soumet), zu Mailand in der Scala, jedoch nur mit getheiltemErfolge gegeben worden, was jedoch wenig entscheidet, da in Italien mehr als ir-gendwo die äußern Nebenumfränse, d. h. Besetzung, Parteien für und wider unddcrgl. das Schicksal einer Oper bestimmen. (20)
Bem (Joseph), polnischer General, geb. 1795 zu Tarnow, stammt auseiner adeligen Familie, die seit 400 Jahren in der Gegend von Krakau und Lem-berg wohnt. Sein Vater, der früher die Rechtswissenschaft ausübte, zog später indie Woiwodschaft Krakau, wo er unweit Kielce ein Landgut besitzt. B. erhieltseine wissenschaftliche Bildung auf der Universität zu Krakau. Als 1809, nachBeendigung des Kriegs gegen Ostreich, die Stadt Krakau mit dem HerzogthumWarschau vereinigt wurde, wollte B., obgleich erst 14 Jahre alt, in das Ar-tilleriecorps treten, das in die Stadt verlegt ward, und sein Vater, der dieseNeigung nicht bezwingen konnte, brachte ihn nach Warschau, um ihn in dasEadettencorps aufnehmen zu lassen. Der französische General Pelletier, vonNapoleon als Befehlshaber des Artillerie - und Jngenieurcorps im Herzog-tum Warschau angestellt, hatte in der Hauptstadt eine schule für Artille-rie- und Jngenieurwissenschaften eingerichtet, die Jedem offen stand, und jährlich12 Zöglinge aufnahm, welche die Prüfung in der Mathematik bestanden hatten.Die Ausgezeichneten konnten bei dem Austritte aus der Anstalt die Waffe wählen,die ihnen gefiel, und die Leichtigkeit, sich durch eifriges Studium unter so vortheil-hasten Umständen den Weg zu Ofsizierstellen zu bahnen, spornte die jungen Leutezum Fleiße an. B., der sich bereits viel mit den mathematischen Wissenschaftenbeschäftigt hatte, wurde im März 1810 in die Anstalt aufgenommen, und wähltebei seinem Austritte die reitende Artillerie, die seinem aufgeweckten Geiste am mei-sten zusagte. Beim Ausbruche des russischen Krieges machte er anfänglich alsLieutenant unter der H^erabtheilung des Marschalls Davoust den Feldzug mit,bis er später unter Macdonald kam. Als dieser nach dem unglücklichen Aus-gange des Feldzugs sich mit seiner Heerabtheilunz nach Danzig warf, war B.unter Denjenigen, welche diese Festung 13 Monate lang mit seltener Aus-dauer vertheidigten. Die Russen verletzten die mit dem General Napp abgeschlos-sene Capitulation, nach welcher den Franzosen und Polen der Abzug nach Frank-reich gestartet sein sollte, und B. wurde, wie alle seine Landsleute, nach Polen zu-rückgeschickt, wo er bis 1815 bei seinem Vater auf dem Lande blieb. Bei derneuen Einrichtung des polnischen Heeres, die zu jener Zeit begann, stellte er sichmit Andern in die Reihen der Vaterlandsvcrtheidiger, obgleich es ihm nicht gefiel,daß der Großfürst Konstantin als Oberbefehlshaber der polnischen Armee Alles auf