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land, dem Interesse beider Lander und Europas angemessen sei. Jene Erklärungdes Prinzen missiel im Haag, und der Commandant von Antwerpen weigerte sich,die Autorität des Prinzen anzuerkennen. Da nun auch der König am 24. Oer.proclamirte: Er werde Hinsort nur Holland und Luxemburg regieren, Belgkenaber sich selbst überlassen, bis die großen europäischen Mächte auf dem zu Londonzusammenberufenen Ministercongresse Belgiens künftiges Schicksal bestimmt ha-ben würden; einstweilen aber würden die Festungen Antwerpen, Mastricht undVenloo noch im Besitze der Holländer bleiben; alle Schritte des Prinzen von Ora-nien seien für ungültig erklärt, und nicht mehr seine, sondern die Befehle derCommandanten von Antwerpen und Mastricht seien zu befolgen, — so war derKrieg entschieden. Hierauf nahm der Prinz am 25. Oct. Abschied von Belgienund kehrte nach dem Haag zurück. Nun rückten belgische Truppen in Antwerpenein; sie brachen den mit dem Commandanten der Citadelle, GenerallieutenantChasse, geschlossenen Waffenstillstand, woraus derselbe (27. Oct.) das reiche Ant-werpen mit 300 Feuerschlünden 7 Stunden lang beschoß. Der durch das Bom-bardement verursachte Brand soll sich auf die Einäscherung von 30 Häusern unddie Beschädigung von hundert andern beschrankt haben; doch verbrannten auchdas Zeug- und Lagerhaus und für mehre Millionen Fl. Waaren. Dieses Unglück,dessen Schuld beide Theile einander zuwälzten, führte eine neue Scheidewandauf, nicht nur zwischen Belgien und Holland, sondern auch zwischen Belgien unddem Prinzen von Oranien. Die ganze Handelswelt, von London bis Amerika, warentrüstet und foderte im Haag Entschädigung. Unterdessen war das Ansehen derGesetze in Belgien keinesweges hergestellt. In Hennegau und in Brügge sielenPlünderungen, Brandstiftungen und Mordthaten vor; in Löwen ward der ge-fangene holländische Major Gaillard am Fuße des Fceiheitsbaumes unter schänd-lichen Martern umgebracht. Auch der tapfere Vertheidiger Brüssels, Juan vanHalen, welchen die einflußreichen Pfaffen verfolgten, wurde zu Möns verhaftet,und entging kaum der Wuth des Volks. Die Untersuchung siel zu seinen Gunstenaus; allein er blieb vom Dienst ausgeschlossen; Potter's Einfluß sing ebenfalls anzu sinken. Sein Plan, eine Demokratie aufzurichten, mislang. Die mit ihm ver-bundene Propaganda in Paris vermochte nichts gegen das Friedenssyftem der fran-zösischen Regierung und das von der londoner Conferen; festgehaltene monarchi-sche Princip. Auch widersprachen die vier Großmächte jeder Vereinigung Belgiensmit Frankreich. Der Adel, die reichen Grundbesitzer und Kaufleute, welche diedrückende Pöbelherrschaft der Clubs verabscheuten, und vor allen der Klerus wa-ren für eine constitutionnelle Monarchie und eine Repräsentation in zwei Kam-mern. Der von de Potter im Namen des belgischen Volkes am 9. Nov. installirteronstituirende Nationalcongreß versammelte sich am 10. November, und am 18.Nov. proclamirte er, unter dem Vorsitze des ebenso reichen als gemäßigtenSurlet de Chokier, unter Vorbehalt der Beziehung Luxemburgs zum deutschenBunde, mit 188 Stimmen einmüthig die Unabhängigkeit Belgiens; hierauf am22. Nov. mit 174 Stimmen gegen 13 (darunter 3 Deputirte aus Verviers) diemonarchische Verfassung *), und am 24. Nov., ohne Rücksicht auf das londonerProtokoll vom 17. desselben Monats, in welchem die Nichtausschließung der Glie-der des nassauischen Hauses von der Wahl eines künftigen belgischen Staatsober-hauptes ausdrücklich verlangt wurde, die Ausschließung des Hauses Nassau vombelgischen Throne mit 161 gegen 28 Stimmen, ungeachtet selbst die französischeNegierung dem Congresse auf das dringendste von diesem Schritte abgerathenhatte. Für die Ausschließung des Hauses Oranien, zu dessen Gunsten sich Stim-
*) Robaulx's Vorschlag, dagegen an das Volk zu appelliren, erregte allgemeinenUnwillen. Nur 36 Mitglieder waren für eine einzige Kammer.