Belgien
Volk machte mit dem Pöbel in den Städten gemeinschaftliche Sache, die Bürger-'>!, ^e unterlag, die bisherige Regierung ward am 2t). Sept. abgesetzt, der soge-^ . nannte Centralverein, geleitet von den Clubisten Ducpetiaux, Rogier (ein lut-sZ' ^ ticher Advokat, Chef der nach Brägel gekommenen lütticher Garden) und Andern,ich?! errichtete eine Volksregierung, an deren Spitze de Potter (welcher sich noch in Parisbefand) und de Stassart *) stehen sollten, welchen van Meenen, Gendebien,!? Raikem, Graf d'Oultremont, Felix von Merode und van de Weyer als Mitglie-b-! der beigegeben wurden. So erhoben sich gemeinschaftlich die französische und dierepublikanische Partei, vereinigt mit den Ultramontanen, um die protestantischeRegierung und die Monarchie zu stürzen. Es scheint, daß die Clubisten plan-«lNi^ 'Mb. ^ . . . » . , .. ... , ... .....
! ' mäßig, das bewaffnete und in Legionen abgetheilte Volk aber aus leidenschaftlicherErbitterung, durch Angriffe (besonders am 20. Sept.) auf die Vorposten der kö-niglichen Truppen, die unter dem Befehle des Prinzen Friedrich zu Antwerpenstanden, einen förmlichen Bruch mit dem Hause Nassau beabsichtigt haben. Da-gegen hatte schon längst derjenige Theil der Bevölkerung,'welcher nichts als dieTrennung der Verwaltung wollte, für sein Eigenthum und die Sicherheit desGanzen Alles befürchten müssen; die Macht war den bisherigen Führern der Op-Position entrissen, und ein anarchischer Zustand drohte aus den wilden und heftigenBeschlüssen des Clubs der Demagogen hervorzugehen und sich von Brüssel! aus über das reiche und blühende Südniederland zu verbreiten. Um aus dieser Ge-fahr sich zu retten, luden angesehene Bürger den Prinzen Friedrich ein, zum^. Schutze der Stadt, wo eine geringe Zahl unruhiger Köpfe und meist Fremde dieöffentliche Ruhe störten, mit seinen Truppen einzuziehen. Auch im Haag batendie für sich und ihr Eigenthum fürchtenden belgischen Abgeordneten, geängstigtdurch die Nachrichten aus Brüssel, den König um Hülfe; sie versicherten, desBeistandes der großen Mehrzahl gewiß zu sein, weil jeder Rechtliche und Wohlha-bende der Anarchie ein Ende gemacht zu sehen wünsche. Als nun Prinz Friedrichdasselbe von einer Deputation aus Brüssel, die bei ihm erschienen sei, nach demHaag berichtete, so sprach der König, welcher bisher so wenig als der Prinz vonOranien eine bewaffnete Einmischung gewollt hatte, das verhängnißvolle Jaaus.") In diesem Sinne erließ nun Prinz Friedrich aus seinem Hauptquar-tiere zu Antwerpen eine Proklamation vom 21. Sevt. an die Einwohner vonBrüssel. In dieser sagte er u. A.: „Die Nationaltruppen werden in eureMauern einziehen im Namen der Gesetze und auf das Gesuch der wohlgesinn-testen Bürger, um ihnen Beistand und Schirm zu verleihen Ein edelmü-
thiges Vergessen soll die Vergehungen und unregelmäßigen Schritte bedecken,welche die Umstände erzeugt haben. Die Hauptanstifter der Umtriebe, welche zuverbrecherisch sind, um die Nachficht der Strenge der Gesetze erwarten zu dürfen;ch die Fremden, welche die Gastfreundschaft gemisbraucht haben, um Unordnung in
D eurer Mitte anzuschüren, sollen allein vor Gericht gezogen werden Die Be-
wassneten, die nicht zur Stadt gehören, sollen unbewaffnet nach ihren Wohn-sl» orten zurückkehren Die von einem Theile der städtischen Garde als Unter-scheidungszeichen angenommenen Farben sollen abgelegt werden Allem Wider-stände soll durch Waffengewalt gesteuert werden." Diese Proklamation wurde dieLosung zum Kampfe. Französische Militairs und das Beispiel des pariser Ju-liussieges, das Vertrauen auf die Barrikaden und den Eiser der bewaffneten Hau-fen, vorzüglich aber die Gefahr, in welcher die von der Amnestie ausgenommenenVolksführer schwebten, die jetzt gerade alle Gewalt in Händen hatten, sowie die
H Baron von Stassart, der Deputirte von Namur, war, als er sich zu denGeneralstaaten begeben wollte, von dem Pöbel in Rotterdam insultirt worden.
") Graf de Celles, einer von den Chefs der Revolution, soll dem Könige dieseZusicherung abgedrungen haben.