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Erster Band (1832) A bis E
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Belgien

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.Iilst

gen, die gewissermaßen „mit der Pistole auf der Brust" vorgetragen würden, könneer nicht willigen, ohne seine Würde zu vergessen und seine Pflicht, über so wichtigeGegenstande vorher die Generalstaaten zu hören; doch wolle er die Fragen in nä-here Erwägung ziehen. Die Regierung hatte inzwischen Truppen gegen Brüs-selvorrücken lassen, an deren Sp'tze die Söhne des Königs, der Prinz von Oranienund Prinz Friedrich, standen. Der Prinz von Oranien lud den Chef der brüsselecBürgergarde, Baron van Hoogvorst, nach dem Schlosse Laeken ein, um sich mitihm zu berathen. Dieser begab sich nebst einer Deputation am 31. Aug. dahinund bat die Prinzen, sich mit ihnen und ohne Escorte nach Brüssel zu begeben.Das Verlangen der Prinzen aber, vorher die nicht gesetzlichen Fahnen und Cocar-den abzulegen, erregte in Brüssel so viel Unmuth, daß das Volk die Thore undHauptstraßen barrikadirte. Eine zweite Deputation, sowie der Rath des MinistersGobbelschroy, bewirkte jedoch, daß der Prinz von Oranien an der Spitze seinesGmeralstabes in die Stadt einzuziehen versprach. Die Deputirten verbürgten sichfür die Sicherheit seiner Person, und die Bürgergarde zog dem Prinzen entgegen.Der Einzug erfolgte am 1. Sept. Der Prinz begab sich, von Gefahren umgeben,durch das Geschrei des tobenden Volks genöthigt, zuerst nach dem Stadthause,dann auf Umwegen nach seinem Palaste, wo er durch eine Proklamation den Be-wohnern für die Wiederherstellung der Ruhe dankte und eine Commission für denfolgenden Tag berief, um sich mit ihr über die weitern Maßregeln zu berathen.Am folgenden Tage wurde die vom Könige der Deputation im Haag gegebeneAntwort in Brüssel mittels Anschlags bekannt gemacht; hierüber gerieth aber dasVolk in solche Aufregung, daß es den Anschlag verbrannte; die Chefs konnten das-selbe nur mit Mühe von einem Angriffe auf den Palast, wo der Prinz sich befand,abhalten. Die Verhandlung des Prinzen mit der brüsselec Commission, derenVorstand der Herzog von Ursel war, und mit einer Deputation von Lüttich, führteendlich auf das Resultat, daß eine ganzliche administrative Trennung Belgiensvon Holland das einzige Mittel sei, die Ruhe herzustellen. Der Prinz versprach,diesen Wunsch dem Könige vorzutragen, wenn die Belgier alsdann der oranischenDynastie treu bleiben wollten, was die belgischen Deputirten mit Enthusiasmusversprachen. *) Er löste hierauf die Commission aus und begab sich nach demHaag. Die Truppen verließen Brüssel, und die belgische Fahne wehte auf denPalasten des Königs, der Prinzen und der Generalstaaten. Auch der Stadt Lüt-lich, wo die Arbeiter am 2. Sept. das Arsenal erstürmt und in einer Gewehrfabriksich der Waffen bemächtigt hatten, machte Prinz Friedrich bekannt, daß keine Trup-pen gegen sie marschiren sollten. Gleichzeitig erfolgte die Entlassung des Justiz-ministers van Maanen, der selbst darum angesucht hatte. Der Prinz von Ora-nien traf am 4. Sept. im Haag ein, wo man bereits wußte, daß auch die Bür-ger von Amsterdam den König bitten wollten, die Negierung der Nordniederlän-der von Belgien zu trennen. Indeß waren hierüber in manchen Städten Süd-niederlands, namentlich in Antwerpen und Gent, die Stimmen getheilt. Ant-werpen und Gent erließen am 8. Sept. Adressen an den König gegen die Tren-nung. Schon am 28. Aug. sprach sich die Meinung Antwerpens, d. h. des Han-delsstandes und der aufgeklärten Bürger daselbst, ganz entschieden aus. „Wir ha-ben", sagten die Bewohner dieser Stadt, „aus den Ereignissen in Brüssel, aus ih-ren traurigen Folgen und den Ausschweifungen, welche diese Bewegung beglei-tet haben, gesehen, daß nur die niedrigste Classe Theil daran genommen hat. Wirwollen eine Opposition, die für die Gesetze und die Freiheit stimmt, aber mit Abscheustoßen wir die Menschen zurück, welche mit der Brandfackel in der Hand das Wort

*) Siehe die Proklamation der Deputirten der Kcneralstaaten, Brüssel den Z.Sept., und die Adresse des Regentschaftsrarhes der Stadt Brussil an den Königvom 4. Sept.