198 Belgien
Fortschritte in der Civilisation fand, und erreichte am 25. Jul. den mit Franklinverabredeten Zusammenkunftsort, die Ehamissoinsel in Kotzebue's Sund. Währender hier verweilte, ohne eine Spur von Franklin zu finden, untersuchte er die ame-rikanische Küste bis beinahe zum 71". Bei dem Eisvorgebirge sah er ein ganz of-fenes Meer, aber so lockend die Versuchung war, weiter zu segeln, so verboten esihm doch die erhaltenen Befehle, sich nicht der Gefahr auszusetzen, vom Eise einge-schlossen zu werden. Er ließ jedoch sein Boot nordostwärts steuern, bis zu derLandspitze, die nach dem Secretaic der Admiralität den Namen Narrow erhielt,und unter 71" 23'N. B. liegt: der entfernteste nördliche Punkt des amerikani-schen Festlandes, den man bis jetzt kennt, nur 146 englische Meilen von dem äu-ßersten Punkte, den Franklin auf seiner Reise westwärts vom Mackenzieflusse er-reicht hat. Durch diese Untersuchungen wurde für die Kunde des Polarlandesein Küstenstrich von etwa 76 engl. Meilen gewonnen. B.'s Begleiter untersuchtendie in Kotzebue's Reiseberichte erwähnten Eisklippen in der Eschscholtzbai, und es ergabsich, daß dieselben aus gefrorenem, mit einer Eisrinde überzogenen Schlamm be-stehen, der viele Überreste von Elefanten und andern Vierfüßlern enthält. ImOct. trat B. die Rückreise an. Er brachte einen Theil der Wintermonate zu San-Francesco in Californien zu und segelte nach Macao und den Lutschuinseln, über de-ren Bewohner er schätzbare Nachrichten mittheilt, welche aber Halles undMacleod'sverschönernde Schilderungen berichtigen und unter andern die schon von Napoleonentscheidend für eine Erdichtung erklarte Angabe, daß sie weder Schutz- noch Trutz-waffen besaßen, allerdings sehr zweifelhaft machen. Kurz, er zerstört durch seineschlichten Thatsachen das ganze Zauberbild eines goldenen Zeitalters, das Hall sei-nen Lesern gezeigt hatte; er sagt uns, daß die Insulaner seit undenklichen ZeitenGeld gekannt haben, die vornehmen Mandarine, deren Milde gegen ihre Unterge-benen frühere Berichterstatter rühmten, die härtesten Züchtigungen mit Bambus-stöcken verhängen, und grausame Todesstrafen üblich sind. Im Jul. 1827 er-reichte B. wieder die Beringsstraße, konnte aber, wegen der frühern Anhäufungder Eisschollen, nicht so weit nordwärts steuern als ein Jahr früher, und die Erfah-rung bewies noch ein Mal, wie ungewiß und veränderlich der Zustand des Po-larmeeres ist, das in einem Jahre fast ganz offen erscheint und im nächsten demSeefahrer unübersteigliche Schranken entgegensetzt. Die Rückfahrt ging wieder längsder Westküste von Amerika, und im September 1828 landete B. in Portsmouth,nachdem er einen Weg von mehr als 76,666 englischen Meilen zurückgelegt hatte.Sein Reisebericht: „I^urrutive c>1 u to tüe?uciüc unck Lerüig's strait"
(London 1831, 4.), enthält im Anhange eine Abhandlung von Buckland über diean der Polarküste gefundenen fossilen Thierüberreste. Die von seinen Begleiterngesammelten Pflanzen haben Hooker und Arnott in einem besondern Werke(,/1'üe dotun^ vi 6upt. öeeclie/s vo^u^e") beschrieben, wovon 1831 der ersteTheil erschien.
Belgien seit 1836. Es gehört zu den seltsamsten Ereignissen unsersan ""gewöhnlichen Dingen so reichen Zeitalters, daß, während an der Weichsel eingemishandeltes Volk, das seine Natur und Heimath zu einem eigenthümlichenVolksleben vom Beginn unserer Völkergeschichte an berief, dieses mit heroischemMuthe von ihm mehrmals wiedererrungcne Volksleben, von Europa ungehört,abermals verlor, daß in derselben Zeit an den Niederungen der Maas und Scheldeeine verschiedenartige, von ihrer weisen Regierung in unverletzter Freiheit zumWohlstande und zur Bildung gesetzmäßig erhobene Bevölkerung, die nie ein beson-deres Stammvolk, und eine Landstrecke, die nie ein von der Natur eigenthümlichgestaltetes Land gewesen war, daß diese Bruchstückmasse von Volks- und Landes-theilen, selbst nachdem sie, was sie billigerweise wünschen durste, erlangt hatte, ohneAnspruch auf Würde, Mutb und Ruhm zu Häven, dennoch den Grundverträgen