Beauchamp
Becker
195
K'S
s'w'l
darauf ankommen wird, zeitgemäße Veränderungen einzuführen, so wird er gewißeiner der ersten Beförderer einer verbesserten Einrichtung des Bundes sein. (39)
Beauchamp (Alphonse de), Geschichtschreiber und Publicist, ein talent-voller Anhänger der Bourbons, ward 1767 in Monaco geboren, wo sein Vaterals Platzcommandant diente. In Paris erzogen, trat er dann selbst in sardknischeDienste, dankte aber beim Ausbruche des Krieges mit Frankreich ab, und kam alsVerdächtiger auf die Festung. Nach seiner Freilassung ging er nach Frankreich,wurde bei der pariser Polizei angestellt und verfaßte mit den Materialien, die ihmFouche darbot, seine „ttistoire de In Vendeo et des etrouanL", womit die kaiserlicheRegierung sehr unzufrieden war. Nach Rheims verbannt, zurückberufen und beider Einnahme der indirecten Abgaben angestellt, verlor er 1814 von Neuem seinAmt. Man behauptet, er habe damals im Briefwechsel mit Wellington gestanden,und früher schon mit der Familie Laroche-Jacquelin, deren Anhänglichkeit an dieBourbons bekannt ist. Die Restauration verschaffte ihm 1814 einen Orden und1829 eine Pension. Er schrieb lange Zeit für den,Moniteur", die „(ün^ette" unddie in bourbonischem Sinne von Michaud herausgegebene „IZioFrapIüe des stein-mes vivans". Seine Geschichtswerke sind höchst anziehend, tragen aber auf jederSeite das Gepräge des Parteigeistes. Nur in seiner „Listoire du Lresil" und inder „üiswire de In conyuete <1,1 ?erou" fand er weniger Gelegenheit, seine poli-tische Ansicht hervorleuchten zu lassen. Unter seinen übrigen Werken verdienen einebesondere Erwähnung die „Ilistoire de In eninpn^ne de 1814 et 1815"; die„Ilistoire de In revolution du Viemont", gegen de la Rosa (1833); „De 1a re-volntion d'Lspn^ne et de son 19 nout" (1833); „Vie de Ihorsts XVIII" (1835 )und seine Biographie vom General Moreau (1834). Seit der Revolution desJahres 1839 soll er im Solde der Karlisren stehen und für sie wirken, ohne daßdarum die jetzige Negierung aufhört, ihm seine Pension zu bezahler^MM (15)
Becker (Karl Ferdinand), wurde 1775 zu Liser, im vor DMgen Kurfür-stenthum Trier, geboren. Sein Vater zog einige Jahre später nach Neuhaus beiPaderborn, wo er ein kleines Gut gekaust hatte. Einen entschiedenen Einfluß aufB.'s Entwickelung und auf die Richtung seines Geistes hatte sein Oheim Ferdi-nand Becker, Domvicar und Archidiakonatcommissair zu Paderborn, welchersich sowol durch einen, bei Männern seines Standes damals nicht gewöhnlichen Reich-thum an mannichfaltigen Kenntnissen, als durch seine Verdienste um die Verbesse-rung des Schul- und Erziehungswesens allgemeine Achtung erwarb und 1798 da-durch eine unglückliche Celebrität erlangte, daß er derHeterodoxie beschuldigt und dasOpfer einer fanatischen Verfolgung wurde. *) Dieser nahm seinen Neffen zu sichund ließ ihn in Paderborn das Gymnasium besuchen, indeß er selbst anregend undbildend auf ihn einwirkte. Der Jüngling wählte den geistlichen Stand. Nach-dem er zwei Jahre im Priesterseminar zu Hildesheim gewesen, wurde er in demAlter von 19 Jahren als Lehrer an dem Josephinum in Hildesheim angestellt.Er würde den Stand des Schulmannes wol nie aufgegeben haben, wäre nichtdamals mit diesem Stande als unerläßliche Bedingung der Eintritt in den geist-lichen Stand verbunden gewesen. Er nahm 1799 seine Entlassung und studirteMedicin. Wenn die Bekanntschaft mit den alten und neuen Sprachen ihm.dasStudium der Naturwissenschaft sehr erleichterte, so wurde er von der Wissenschaftselbst um so mehr angezogen und zum Selbstforschen angeregt, da in dieser Wissen-schaft gerade zu jener Zeit eine lebendige Entwickelung herbeigeführt war, durch welchesie in ihrem ganzen Umfange einer neuen Gestaltung entgegenging. Daß B. dieseBewegung nicht fremd war, und daß er überhaupt die Medicin von ihrer wissen-
Er selbst erzählte seine Schicksale in der interessanten Schrift: „Geschichtemeiner Gefangenschast im Franciskanerkloster zu Paderborn" (Rudolstadt I7L9).
D. Red.
13*