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buch der Dogmengeschichte" (erster Thl., Leipzig 1831) mktzutheilen angefangenhat, und die in noch ausführlicherer Entwicklung in einer versprochenen um-fassendem Darstellung dieser Wissenschaft zu erwarten sind. Ein Hauptgegen-stand seiner gründlichen Forschungen in diesem Gebiete ist die scholastische Theo-logie, wovon er in einigen Programmen Mittheilungen gegeben hat. In philo-sophischer Hinsicht endlich trat er 1826 in einer akademischen Schrift als Geg-ner Hegel's auf. (21)
Baumgartner (Gallus Jakob), Landamman des Cantons St.-Gallen,geb. am 18. Oct. 1797 zu Altstätten, der Sohn ein^s unvermögenden, aber mitvielen Geistesgaben ausgerüsteten Handwerkers, genoß von der zartesten Kindheitan die sorgsamste Pflege und benutzte jede Gelegenheit zu seiner Ausbildung, diesich in seiner Heimath darbot. Nachdem er mehre Jahre das in der ehemaligenAbtei St.-Gallen errichtete Gymnasium besucht hatte, studirte er von 1814—16in der spater unter jesuitischem Einflüsse wieder eingegangenen Rechtsschule znFreiburg in der Schweiz. Reiselust und der Trieb zu höherer Ausbildung führtenihn 1816 nach Wien, wo er besonders mit dem Studium der Staatswissenschaf-ten sich beschäftigte. Ware er nicht von allen eignen Mitteln entblößt gewesen,so würde ernoch eineandere deutsche Universität besucht haben, abersowoldieserUm-stand als zufällige Bekanntschaften mit einigen jungen Leuten aus der französischenSchweiz fesselten ihn an die öftreichiiche Hauptstadt, wo er sich durch Ertheilungvon Privatunterricht die ermangelnden Mittel zum Unterhalte verschaffte. Er nahm1817 einen Ruf nach Ungarn an und lebte dort einige Zeit als Hauslehrer, anfäng-lich in der Absicht im Lande zu bleiben, später aber fand er selbst in den günstigstenAnerbietungen keinen Ersatz für das Leben unter Deutschen, und er entschloß sich,nach Wien oder wo möglich in sein Vaterland zurückzukehren. Während seinesersten Ausenthalts in Wien war er Mitglied einer für freundschaftliche und litera-rische Zwecke gestifteten Gesellschaft junger Schweizer gewesen, die sich zwar baldwieder trennten, deren aber die Polizei sich 1816 noch erinnern mochte. B. wurdeam 9. November 1819 verhaftet und nach Wien gebracht, wo er bis zum Au-gust 1820 gefangen saß. Mehre seiner ehemaligen Freunde waren früher schon,theils in Wien, theils in andern Theilen der Monarchie, verhaftet worden. DieVerhöre wiesen zwar nicht die mindeste Theilnahme an politischen Umtrieben aus,aber B. ward endlich mit sechs andern Schweizern über die Grenze geführt undihm die Betretung des östreichischen Bodens untersagt. Er hat die Geschichte sei-ner Verhaftung in Zschokke's „Uberlieferungen" (Dec. 1820) schlicht und wahrerzählt. Nach seiner Rückkehr ernannte ihn die Negierung des Cantons St.-Gal-len zum Vorsteher des öffentlichen Archivs, 1825 kam er in den großen Rath undim folgenden Jahre erhielt er zur Belohnung der großen Thätigkeit und der seltenenGeistesgaben, die er in allen ihm anvertrauten Geschäften bewiesen hatte, das Amtdes ersten Stadtschreibers. Im großen Rath, der damaligen höchsten Behörde,erhob sich zu jener Zeit eine Opposition, und B., der sich ihr anschloß, ohne dabeiseine Beamtenpflicht zu verletzen, erhielt durch die Unabhängigkeit seines Charak-ters und seine immer allgemeiner anerkannten glänzenden Talente, besonders aberdurch seine vertraute Bekanntschaft mit dem Gange der Verwaltung, mehr und mehrAnsehen. Als beredter Vertheidigec der Sache des Volkes gewann er allgemeineGunst, und sein Einfluß stieg um so höher, da er sich der Regierung so unentbehrlichgemacht hatte, daß er bei allen wichtigen Geschäften gebraucht wurde, und nament-lich von 1823 — 30 auf den Tagsatzungen thätig war. Er stand als Kämpferfür Öffentlichkeit und Preßfreiheit in dec vordersten Reihe, und förderte diese Angele-genheit wirksam, als er 1830 sämmtliche Verhandlungen des großen Raths von1828—29 drucken und die spätern Urkunden alsbald folgen ließ. Diese Erschei-nung, die nur in den zu gleicher Zeit von Monard herausgegebenen Verhandlun-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. I. 13