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visorischen Regierung abgetreten waren. Von Tag zu Tag wuchs der Unwille undstieg wieder die Erbitterung zwischen beiden Parteien; im Schoost der Tagsatzungfand das Landvolk an den Gesandten der freisinnigen Cantone Zürich, Luzern,Thurgau, Zug :c. beredte Vertheidiger seiner Rechte, und die geflüchteten Mit-glieder der provisorischen Regierung suchten die Gerechtigkeit ihrer Sache auf jedeWeist ins Licht zu stellen. Als in der Stadt unter den Augen der Polizei Troxlecund andere freisinnige Manner thatlich bedroht, als in Binningen gegen einen vomLandvolke verehrten Mann, wie behauptet wird, ein Mordversuch gemacht wurde,da brachen auch auf dem Lande neue Unruhen aus; die Beamten und Pfarrerflohen nach der Stadt, die Landjäger wurden fortgejagt, neue Freiheitsbaume er-richtet. Zu gleicher Zeit, am 18. Aug., traten 22 Mitglieder des großen Rathsvon der Landschaft aus, und bald folgten ihnen 18 andere. Die Bürgerschaft vonLiestall erhob sich am 20. Aug. aufs Neue; Gutzwiller, Martin und andere derGeachteten eilten dahin; die Stadt Basel wassnete und schickte Offiziere ins Gel-terbinden- und Reigoldswylerthal, in der Hoffnung, die Landleute dieser Ge-gend zum Zuzuge zu bewegen. In der Nacht vom 21. August zogen 800 Be-waffnete mit sechs Kanonen aus der Stadt nach Liestall, um die Glieder derprovisorischen Regierung zu fangen und, wie sie höhnend sagten, zu frühstü-cken. Aber der Zug wurde den Landleuten verrathen; einige hundert schar-ten sich zusammen und empfingen die Basler sehr übel; bis um 10 Uhr muß-ten diese den Einzug in Liestall erkämpfen, wurden zwei Mal wieder hinausgewor-fen und flüchteten sich um 12 Uhr, nachdem sie den Freiheitsbaum gefällt undeinige Gebäude in Brand gesteckt, in größter Eile nach der Stadt zurück. Auf bei-den Seiten zählte man 60 — 80 Todte und Verwundete. Zwei Tage nach die-sem Vorfalle langten Heer von Glarus, Meyenburg von Schaffhausen, Muraltvon Zürich und Sidler von Zug als Abgeordnete der Tagsatzung an und erließenam 24. eine Proklamation, in welcher sie dem Landvolke die Waffen niederzulegengeboten; aber ihr Befehl wurde jetzt von den Bauern ebenso wenig beachtet alsfrüher von der Stadt. Sie versammelten sich am 25. zu einer großen Landsge-meinde in Liestall, in welcher beschlossen wurde, bei der Foderung der Rechtsgleich-heit mit den Bürgern der Stadt zu beharren, oder gänzliche Lostrennung von derStadt zu verlangen. Zugleich wählten sie eine Verwaltungscommission von vierGliedern, welche die Unterhandlungen mit der Tagsatzung und der Stadt Baselführen sollten, und bestellten zwei Abgeordnete von jeder Zunft zum engern Bera-thungsausschuß. Schützen aus andern Cantonen zogen nach Liestall, um dasLandvolk im erneuten Kampfe zu unterstützen. Die Gesandten der Tagsatzung pro-testirten in einer Proclamation gegen die Beschlüsse der Landsgemeinde; dieTagsatzung selbst aber erließ am 31. Aug. einen Beschluß, in welchem sie das Ein-rücken eidgenössischer Truppen in den Canton Basel verfügte, die Auslösung derVerwaltungscommission befahl und die Regierung von Basel einlud, gänzliche Ver-gessenheit zu ertheilen, auf dem Wege der Begnadigung für das frühere, der Amne-stie für die jüngsten Begebenheiten. In der Mitte des Septembers rückten 4400Mann eidgenössische Truppen in den Canton Basel ein; die Zunftabgeordnetenin Liestall wurden mit Gewalt auseinandergetrieben, die Mitglieder der proviso-rischen Regierung Gutzwiller, Hug, Feklin, Debarry nach Bremgarten im CantonAargau abgeführt und die Ruhe im Äußern hergestellt. Aber noch war der Streitnicht entschieden, und das Landvolk beharrtc auf seinen Federungen gleicher Rechte,oder auf gänzliche Losreißung von der Stadt, welche, wenn sie den Geist der Zeit,die wahren und ewigen Grundlagen eines Freistaates erkannt und Kraft genug be-sessen hätte, mit Aufopferung ihrer egoistischen Interessen zu handeln wie im Jahre1798, diese traurigen Unruhen und ihre für die ganze Schweiz gefährlichen Folgenvermieden hätte. (29)— (Während die Besetzung der Landgemeinden durch eidge-