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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
186
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186 Basel

nachzugeben und sich mit Waffengewalt zu vertheidigen. Diesem Beschlüssegemäß wurden außerordentliche Gewalten, eine Regierungscommissi'on und eineMilitaircommission eingesetzt, die Bürger bewaffnet, Wälle und Thore mit Kano-nen besetzt. Die Abgeordneten der Bauern zu Liestall wurden mit dem Bedeutendaß die Bürgerschaft der Stadt sich in keine Unterhandlungen mit ihnen einlassetzurückgeschickt und entgingen kaum den Mishandlungen des fanatisirten baslerPöbels. Am 6. Jan. ward in Liestall von den versammelten Abgeordneten derLandgemeinden eine provisorische Regierung von 15 Mitgliedern gewählt, anderen Spitze Gutzwiller stand. So war die unglückliche Spaltung vollendet;auf der einen Seite stand die Mehrheit der Landbürger, sich stützend auf dasnatürliche, ihnen früher durch Eide feierlich zugesicherte, aber seit 1814 vorent-haltene Recht, auf die Macht ihres Armes, und auf die öffentliche Meinung, welchesich in der Schweiz größtentheils zu ihren Gunsten aussprach; auf der andernSeite verließ sich die Bürgerschaft von Basel auf das Ansehen der Regierung, dieihre Partei ergriffen hatte, auf die Macht des Geldes und auf ihre vortreffliche Be-waffnung. Proklamationen auf Proklamationen erschienen theils von den außer-ordentlichen Behörden, theils von einzelnen Bürgern; in keiner wehte ein gesun-der, versöhnender Geist. Die provisorische Regierung hob am 7. Jan. alle Ver-bindung mit der Stadt auf und wollte sie durch einen militairischen Cordon zubilligem Nachgeben zwingen; die Wehrmannschaft des Landes wurde zusammen-gezogen, das Hauptquartier nach Mutten; verlegt, wo Mesmer befehligte; unterihm stand in Binningen Jakob von Blaarer. In der Stadt wurde das Gerüchtverbreitet, die Bauern hätten die Absicht die Stadt zu überrumpeln und zu plün-dern; da wurden die Vorstädte verbarrikadirt, die Wälle ausgebessert, jeder Bauer,welcher in die Stadt kam, verhaftet und durchsucht, und Offiziere mit Munition insobere basler Gebiet abgeschickt, wo es das Landvolk noch mehr mit der Stadt hielt. Am9. und 11. Jan. war in der Stadt blinder Lärm; am 12. wurde mit etwa 500 M.und mehren Kanonen ein Ausfall gemacht; in einem Wäldchen in der Nähe dersogenannten neuen Welt kam es zu einem unbedeutenden Vorpostengefecht; in derneuen Welt wurden zwei friedliche Arbeiter aus dem Canton Zürich, welche an denUnruhen keinen Theil nahmen, in ihrer Werkstätte der Eine tödlich, der Andereschwer von den Baslern verwundet; das erste Bürgerblut, das in diesem Kampfefloß. Am folgenden Tage ward aus der Stadt ein zweiter Ausfall mit 7 800Mann und vier Kanonen, unter Anführung des Obersten Wieland, gemacht,St. - Margaretha erstürmt und Binningen geplündert. Gegen 50 Bauernwurden gefangen und mit Stricken gebunden unter dem Jubel des vornehmenund gemeinen Pöbels in die Stadt gebracht. Auf dem Rückzüge traf eine Ab-theilung der Stadtgarnison (Miethsoldaten) bei der münchensteiner Brücke auffeindliche Vorposten; es wurde lebhaft gefeuert, Mehre erhielten Wunden, einerblieb, und endlich wurden die Bauern durch Kanonenkugeln aus Münchensteinvertrieben. Am 14. unternahm die Stadt einen Zug nach Allschwyl, um dieBauern dort zu entwaffnen; am 15. ward ein Ausfall gegen St.-Jakob undMutten; gemacht, die bewaffneten Bauern wurden zerstreut und 86 gefangennach Basel geschleppt; kaum entging an diesem Tage Jakob von Blaarer der Gefan-genschaft. Am 16. zogen die Stadtbürger in zwei Colonnen aus, die eine unter derAnführung des Obersten Bischer gegen Münchenstein, Arlesheim, Dornacherbrückund Äsch; die andere unter dem Obersten Wieland nach Liestall, wo sie keinenWiderstand fand und mit klingendem Spiele einzog. Die provisorische Regierungzerstreute sich; die meisten Glieder flüchteten sich nach dem Städtchen Ölten imEanton Solothurn. So erlagen die Bauern in dem Kampfe, weil ihnen Einheit,Einsicht der Führer, Geschütz und Munition mangelten. Scheinbare Ruhe kehrtein dem Canton zurück. In der Stadt wurden unterdessen die Männer, welche sich