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Erster Band (1832) A bis E
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Basel

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Birsek zum Vertreter gewählt hatte. Man suchte Zeit zu gewinnen; aber mancheFoderung der Landbürger war zu gerecht und wurde zu nachdrücklich unterstütztschon hielt das Volk Zusammenkünfte, und in den Dörfern wurden Freiheits-bäume errichtet, als daß der große Rath nicht, wenigstens dem Scheine nach,hätte nachgeben müssen. Das Landvolk foderte vor Allem eine bessere Vertretung.Bis jetzt bestand der große Rath die gesetzgebende Gewalt aus 150 Mit-gliedern; 60 wurden unmittelbar durch die Wahlzünfte der sechs Bezirke des Ean-wns, 90 aber mittelbar durch den großen Rath selbst gewählt. Die Hauptstadtzahlte 15 Wahlzünfte und wählte 30, die Landschaft zählte 30 Wahlzünfte undwählte ebenso viele unmittelbare Vertreter; im Ganzen war die Stadt mit16,000 Einwohnern, von welchen etwa die Hälfte Bürgerrechte besitzen, durch90 Repräsentanten, und die Landschaft, etwa 40,000 Einwohner, nur durch 60vertreten. *) Daß in dieser Repräsentation ein großes Misverhältniß lag, wirdJeder zugeben, ohne deswegen die Ansicht des Landvolks und seiner Sprecher zutheilen, welche die Vertretung nur nach der Kopfzahl geregelt wissen wollten.Der große Rath bestimmte in seiner Sitzung am 9. Dec. das Repräsentationsver-hältniß dahin, daß die Stadt 75, und die fünf Bezirke 79 Vertreter durch unmit-telbare Wahlen ernennen sollten, hob am folgenden Tage die lebenslängliche Dauerder Amtsverwaltung auf, und übertrug die Revision der Verfassung, gegen denWunsch der Landbürger, die einen zu diesem Zweck aus dem Volke gewählten Ver-safsungsrath verlangten, einer eignen Commission aus seiner Mitte. Unterdessenwar in der Stadt eine aristokratische Faction höchst thätig gewesen, die Bürgerschaftgegen das Landvolk aufzureizen, was, da es auf stadtische Interessen ankam, unddie Stadtbürger den Gedanken an die alte Herrlichkeit ihrer alleinigen Regiments-fahigkeit noch mit Liebe hegten, nur allzu leicht gelang. Schon am 9. Dec., demTage der wichtigen Sitzung des großen Raths über die Verfassungsänderung, er-hielt Gutzwiller, das Hauptoppositionsmitglied der Landschaft, einen anonymenDrohbrief, um ihn einzuschüchtern. Der Verfasser des Drohbriefes war Wieland,Polizeidirector und Statthalter der Stadt Bafel und eidgenössischer Oberst, einSohn des Bürgermeisters Wieland; er mußte sich zu seiner Schrift bekennen, unddennoch blieb dieses Attentat gegen die geheiligte Person eines Volksvertreters, aus-geübt von einem Manne, der seine amtliche Stellung dazu misbrauchte, ganzlichunbestraft. Dieses Attentat, welches die herrschende Stimmung in der Stadt cha-rakterisirt, mit den von der Regierung vorgeblich zur Beschützung des, bis jetzt nochnicht bedrohten großen Raths veranstalteten militairischen Rüstungen, bezeichnetgewissermaßen den Anfang offenbarer Feindseligkeiten. Das Landvolk, unter wel-chem sich der Sturm etwas gelegt hatte, wurde wieder unruhiger, als der großeRath in seiner Sitzung vom 3. Jan. 1831 beschloß, alle Abgaben, bis auf dieFleischaccise, beizubehalten. Die Bauern versammelten sich aus den verschiedenenBezirken am 4. Jan. zu einer Landsgemeinde in dem Städtchen Liestall, welchesgewissermaßen an der Spitze der Bewegungen unter dem Landvolke stand, und be-schlossen mit Stimmenmehrheit, auf der Foderung gleicher Repräsentation nach derKopfzahl und eines Verfassungsraths zu beharren, und von der Bürgerschaft derStadt binnen 24 Stunden eine Erklärung darüber zu verlangen. Am nämlichenTage war in der Stadt Basel Morgens 7 Uhr durch die, aus dem neuen Bezirkean der Stadt vorbeifahrenden und nach Liestall zur Landsgemeinde eilenden Bauernein blinder Lärm entstanden. Nachmittags versammelten sich die Stadrbürger inder Kirche zu St.-Martin; der bereits hoch gestiegene Fanatismus wurde durch ver-miedene Redner noch gesteigert, und der Beschluß gesaßt, den Landbürgern nichts

ch Siehe die Constitution des Cantons Basel vom 4. Mai 1314 in: ^Europäi-sche Constitutionen", Bd. 4, S. 632 fg. (Leipzig 1326), wo auch die Verfassungsur»runden der übrigen Cantone sich finden. D. Red«