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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
184
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184 Basel

nungen von Ruspi nicht minder sauber gestochen hat; doch ist es immer noch, wie-wol vollkommen ausgearbeitet, nur in der französischen Handschrist vorhanden, de-ren Herausgabe, wenn wir nicht irren, von I). Panofka besorgt werden sollte.Möchte dieser gewiß wichtige Beitrag zur Archäologie der Kunst uns nicht langemehr vorenthalten werden! Ob noch ein anderer literarischer Nachlaß von V. vor-handen ist, etwa Denkwürdigkeiten seiner Zeit, die zu schreiben er vor vielen Andernberufen war, ist uns nicht bekannt. Bei dem regen Sinne für das Wahre undSchöne, der im Wesen B.'s vorherrschte, fehlte gewiß auch das Gute nicht, wennschon dasselbe sich bei dem Manne, der nicht durch den Schein bestach, meistenshinter einer herben Schale verbarg. Wer aber den Kern erkannt hatte, dem erschienB. höchst achtungs- und liebenswürdig, und so darf es nicht befremden, wenn er,bei manchen Widersachern, auch eine große Anzahl warmer Verehrer und für ihnbegeisterter Freunde hinterlassen hat. (23)

Basel (Verfassungsänderung und Unruhen in der neuesten Zeit). DieRestauration vom Jahre 1814 war in der Schweiz von dem Volke von jeher alsein gewaltsamer, von fremden Mächten aufgedrungener Zustand betrachtet worden,und schon vor der folgenreichen pariser Juliuswoche zeigte sich in mehren Cantonenein Streben nach Verbesserung der Verfassungen in einem republikanischem Geiste.Nach jenem großen Ereignisse wurden von manchen Cantonen die lästigen Fesselnabgeworfen und Verfassungen eingeführt, in welchen jede aristokratische Beimi-schung vertilgt und das Lebensprincip wahrer Freistaaten, die Souverainetät desVolkes, repräsentirt durch freigewählte Vertreter, anerkannt wird. Diese Reformengingen größtentheils von dem Landvolke aus, und von den Männern, die das wahreInteresse desselben seit Jahren mit Wort und That gleich eifrig vertraten. Auch imCanton Basel, der im Jahre 1798 in Erkennung der Zeit und Ergreifung derSache der Freiheit für die ganze Schweiz ein rühmliches Beispiel friedlicher Staats-verbesserung gab, wurde unter dem Landvolke der Wunsch nach einer Veränderungder Verfassung vom I. 1814 laut. Es versammelten sich den 18. Oct. 1839 imBade zu Bubendorf etwa 49 Männer, rathschlagten über die Lage ihres Can-tons und entwarfen eine Bittschrift an den großen Rath, worin sie sagen, daß siein der Aufhebung der Gleichheit und der rechtswidrigen Art wie es geschehennämlich durch die neue Verfassung von 1814 die völlige Aernichtung der hei-ligsten durch die Natur, durch Urkunden und durch die feierlichsten zu Gott geschwo-renen Eide ihnen zugesicherten Rechte, die Aufhebung des Bandes, welches früherStadt und Land zueinem Körper vereinigte, und endlich den Keim des Zwiespaltszwischen Stadt und Land erblicken, welcher bei jeder äußern oder innern Veranlas-sung sich regen und früher oder später ihr gemeinsames Vaterland dem Verderbenentgegenführen müsse", und den Wunsch und die Überzeugung aussprechen,daßdie im I. 179l8 von Volk und Regierung anerkannten und beschworenen Grund-sätze der Gleichheit durch zweckmäßige Einleitung einer volksthümlichen Verfassungwiederhergestellt werden möchten". Diese Bittschrift, welche nebst der Gleichheits-urkunde vom 29. Jan. 1798 im Druck erschien, wurde von 759 Landbürgernunterzeichnet, von 9 Deputaten acht Tage nach ihrer Abfassung, am 26. Oct.,dem Amtsbürgermeister übergeben und am 1. Nov. in der Sitzung des außeror-dentlich versammelten großen Rathes zur Berathung gebracht. Schon in dieserSitzung zeigte sich unter mehren Mitgliedern des großen Raths eine entschiedene'Abneigung gegen jede Staatsvcränderung, und Männer, die bisher für freisinniggegolten, ergrissen heftig Partei im Interesse der Stadt dem Lande gegenüber. An-dere riechen zum klugen Nachgeben und schilderten, was im 1.1839Noch thue, wie1)r. Hagenbach, bekannt als Freund der Volksfreiheit vom I. 1798 her. Am ent-schiedensten und lebhaftesten vertheidigte die Federungen des Landvolks der GroßrathStepban Gutzwiller. ein junger talentvoller Mann, den sein katholischer Bezirk