182 Bartholdy
Hue les tems sont cllaii^s! 0ito^ens paciiiques,
Ilslas! Ivin ll'oxciter lles tempetes publique«,
1'remblgns, priv^s 6'appui, bannis, pers^cutss,
06>ws par 1a eensure ou pur no« übertes,
I^ous trouvous a la tiu pour unlqus rekuge,
IIu pour salaire, et pour eritique uu ju^>e.
Weder die wohlklingenden Verse aber, noch Me'rilhou's beredte Verteidigungkonnten den Dichter retten, er wurde zu dreimonatlicher Haft und zu 1000 FrancsGeldbuße verurtheilt. Im folgenden Jahre gab er mitMe'ry eine neueSatyre:„Waterloo uu generali; ourinont", heraus, und allein eine etwas matte „8at)N'e PO-litnpie". An der Revolution nahmen beide Freunde thätigenAntheil. „lüUnsurreotion", ein Triumphgesang, ward in wenigen Tagen vollendet. B. erhielt von derneuen Regierung ein Jahrgeld, das er aber bald als eine lastige Fessel aufgab. Seineneuesten Gedichte sind: „I)c>u?e journees <le 1a revolution", die in 12 Lieferun-gen vom Marz 1832 an erscheinen. Die zwölf Gedenktage, die er besingt, begin-nen mit dem 20. Jun. 1789 (Eid im Ballhause zu Versailles) und endigen mitdem 18. Brumaire. Das Gedicht auf den 10. August 1292 heißt: „i-e peuple-roi". Die Zeitschrift „lVemesis", die er mit Beifall herausgab, hörte mit dem 1.April 1832 auf, und B. kehrte in seine Vaterstadt zurück. Mery ist als Biblio-thekar in Marseille angestellt, lebte aber bisher gewöhnlich an der Seite seinesFreundes, den er bei derHerausgabe feiner Zeitschrift unterstützte. M. hat zwei Ro-mane geschrieben: „l6,e könnet vert", an Victor Hugo's „Oernier jour cl'un eon-ckamne" erinnernd, und „I7assassinat" (Paris 1832), ein dramatisches Gemäldeder royaliftischen Reaction im südlichen Frankreich im I. 1815. Von den poeti-schen Werken der beiden Freunde ist vor Kurzem eine vollständige Ausgabe zu Pa-ris erschienen: „Oeuvres cle kartbelemy et Aler/", mit einer Einleitung von Rey-baud und den sehr unähnlichen Bildnissen der Dichter.
Bartholdy (Jakob Salomo), prcuß. geheimer Legationsrath, geboren zuBerlin den 13. Mai 1779, gestorben zu Rom den 27. Jul. 1825, war derSohn wohlhabender jüdischer Altern, in deren Hause er die sorgfaltigste Erzie-hung genoß. Eine sehr schwache Gesundheit ließ ihn erst vom zehnten Jahre anden Unterricht in alten und neuen Sprachen und den übrigen Schulwissenschaftcnbenutzen, doch konnte er schon 1796 wohlausgerüstet die Universität Halle bezie-hen, um die Rechte zu studiren. Indessen war er hier mehr mit seiner allgemeinengelehrten Ausbildung als mit dem Studium der Facultätswissenschaft beschäftigt, vonwelchem ihn auch der natürliche Hang zu einem thatigen und bewegten Leben bald ab-zog. Dieser Neigung folgend, begab er sich 1801 nach Paris, und nach mehrjähri-gem Aufenthalte daselbst nach Italien. Von hier aus unternahm er eine Reise nachGriechenland, die er uns in einem eignen Buche beschrieben hat, welches, mancherjugendlich unreifen Ansichten ungeachtet, viel Schätzbares enthält und vielleichtdazu beigetragen haben mag, die Blicke der Zeitgenossen wieder auf jenes unglück-liche Land zu lenken. Nach seiner Rückkehr in das Vaterland trat er, durch Rein-hard in Dresden getauft, zur protestantischen Kirche über. Als nicht lange nachher(1806) der preußische Krieg ausbrach, wurde B. durch das Unglück des Vaterlan-des so sehr aufgeregt, daß er sich immer mehr in seinem Hasse gegen die Herrschastder Fremden befestigte. Er ging 1809 nach Wien, machte als Oberlieutenantin einer Abtheilung der wiener Landwehr, die A. von Steigentesch (s. Bd.10) führte, den Feldzug mit und hatte Gelegenheit, sich rühmlich hervorzuthun.Eine Frucht dieser Zeit ist seine Schrift: „Der Krieg der tiroler Landleute imJahre 1809" (Berlin 1814), welche, obgleich die Helden desselben etwas idealisirtauftreten, eine große Wirkung nicht verfehlte. Er folgte 1813 dem Rufe des Va-terlandes und fand in der Kanzlei des Fürsten Hardenberg ein Feld zu angemessenerThätigkeit und ersprießlichen Diensten. Allgemein wird ihm daß berühmte Land-