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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
180
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180 Barthvlemy und Mery

die Julitage noch andern und großentheils ebenso gerechten Lohn. Wenige Tagenach der Julirevolution ward er königl. Procurator beim Seine-Gerichtshof, dar.auf Präsident des königl. Gerichtshofs zu Paris, Abgeordneter des Seinedeparte-ments (mit Ausschließung des freisinnigen Bavoux), Minister des Unterrichts, zuwelcher Stelle er weniger paßte, und endlich Minister der Justiz. Das Unterrichts-ministerium wurde ihm durch einen Auftritt an der Sorbonne, wo ihm einige Stu-denten wegen seiner Ordonnanz gegen die Verbindungen Äpfel und Eier nachwar-fen, sehr verleidet, und nicht weniger durch seine geringe Bekanntschaft mit den pa-riser Gelehrten. Eines Tages ließ sich ein Mitglied der Akademie der Wissenschaftenbei ihm anmelden, und der Minister des Unterrichts wußte nicht, wer dieser Ge-lehrte war. Den Gesetzvorschlag über Elementarunterricht, den er bei der Kammereinreichte, fand man so schlecht, daß er ihn wieder zurücknehmen mußte. ZumJustizministerium war der berühmte Advokat natürlich geeigneter. Diese Stelleerhielt er bei folgendem Anlaß: Es entstand Streit zwischen dem GeneralprocuratorPersil und dem königl. Procurator Comte, von welchen dieser freisinnigem Grund-satzen huldigte. Im königl. Staatsrathe erklarte sich B. für Persil und der Justizmi-nister Merilhou für Eomte, und da Merilhou die verlangte Absetzung Comte's nichtunterzeichnen wollte, so wurde das königl. Siegel in die Hände seines alten FreundesB. gelegt. Als Justizminister verleugnete dieser nunmehr seine ehemaligen Grund-sätze, er unterschrieb die Absetzung von Odilon Barrot, Laborde, Lanjuinais, Cabet;er, welcher früher den geheimen Gesellschaften angehörte, war strenger als irgendein Anderer gegen die unschuldigsten Vereine sogar; er, der mit feurigen Wortendie pariser Journale von Geldbußen errettet, trug fast tagtäglich auf Bestrafungder Journale an; nachdem er 1820, wie auch Perier that, das Verfahren der da-maligen Machthaber, welche auf den pariser Straßen einen Theil des Volks gegenden andern aufhetzten, mit verdienter Rüge gebrandmarkt hatte, gab er nun zu, daßam 14. Jul. 1881 von der Polizei aufgereizte Handwerker die Patrioten aus-handelten, und derselbe B., dem es in dem Processe für Köchlin nicht gefallenhatte, daß Soldaten wegen eines Kampfes gegen Mitbürger Geld und Orden er-hielten, wendete nichts ein, als die Soldaten für ihre in Lyon verrichteten Helden-thaten auf ähnliche Weise begünstigt wurden. Er sank dadurch in der Gunstdes Volks. (15)

Barth clemy und Mery. Wir müssen diese verbrüderten französischenDichter auch hier vereinigen, wie sie in ihren poetischen Leistungen, den englischenDramatikern Beaumont und Fletcher vergleichbar, vereinigt gewesen sind. Beidewurden gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zu Marseille geboren. Ihre Er-ziehung war fast klösterlich. Die Verfasser vonHome ülernten in derSchule der Väter des Oratoriums (pöres cle 1'oratoire) Griechisch und Latei-nisch. Als sie in ihrem fünfzehnten Jahre diese Anstalt verließen, lasen sieden Homer und Virgil, aber Racine und Voltaire waren ihnen fremde Namen.Dem Scharfblicke der beiden Jünglinge entgingen die Lücken ihrer Bildungnicht. Von ihrem Austritt aus der Schule bis zu ihrem Erscheinen in der literari-schen Welt war es ihr eifrigstes Bestreben, in die geistigen Gebiete zu dringen,welche die thörichte Frömmigkeit ihrer Lehrer ihnen verschlossen hatte. Einem un-ermüdeten Fleiße, welchen die oft mislichen äußern Verhältnisse nicht entmuthigenkonnten, verdanken B. und M. die mannichfaltigen Kenntnisse, durch welche siesich vor ihren Nebenbuhlern auszeichnen. Sie kamen 1823, kurz vor dem spani-schen Feldzuge, nach Paris. Der politische Parteikampf hatte sich zu Gunsten derUltras entschieden, und die Besiegten rächten sich durch zornige Reden in der Kam-mer und in den Zeitschriften durch Späße und Verschwörungen. Die schwüleGewitterluft, die auf dem politischen Horizonte Frankreichs lag, befruchtete diePhantasie des südlichen Dichterpaares. Die politische Satyre entwand sich ihrem