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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
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Vanim 169

Hülfsmittel für die laufenden Ausgaben erklärte. Man suchte vergebens neueQuellen zu eröffnen. B. wollte, um schnell Geld herbeizuschaffen, die Staats-einkünfte verpachten, ein Vorschlag, den die übrigen Mitglieder jener Behörde mitguten Gründen bestritten, aber dagegen wurde die Verwaltung der Gemeindeein-künfte dem Finanzministerium überwiesen, wo der Staatsschatz sie verschlang. Die1820 gekauften Nationalgüter mußten mit Verlust des Kaufpreises zurückgegebenwerden. Diese Gewaltmittel konnten dennoch bei dem steigenden Bedarf, derdurch Kriegsrüstungen erhöht wurde, keine wirksame Hülfe bringen, und 1827mußten, blos um Soldrückstände zu befriedigen, die Gemeindecassen geleert^ werden, die Grundsteuer wurde zum Voraus erhoben, die Schuldentilgungscafse

^ angegriffen, während der Betrag der öffentlichen Schuld im großen Schuldbuchestieg. Es gelang indeß, aller Schwierigkeiten ungeachtet, den Bemühungen des- Finanzministers, der freilich bei der Wahl seiner Mittel nicht bedenklich zu sein

brauchte, durch Verminderung der Ausgaben in allen Verwaltungszweigen dasAnwachsen des Desicits aufzuhalten, und auch durch die Öffentlichkeit, welchecr den Finanzoperationen gab, den Staatscredit so sehr zu heben, daß Anleihengemacht werden konnten. Die geordnete Verwaltung, die seit 1829 imStaatshaushalte sichtbar ist, und selbst verschiedene Maßregeln zur Erleichterungdes innern Verkehrs möglich gemacht hat, ist B.'s Verdienst, und sie hat ihn beiallen Reibungen der Parteien in seiner Stelle erhalten.

Banim (John). Den reichen Stoff, den der Charakter und die Sit-ten des irlandischen Volkes liefern, hat zuerst Marie Edgeworth in ihremCastleliackreitt" zu romantischen Darstellungen benutzt, und bei der Lebendigkeit undTreue ihrer Schilderungen entschuldigt man es, daß sie das Feld ihrer Beobachtungnicht erweitert, daß sie nicht mehr von den kräftigen Lichtern und Schatten aufge-tragen hat, welche die irländische Volksthümlichkeit darbietet. Vermeidet sie es,den in Irland so mächtigen Einfluß der politischen Verhältnisse auf den Charakterdes Volkes in ihren einfachen, ruhigen und meist nur die komische Seite und dieVerkehrtheit auffassenden Erzählungen hervortreten zu lassen, so hat dagegen LadyMorgan in ihren kräftigen Schilderungen von Irlands Leiden durch die Heftigkeitder Parteisucht sich zuweilen zu Übertreibungen verleiten lassen und durch ihre blen-dende, bunte Darstellung ihren Gemälden eine gewisse Unbestimmtheit gegeben.Crösten Croker schildert in seinen irischen Feenlegenden den irländischen Land-mann mit Glück, aber wie Marie Edgeworth mehr von der komischen Seite alsin dm kühnern Zügen seiner Nationalität. Dies hat Niemand mit so großem Ta-lent, mit so ergreifender Kraft und so lebendiger Phantasie gethan als' der JrländerBanim. Schon die beiden Erzählungen, mit welchen er unter dem Titel:Talesvk tüe 0'Hara lümil)'" (London 1825) auftrat, besonders die erste:Crotioorsna Liltivoll" (Cornelius mit der Hippe), zeigte neben ausgezeichneten Geistes-gaben bereits auch die Mangel, die in einigen seiner spätem Darstellungen nochmehr auffielen. Die hohe Erwartung, welche seine erste Erscheinung erregt hatte,rechtfertigte die zweite Reihe der ,,0'Hara tales" (London 1827), wo beson-ders in der ersten Erzählung:Ttm M»v!ans", wol seiner besten Leistung, seineganze Eigenthümlichkeit, die kräftige Darstellung des zerrissenen und zerrüttetenMenschenherzens, der Versunkenheit des Elends und des Verbrechens, sich glänzenddarlegte. Später folgten die irländischen Sittengemälde:Ttis battle ok tkeaus der letzten Zeit des 17. Jahrhunderts (London 1828),Ike Crnp-I'>", aus der Zeit des Bürgerkrieges im 1.1798 (London 1828), und unter demTitel:Tke tlenouncetl" (London 1830), zwei Erzählungen, von welchen diezweite:Tüe conformlst", aus der Zeit der härtesten Bedrückungen der irischenKatholiken nach 1688, zu B.'s vorzüglichem Leistungen gehört. Es ist nicht zuverkennen daß Scott's historische Romane ihm die erste Anregung gegeben, oder