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Kammer, welche bedenkliche Auftritte besorgen ließ, erfolgte nicht; die Regierunggab blos ein Refcript, das mit erneuerter Erklärung gegen jene Motion zugleichden Wunsch eines gütlichen Schlusses ausdrückte, das aber die Kammer, sich in die-sen Ausweg findend, mit Verwahrung der ständischen Rechte zu den Acten legte.Nachdem die Bahn gebrochen war, folgten nunmehr nach einander die erwartetenGefetzentwürfe: am 31. das Preßgefetz, wenn auch ohne Schwurgerichte und nurmit Preßfreiheit für die innern Angelegenheiten, so doch Stoff zur Umarbeitung;am 36. der Gefetzentwurf über Aufhebung der Herrenfrohnen, wenn auch mithöherer Bestimmung des Ablöfungsfußes. Während die Volkskammer sich vor-zugsweise mit Budgetverhandlungen beschäftigte, trat die Adelskammer immermehr in erklärte Opposition, sodaß eins ihrer ausgezeichnetsten Mitglieder, Nessen-berg, unmuthig über die vorherrschende Richtung seiner Collegen, den Landtag verließ.Ein Gesetz gegen Wildschäden und für Aufstellung von Gemeindewildfchützen schei-terte an dem Widerstand jener Kammer und gelangte auch nachher, obschon zwi-schen beiden Kammern hin und her gewiesen, nicht mehr zur Erledigung. Als Un-terpfand der zugesagten Zehntablösung halte die Regierung zwei Gesetze überAufhebung des Blutzehntens und des Neubruchzehntens vorgelegt; das letztewurde von der Adelskammer umgestoßen. Da trat Rotteck am 1?. Nov. mitenergischen Anträgen gegen die Tendenz dieser Kammer auf, an der die Verstän-digung zwischen Volk und Regierung sich brechen sollte, und die ausgezeichnetstenMitglieder der Volkskammer sprachen in gleichem Sinn, Jtzstein sogar mit einerErinnerung an den Vorzug, wenn blos eine Kammer bestände. Der AusdruckRotteck's: „eine Handvoll Junker", veranlaßte eine Reklamation von Seiten derAdelskammer, neue Erklärungen, worin die wunde Seite noch ein Mal berührtwurde, und von mehren Seiten beifällige Adressen an die Kammer der Abgeordne-ten. Noch vor diesem Zwischenfall war in geheimer Sitzung über die alte, zwischenBaden und Baiern streitige Sponheimische Angelegenheit (f. d.) verhandeltworden, neu angeregt durch die Frage des preußischen Zollvereins, welche für den Ein-tritt Baierns die Wegräumung dieser Differenz wünschen ließ, und durch diploma-tische Unterhandlungen über eine absindungsweife zu gewährende kleinere Abtretung.Diese Streitsache bildete ein durchgehendes inneres Moment in dem Gange desLandtags, da die Regierung aus einem und demselben Grunde die Eintracht mitden Ständen und dem Volk und zugleich die Vermeidung des Anstoßes gegen Au-ßen wünschte. Die Volkskammer erklärte sich unbedingt und einstimmig gegenjede Abtretung, gestützt auf das constitutionnelle Recht, wonach kein Volk alsSache der Gegenstand einer Vererbung sein könne, deren Fall überdies vor demAussterben des Fürstenstammes noch nicht eintrete, gestützt auf die in den Ver-fassungen beider Länder ausgesprochene Integrität, auf die Unberührtheit Ba-dens von den Ansprüchen, welche Baiern nach dem rieder Vertrag an Ostreichhatte, und endlich auf die gegebene Garantie in neucrn Staatsverträgen, welchedie frühern Bedingungen aufhoben. Zwischen diesen Verhandlungen hin zogensich in einer langen Reihe von Sitzungen, durch die drei letzten Monate fortlaufend,die Budgetverhandlungen, wobei die bis in die Einzelheiten eingehende Prüfungder Budgetscommission und der in ihrem Namen erstattete Bericht Jtzstein's zumGrunde lagen. Den Charakter dieser Verhandlungen bezeichnete ein vorherr-schender Drang nach Erfparniß und Vereinfachung der Administration, ver-bunden mit Gründlichkeit, Umsicht und genauer Nachweisung, wie und wo einedurchgreifende Verbesserung stattfinden könne, und daher von einer großen Anzahlwohlbegrundeter Anträge begleitet. Eine politische Seite bot dabei unter andernder Punkt der Bundesverhältnisse, wobei starke Äußerungen dagegen laut wurden.Schon der Commissionsbericht hatte ein Bild von dem allgemeinen ZustandeDeutschlands im Contrast mit den frühern Verheißungen gezeichnet; bei den Ko-