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politische Bedeutung trugen die Motionen, welche zunächst auf materielle Inter-essen Bezug hatten; so die Motion Rotteck's auf Ablösung des Zehntens, motivirtdurch die Heillosigkeit dieser Abgabe nach Vernunft und Erfahrung, gestützt auf dieFederung, das positive Recht auf dem Wege der Gesetzgebung immer mehr demIdeal des natürlichen Rechtes zu nahern, und auf die Politik, der Revolution dieRechtsbefriedigung als Abwehr entgegenzusetzen; ebenso die Motion Knapp'sauf Ablösung der Herrenfrohnen, oder vielmebr auf Herabsetzung des in einem Ge-setze von 1820 bestimmten Ablösungsfußes. Die Regierung ihrerseits hatte Gesetz-entwürfe für eine Gemeindeordnung, für eine bürgerliche Proceßordnung mit Öf-fentlichkeit und Mündlichkeit, und für Aufhebung der Staatsfrohnen vorbereitet.Dies war gleichsam der Einschlag zu dem reichen Gewebe der parlamentarischenVerhandlungen, wobei die Hauptfragen jener Motionen den durchgehenden Fadenbildeten. Indem die Kammer sich in dieser Richtung bewegte, entwickelte sie denpolitischen Geist, dem sie bis zu Ende treu blieb, die Auffassung eines nationalenStandpunktes für die Volksrepräsentanten als Theil einer deutschen Gesammtheit,die vorherrschende Einstimmigkeit in allen Hauptfragen, den Reichthum an Intel-ligenz und Rednertalent, die Verbindung des Glanzenden mit dem Gründlichenund Gediegenen, und endlich jene Charakterfestigkeit und Willenskraft, welche al-lein den Erfolg sichern konnte. Gleichen Schrittes damit ging das öffentliche Lebendes Volkes, sich ausbildend in der parlamentarischen Schule und beurkundet durchdie Zeichen der lebendigsten Theilnahme und durch eine Menge von Petitionen fürallgemeine Interessen, namentlich für Preßfceiheit. In dieser Einleitungsperiodebeobachtete die Regierung eine neutrale, erwartende Haltung, die Adelskammerderen politischer Charakter erst durch die Berührung mit den Antragen der Volks-kammer dem Prüfstein unterliegen sollte, ergriff einstweilen für sich eine Initiativein Sachen des Schulwesens, wohin die Motionen Zell's auf Revision der Mittel-schulen und Wessenberg's auf Errichtung von Gewerbsschulen und Besserstellungder Volksschullehrer gehörten. Unterdessen kamen in der Volkskammer die erwähn-ten Motionen nach und nach zur Berathung, zuerst die Wiederherstellung der Ver-fassung, welche in beiden Kammern angenommen, und wobei auch in der Adels-kammer ausgesprochen wurde, daß seit 1825 die Verfassung blos auf dem Papierebestanden habe. Die Verhandlung über die Herrenfrohnen führte zu dem Beschlußeines funfzehnfachen Ablösungsfußes für die walzenden und eines zehnfachen fürdie persönlichen Herrenfrohnen, mit Zuziehung von Beiträgen aus der Staatscasse.Bald darauf begründete Welcker noch eine neue Motion auf eine constitutionnellere,wohlfeilere und mehr sichernde Wehrverfassung, gegründet auf Volksbewaffnungund Anwendung des Scharnhorst'schen Systems auf den Verfassungsstaat. Soweit waren die ständischen Verhandlungen vorgerückt, als die ersten Resultate er-schienen: die Verkündigung der angenommenen Gesetze über Wiederherstellung derVerfassung und Aufhebung der Staatsfrohnen.
Dieser Zeitpunkt bildete einen gewissen Abschnitt in der parlamentarischen Ge-schichte; die ersten Resultate waren zugleich ein Unterpfand für die noch von derZukunft erwarteten, und bis dahin hatte sich noch keine Differenz zwischen den dreiZweigen der gesetzgebenden Gewalt gezeigt. Im Zun. begann die Berathung überdie Gemeindeordnung, mit der Umsicht und Gründlichkeit behandelt, welche dasGemeindewesen als Basis des öffentlichen Lebens in Anspruch nehmen mußte, unddurch eine lange Reihe von Sitzungen fortgesetzt, wobei sich Mittermaier als Be-richterstatter ein besonderes Verdienst erwarb. Eine vielbesprochene Zwischenver-handlung betraf die Emancipation der Juden, eine Frage, worin die Kammer ge-theilt, wofür die öffentliche Meinung noch nicht gereift schien: der Widerstreit zwi-schen dem Princip dafür und der Meinung dagegen führte zu dem Beschluß, daßder Regierung die Einleitung zweckmäßiger Maßregeln und die Veranstaltung ei-
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