Australien
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Selbst die Mollusken bringen da ungewöhnliche Phänomene hervor, z. B. dieGattung ?) rosoinÄ, welche, in Myriaden über die Oberflache des Meeres verbrei-tet, bei Nacht das eigenthümliche Leuchten verursacht, und zwar in der Ruhe opal-artig gelb, etwas in das Grüne spielend, bei jedem Zusammenziehen aber mit demGlänze eines glühenden Eisens; die Stralenplattchen des Mundes leuchten wieDiamanten, je nach der Bewegung andern sich die Farben in Roth, Grün undBlau, doch vorzüglich schön ist der Azur, wenn die Phosphorescenz sich allmäligverliert.
Der Mensch selbst, zwischen Neger und Europaer die Mitte haltend, mit gro-ßem, affenartig hervorstehenden Munde, dicken Lefzen, aber weißen, gesundenZähnen, tiesliegenden schwarzen Augen von wildem Ausdruck, bald gekrauselten,bald struppigen Haaren, ist in keinem Theile der Erde — wenn wir die höchstenafrikanischen Berglande ausnehmen — so dünn gesaet als auf dem Australconti-nente. Nie sahen die Seefahrer, etwa die Inseln der Torresstraße ausgenommen,einen Haufen, der über 2 — 300 Köpfe zahlte. Die Bewohner dieses Erdtheils,deren Anzahl man auf 3, höchstens 4 Mill. schätzt (ungefähr 10 Menschen aufdü HM.), gehören zu zwei Hauptrassen des menschlichen Geschlechts: n) den Pa-puas oder Australnegern mit Wollhaaren, vorspringenden Kinnladen, wulstigenLippen und schwarzer Hautfarbe, blos mit dünnern Beinen und Armen als dieafrikanischen Neger; sie bewohnen die Südküste des Festlandes, Neuguinea mitden davon abHangenden Eilanden, Neubritannia, Neuirland, Neuhanover unddm Heil.-Geist- und Salomons-Archipel, mithin bis auf Neuseeland alle Ei-lande der innern Inselreihe, und stehen auf der untersten Stufe der Gesittung;b) den Austcalindiern, aus malaiischem Stamme, mit regelmäßigen Formen,langem Haare, hohem Wüchse (die meisten sotten nach Forster, Nicholas undSieber sechs Fuß Höhe haben), kriegerischer Haltung und Entschlossenheit aus-drückender Miene. Die Muskelausbildung verhindert die Rundung der Schen-kel und Arme, daher diese schmächtiger als gewöhnlich erscheinen; die platte Naseder Neger hat sich ganz verloren, Mehre haben sogar Habichtsnasen, Viele selbst eindem griechischen ähnliches Profil. Die Hautfarbe ist braun, hier lichter, dort dunk-ler tingirt, je nachdem der Eingeborene der Tropensonne fern oder nahe wohnt.In keinem Erdtheile ist die Sitte der Tätowirung so sehr verbreitet und sogeschmackvoll angewendet. Die schönsten Beispiele der Art finden sich in Mul-grave's Archipel und auf der zu der Washingtongruppe gehörenden Insel Nukcr-hiwa. Nach Tilesius ist das Tatowiren oft Putz, meist aber eine Bilderschrift,welche gewisse Verträge bezeichnet, z. B. den Ehe-, Tausch- oder Dienstbund,letzterer zum Hauserbau, Fischfang, Kriegsdienst, — also ein Feudalwesen. DieseZeichen sind die unvertilgbaren Urkunden der Rechte und Pflichten — ein unveräu-ßerlicher Paß durchs ganze Leben, sodaß ein stark tätowirter Körper auf ein kr äs-tiges und reiches Leben schließen läßt. Von der weitverbreiteten, wenn auch schwäch-sten aller Menschenrassen, der malaiischen, gibt es in Australien drei AbtheAun-gen: a) eigentliche Malaien auf den meisten Inselarchipelen; d) Haraforenoder Alfrins im Innern von Neuguinea, auf Waigiu und den dazu gehörendenEilanden; c) Bidschuer oder Biadschuer, ursprünglich auf Celebes und Borneo,von wo aus sie sich im indischen Archipel zerstreute. Die Sprachen dieses großen Erd-raums sind so dürstig als seine Bewohner arm an Begriffen. Ein Wort be-zeichnet deren meistens mehre. Balbi Lheilt sie in zwei Hauptstamme, den der Süd-neger, und den malayischen, welche beide sich wieder in sehr viele Mundarten spal-ten, sowie Chamisso allein aufden Philippinen sieben Dialekte anführt, unter denendie Tangalasprache die vorzüglichste ist. Dem Tangala schließt sich die Tonga-sprache an, eine der gebildetsten des südlichen Australiens. Am kinderhafteften er-schien den Naturforschern der Krusenstern'schen Erdumsegelung die Sandwichsprache,