»30 August (Großherzog zu Oldenburg)
chen sich besonders die auf Anordnung des Herzogs von Anhalt-Bernburg vonLoos geprägte Münze mit dem Bildnisse des ruhmvollen Wolfgang von Anhalt, jnach Kranach, ein schöner Wappenthaler von demselben Künstler, und eine nicht ^minder gelungene Münze von König in Dresden auszeichnen. — Eine voll-ständige Beschreibung der Jubelfeierlichkeiten gab F. W. PH. von Amnion inseinem „Denkmal der dritten Säcularfeier der augsburgischen Confession" (Er- !langen 1831). Das Jubelfest gab Veranlassung zur Erscheinung vieler, auf die 'augsburgische Confession, ihre Geschichte und ihren Inhalt, und auf das Zeitalterder Reformation überhaupt sich beziehenden Schriften, von welchen wir nur einig?nennen wollen. Eine gründliche Übersicht lieferten Danz: „Die augsburgische Con-fession nach ihrer Geschichte, ihrem Inhalt und ihrer Bedeutung" (Jena 1829);F. W. PH. von Ammon: „Jubelfestbuch zur dritten Säcularfeier der augsburgi-schen Confession" (Erlangen 1829). Die Geschichte des Reichstags zu Augsburginsbesondere behandelten Rotermund (Hanover 1829), Facius (Leipzig 1830)und Veesenmeyer's „Kleine Beiträge zur Geschichte des Reichstags zu Augsburg"(Nürnberg 1880). Beachtenswerthe Ausgaben des Textes der augsburgischenConfession gaben Tittmann (Dresden und Leipzig 1830), Schott (Leipzig 1830),Funk (Lübeck 1830), Beischlag (Augsburg 1830). Stoff zu interessanten Ver-gleichungen liefert Hering's Werk: „Das erste und zweite Jubelfest der Über-gabe der augsburgischen Confession" (Chemnitz 1830), und geistreiche Überblickegibt Titrmann's Schrift: „Die evangelische Kirche im Jahre 1730 und im Jahre1830" (Leipzig 1831).
August (Paul Friedrich), Großherzog zu Oldenburg, geb. 13, Jul. 1783auf dem Lustschlosse Rastede, der Sohn des 1829 verstorbenen Herzogs PeterFriedrich Ludwig, der mit der Prinzessin Elisabeth von Würtemberg vermählt war.Er begab sich bei der Besetzung Oldenburgs durch die Franzosen (1811) mit seinemVater nach Rußland, wo sein jüngerer Bruder Georg, mit der Großfürstin Kacha- .rina vermählt, Gouverneur von Nowogrod, Twer und Jaroslaw war. Er nahm,wie sein Bruder, thätigen Antheil an dem Kriege gegen die Franzosen und erwarbsich in der Schlacht bei Borodino einen Ehrendegen für Tapferkeit und in derSchlacht bei Terutina den Georgsorden. Als der Herzog 1813 nach Oldenburgzurückkehrte, um dem zerrütteten und erschöpften Lande seine erfolgreiche Sorgfaltzu widmen, blieb der Prinz in Rußland, und erhielt das Gouvernement zu Reval,wo er durch seine Verwaltung, und besonders durch Vorbereitung einer allgemeinenAufhebung der Leibeigenschaft, wohlthätig wirkte. Er kam 1810 nach Oldenburgzurück und vermählte sich 1817 mit der Prinzessin Adelheid von Anhalt-Bernburg-Schaumburg, die er aber 1820 durch den Tod wieder verlor. Seit 1821 nahm erthätigen Antheil an den Regierungsgeschäften, die vorzüglich auch auf Verbesse-rung mehrer Verwaltungszweige gerichtet waren, wohin die Beförderung der Gc-meinheitstheilungen, die Verbesserung der Straßen, die Aufhebung der Lehnsver-bkndung gegen Entschädigung, die Einführung von Städteordnungen, die auf dasWahlrecht und die Mitwirkung der Bürgerschaft gegründet sind, die Verbesserungdes Gesindewesens, die Festsetzung der bürgerlichen Verhältnisse der Juden, gehör-ten. Der Prinz vermählte sich 1825 mit der jüngern Schwester seiner ersten Ge-mahlin, der Prinzessin Ida, die bald nach der Geburt des Erbprinzen (1828) starb. 'Als er zur Regierung gelangte, nahm er den großherzoglichen Titel an, den sein Va-ter nach den Bestimmungen des wiener Congresses erhalten, aber nicht geführt hatte.Er vermählte sich 1831 zum dritten Mal mit der Prinzessin CäcilievonHolstein-Got-torp, der Tochter des ehemaligen Königs V.Schweden, Gustavs IV. Adolf.— Olden-burg gehörte zu denjenigen Staaten, welche in der Zeit lebhafterAufregung der Gemü-ther durch die'Ankündigung einer ungestörten gesetzlichen Ordnung und Ruhe ein gutesZeugniß für die Verwaltung ablegten. Der Großherzog, durch vieljährige Thätigkeit !mit den Verhältnissen des Landes vertraut und das Bedürfniß der Zeit erkennend,