Druckschrift 
Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

Ast

!S)

und die Geographie von Kaukasien aufgehellt hat, sowie Parrot, der den Ruhmseines Familiennamens erblich machte, und früher schon Eichwald und Engelhardtdurch ihre Forschungen im Macisgebirge (Ararat) u. Lcdebour, Meyer, Bunge,Hoff-mann, Helmerssen, Heß sich Verdienste erworben; besonders aber hat Alexander vonHumboldt (s. d.) mit seinen Reisegefährten Rose und Ehrenberg 1826 durch dieGoldminen von Borrosowsk Untersuchung der Malachitgruben von Gumeseleßki undTagilsk, vorzüglich aber der Gold- und Platinawäschereien im Ural, welche nachHum-boldt jahrlich 12,800 Pf. abwerfen, die Erdkunde bereichert. Uber Laos in Hinterin-dien, ein seit der Mitte des vorigen Jahrh. von Europaern nicht besuchtes und uns bei-nahe ganz unbekanntes Land, welches bisher als ein Bestandtheil des großen ReichsAnam oder Vietnam betrachtet wurde, hat der Englander Nichardson 1830 neueAufschlüsse gegeben, sowie Perberton gleichzeitig den Lauf des Irawaddy und dasKönigreich Ava, Burnes das Land Sind und Walters die Landschaft Kosseah,eine dem Birmanenreiche tributpflichtige, wenig bekannte Provinz, mit unermü-deter Ausdauer erforschten. Die Sonne der Gesittung geht in demselben Grade,als die ehedem unzugänglichen Länder den Europäern bekannt werden, höher undhöher über Asien auf, und bald wird selbst das eifersüchtige Japan und das stolzeChina Persiens und der hohen Pforte Beispiel folgen, und die alten Vorurtheileabstreifen, welche, ahnlich dem Polareise, das die Nordostdurchfahrt um das Eis-cap hartnäckig vereitelt, jede europäische Cultur seit Jahrtaufenden von sich ent-fernt hielten. (8)

Ast (Georg Anton Friedrich), geb. 1776 zu Gotha, legte den Grund zuseiner wissenschaftlichen Bildung an dem Gymnasium daselbst, das sich trefflicherLehrer, eines Döring, Kaltwasser, Jacobs, Schlichtegroll :c., erfreute. Schonals Schüler der obersten Classe beschäftigte er sich mit philologischen Arbeiten, derenResultate er in einer Schrift über Properz niederlegte. Er ging 1798 nach Jena,wo er seine theologischen Studien bei Griesbach und Paulus begann. Schon inden. nächsten Herbstferien predigte er in dem Dorfe Schönau, dem Geburtsorteseines Vaters. Er gab jedoch das Studium der Theologie auf, obgleich erdie auch für den Philologen lehrreichen Vorträge Griesbach's über Exegese desNeuen Testaments zu besuchen fortfuhr. Besondere Anregung gab ihm die la-teinische Gesellschaft zu Jena, an welcher er, nachdem Eichstädt Direktor gewor-den war, den thatigsten Antheil nahm. Als Mitglied derselben schrieb er überPlato's Phädrus. Mit der Philologie verband er das Studium der Philosophie undÄsthetik. Er trat 1302 zu Jena als Privatdocent auf. Während dieser Zeit bear-beitete er die Übersetzung des Sophokles (Leipzig 1804) und dasHandbuchder Ästhetik" (Leipzig 1805) und versuchte sich in eignen Hervorbringungen,z. B. einem TrauerspieleKrösus". Mit seinem Freunde Grützmann gab erBriefe über die Religion" heraus, mit Güldenapsel die Übersetzung des Romans:Leukippe", von Achilles Tatius. Er erhielt 1805 einen Ruf als ordentlicher Pro-fessor der Philologie an die Universität Landshut und wurde 1826 mit dieser nachMünchen versetzt, wo er 1827 ordentliches Mitglied der Akademie der Wissen-schaften in der philosophisch-philologischen Classe wurde. In einer Übersicht seinerliterarischen Wirksamkeit dürfen unter feinen Leistungen dieGrundlinien der Phi-losophie" (Landshut 1807 und 1809) und derGrundriß der Geschichte der Phi-losophie" (Landshut 1807) nicht unerwähnt bleiben. Hier und in seiner Ästhetikneigte er sich sehr zu Schelling's Ansichten hin. Wie nach seiner Ansicht das Le-ben der Philosophie ein organisches ist, aus der Einheit in den Gegensatz hervor-tretend und aus dem Gegensatz in die Einheit zurücktretend, so muß auch die Ge-schichte der Philosophie so gebildet sein. Er nimmt daher vier Perioden an, die Pe-riode der orientalischen Menschheit, wo der Anfangspunkt des Lebens ihre Vielheit,die verschiedenen Formen ihres Wesens, noch in sich verschließt; die Periode der grie-