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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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120 Asien

und liefert nicht allein denPalmwein und guten Arack, sondern auch den Palm-kohl, das Palmöl und eine wohlschmeckende Nuß. Das Holz wird zu allerlei Ge-rätschaften, die faserige Hülle der Nüsse zu Tauen, und die Nuß selbst zu Trink-geschirrcn verarbeitet. Neben der Kokospalme erhebt sich die Wein-, Sago-, Are-ka-, Dattel- und Schirmpalme (Ooi^zitm nmüiacalisel-A), und die den Hinduheilige Banjane (?icus benAalensis), deren Äste sich in einem rechten Winkel zurErde senken und aus dieser wieder einen neuen Stamm treiben, sodaß ein einzigBaum in gewisser Zeit einen ganzen Wald zu schassen im Stande ist. DiesemErdtheil eigenthümliche Naturprodukte sind: die syrische Seidenpflanze, die Thee-staude, der Terpenthin-, Kajeput-, Kampher- und Mastixbaum, der Mastix-,Weihrauch, Myrrhen- und Balsamstrauch, die Rhabarber- und Indigopflanze,der Gewürznelken-, Zimmt- und Muskatennußbaum, die Ingwerpflanze, derPfeffer-und Betelstrauch u. a.; von denThieren: die angorische Ziege, der Zebu,das Bisamthier, der Zobel, der Springhase, das Schuppenthier, die indianischeSchwalbe in Tunkin, deren Nester gegessen werden, die jeniseiische Spitzmaus (daskleinste Saugethier), die Riesenmuschel; aus dem Mineralreiche: Asphalt (Berg-pech, Iudenpech), Naphtha, ganze Magnetberge im Ural, die schönsten Edelsteine,zumal Diamanten (in Golkonda), Rubine, Smaragde, Saphire und Aquamarine.

Asien war, wie die Geschichte lehrt, nicht nur der Ursitz aller über die Erde sichverbreitenden Eultur, es hat auch in manchen Staaten, zumal in Hindostan, Chinaund Japan, eine gewisse Bildungsstufe der Wissenschaft und Kunst bis auf dieneuesten Zeiten fortgedauert. Die elastischen Werke der Araber, Türken und Per-ser, die von einheimischen Gelehrten noch jetzt studirt werden, die Schriften der Chi-nesen, vor allem aber die reiche und fast unerschöpfliche Sanskcitaliteratur der In-der, sind sehr reiche Fundgruben zur Vermehrung unserer Kenntnisse. Man wirdan diesem Orte keine Geschichte der Wissenschaften und Künste in Asien, keineÜbersicht der altern und neuern Regentenhistorie, noch eine Darstellung des Ge-werbfleißes, des Land- und Seehandels erwarten. Nur die Schilderung des allnwligen Bekanntwerdend dieses Mutterlandes sei unsere Aufgabe. Unter Denen,welche zuerst den, über Asien verbreiteten Schleier lüfteten, stehen oben an, wennman einen Herodot, Tenophon, Dionysius, Cas. Älius Gallus, Aman, Mosesvon Chorene übergeht die Araber Massud! Kothbeddin und Jbn-Haukal, welchezu Anfang des 10. Jahrh. lebten. Erstem schildert ein seinerGoldenen Wie-se" und in derGrube der Edelsteine" die damals bekanntesten Reiche der drei Erd-theile, Letzterer aber entwirft ein interessantes Gemälde von allen, dem Islam un-terworfenen Landern. Auf sie folgte 1232 ihr Landsmann Ibn-al-Wardi. Dererste Europaer, welcher Asien zur Zeit des Mittelalters kennen lernte, war der 1245vom Papste Jnnocenz IV. an die tatarischen und mongolischen Khane abgesendeteDominicanermönch Ascelinus, dessen Beschreibung von Syrien und Mesopota-mien w. aber nur noch in Bruchstücken vorhanden ist. Der italienische MinoritGiov. de Plano Carpini hielt sich 1246 längere Zeit am Hoflager (der Syra Orda,d. i. goldenen Horde) des Großkhans Ajuk auf. Der Mönch Andr. Lucimel ver-kündete 1250 in der Mongolei das Christenthum, wohin ihm bald auf Veranlas-sung Ludwigs des Heiligen, Königs von Frankreich, Wilh. Rubruquis (Ruisbroek)folgte. Rubruquis war lange Zeit nebst Marco Polo, der von 1260 an, seit seinemzwölften Jahre, wo er mit seinem Vater Nicolo Polo nach dem Morgenlande wargeführt worden, in einem Zeiträume von 35 Jahren fast ganz Asien durchwander-te, der Führer für alle Reisende. Er war der erste Europaer, der Indien dies- undjenseit des Ganges bekannt machte, und so ist er als der Schöpfer der neuern Erd-kunde Asiens zu betrachten. Nachdem aber mit dem Anfange des 14. Jahrh. dergelehrte Abulfeda mit seinemTakwim-al-Boldan" (d. i. Beschreibung des Be-wohnten) auftrat, wurde es auf einmal hell im Orient; bald folgten ihm der arme-