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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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119
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Asien

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Hinterindier. In Japan ist vorherrschend die Sinto-Neliglon, welche ein einzigesunsichtbares höchstes Wesen und Unsterblichkeit der Seele feststellt. An ihrer Spitzesteht ein geistliches Oberhaupt, der Kin-Rey, oder, wie die Europaer ihn gewöhnlichnennen, Dairi heißt. Der Abstammung nach sind von den 580 MillionenMenschen 29 Hauptstamme bekannt: Samojedcn mit den narymischen Ostjäken,Finnen mit den Wotjaken, Mordwinen, Tschuwaschen, Tscheremissen, Lesgier,Wogulen, kondische Ostjaken, Slawen, Tscherkassen, Kisti, Georgier oder Gru-sinier nebst den Afghanen, Griechen, Tataren (Türken, Turkmanen, Baschki-ren, Kirgisen, Karakalpaken, Chiwaer, Bucharen, Usbeken, Aralsen), Kal-mücken, Mongolen, Tungusen, jeniseiische Ostjaken, Korjaken nebst Tschukt-schen, Kamtschadalen mit den nördlichen Kurilen, Ale-uter, Ainos oder südli-cher Kuriler, Japaner, Koreaner, Armenier, Syrer, 'Araber, Perser nebst Kurdenund Osseten, Hindu (Rasputen oder Radschputen, Maratten, Dschaden, Dcka-ner, Malabaren, Tamuler, Cingalesen), Tibetaner, Malaien, Siamer, Anamiten(in Cochinchina, Tunkin), Chineser und Japaner, und negerartige Bewohner aufdm südöstlichen Inseln. Nach den Sprachen theilt Balbi die Völker in folgendeSippschaften: 1) Semitische Sprachen, im W. des Erdtheils, als: Hebräisch (nebstPhönicisch und Punisch), Syrisch (nebst Chaldäisch), Medisch (Pehlwi), Arabisch.2) Kaukasische Sprachen im W. Asiens, wozu man die georgische, armenische(welche Bopp und Neumann zum sanskritischen Stamme rechnen), lesgische, tscher-kassische und abassische zählt. 3) Persische Sprachen, wozu man Zend, Parsi, Kur-disch, Ossetisch, Afghanisch und Belutschisch rechnet. 4) Indische Sprachen, das alsSchriftsprache abgestorbene Sanskrit nebst Pali und die lebenden Mundarten oderdas Pakrit u. f. w. 5) Hinterindische Sprachen, oder Jndo-scythisch (Tibetanisch),Jndo-chinesisch (Birmanisch, Peguisch, Siamisch u. s. w.), Chinesisch, Koreisch undJapanisch. 6) Tatarische Sprachen, wozu Tungusisch nebst Mandschuisch, Mongo-lisch (nebst Kalmückisch) und Türkisch (nebst den Idiomen der Jakuten und Tschuwa-schen). 7) Sibirische Sprachen, als Samojedisch, Jeniseisch, Koriäkisch, Kamtscha-dalisch und Kurilisch. Im Ganzen leben mehr als 180 Mundarten. Von dem unter-gegangenen Culturvolke der Uiguren in Hochasien hat sich noch die Schrift in Tibeterhalten, sowie die Sanskritsprache der Brahminen noch zum Theil in dem indischenAlpenlande, und das alte Pehlwi noch in dem Grenzgebirge von Persien und Kabulgesprochen wird. Nur das uralte Zend ist ganzlich ausgestorben. Ebenso ist diehebräische, die phönicische, nordchaldäische und phrygische Sprache nebst der hohenBildung der alten Iberer und Kolchier am Kur und am Phasis spurlos unterge-gangen. Eine belehrende Übersicht der Sprachengeographie des alten Asiens hatHeeren in seiner Abhandlung:I)e Im^. asim. in Üersnr. impeiio oo^nMioneet Viiriewte" (Oominent.Hdciet. doett.", Bd. 12; vergl. dessenIdeen üb. Poli-tik", Bd. 1) gegeben. So verschieden als der Mensch in äußerer Gestalt, Religionund Gesittung sich zeigt, sind auch die mannichfachen Formen der Thier- undPflanzenwelt, womit die Natur diesen Erdtheil als Erstgeborenen gleichsamals Vorbild für alle übrigen ausgestattet hat. Im hohen Norden bei fast ununter-brochenem Winter ist kaum noch ein Moos oder eine Flechte, weniger noch einStrauch, nur die Wohnung für Seehunde und Eisbären. In Mittelasien wech-seln Salzsteppen und Sandwüsten mit den schönsten Grasebenen. Im S. zeigtsich die üppigste Fülle der gcwürzreichsten Früchte neben ganzen Heerden von Ele-fanten und durch Sonnenglut grimmig gewordenen Thieren. Außer dem Kassee-baum und Zuckerrohr, womit Asien Westindien bereicherte, veredelt die Glut derSonne in dem heißen Gürtel die Pstanzensäfte zu Gewürzen, Balsam, Heilmittelnund Wohlgerüchen aller Art. Kein Land der Erde bietet eine größere Auswahl vonFruchtbäumen dar. Aus Persien und Syrien stammen fast alle unsere edlern Obst-arten. In Hindostan erhebt sich die Kokospalme zu einer Höhe von 60 80 Fuß