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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
116
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116 Asien

schreckbar, sind die Wüsten der Araber und Syrer, welche das wüste Arabien aus-machen, als die Wüste von Dschesire (Mesopotamien) und von Irak. Noch aus-gedehnter sind: die große Salzwüste Naubendan im östlichen Theile von Groß-medien, die Wüste Karak und Gasnak in Mawarannahr, und die großen Sand-wüsten: Bursuk jenseit des Jaxartes, an der Westseite von Turkestan, und diean der Ostseite von Multan und Tatta oder Sind. - Asien hat unter seinen Bin-nenseen den größten auf dem ganzes Erdkreise: das kaspische Meer, von S.nach N. gegen 150 deutsche Meilen lang, und zwischen 50 80 Meilen breit,mit salzigem Wasser gleich dem Ozean, mit welchem es doch keine sichtbare Verbin-dung hat. Außerdem sind in Vorderasien: der wegen seiner wunderbaren physi-schen Beschaffenheit merkwürdige Asphaltsee, oder das todte Meer in Palästina s12Meilen lang und 3 Meilen breit), der See Tiberias oder Genesareth; der süße SeeEriwan in Armenien; der Salzsee Schalst (Spauw des Strabo), der mit mehrenInseln versehene Wan Nantiana); der Bahr-Nedschess im ehemaligen

Babylonien; der Bachtegan in der Landschaft von Istachar oder Persepolis; derSareh in Sistan (^.ria istaens); der 25 Meilen lange und 12 Meilen breite Aral-see nebst dem Altan nahe beim kaspischen Meere. In Hinterasien: der Balkasch-see an der Grenze von Turkestan, von den Chinesen das weiße Meer genannt; derSaihan-, Lop-, Ehoko-, Baikal-, Tschandro-, Terkivi-, Tinkal- und Kolair-See.Im SO. von Asien findet man den Tong-Ting-Hou, den Kao-Peau-Hou, undHong-Tse-Hou. Asien übertrifft alle übrigen Erdtheile der alten Welt anReichthum seines Gewasserschatzes. Die Westseite hat die wenigsten in dasMeer ausströmenden größern Flüsse; am auffallendsten ist diese Armuthauf der arabischen Halbinsel. Nach NO. und S. aber breitet sich polypen-artig das Wassersystem mit unzahligen Armen nach allen Weltgegenden hin. Dievornehmsten Flüsse, welche sich in das schwarze oder Mittelmeer entladen, sind: derKisil-Irmak (Halys), der Seihan (Sarus), welcher sich mit dem DscheihansPyra-mus) vereinigt, und der Mandres (Mäander), Fasch der Assi oder Orond

(Orontes), Naharkebir oder große Fluß (Eleutherus) und der Leitane (Leontes). DerKur und Arras (Araxes) ergießt sich in das kaspische Meer, der Euphrat und Tigris,ersterer mit dem Chabur, letzterer mit den Nebenflüssen Dhab (Lycus), Diala undSini (Gyndes) in den persischen Meerbusen. Das zweiteHauptwassersystem in Vor-derasien ist das des Nilab oder Sind (Indus); diesem entgegengesetzt ist dasjenige desOschan (Opus) in Pehlwi mit dem DeHasch (Bactrus) und des Sirt (Jaxartes), wel-cher Elphinstone's neuesten Nachrichten zufolge dem rauhen Hochgebirge Turkestansentquillt und nebst dem Oschan durch die große Bucharei strömend in den Aralseemündet. In den Baikalsee fallen: der Bargusin, die Turka, die Selenga, die obereund untere Angara. Als die wichtigsten Steppenflüsse kennt man den Bahr el-Arden(Jordan), der aus dem See Phiala kommt und sich im todten Meere verliert; derTurgai in der Kirgisensteppe, der Sarusu, Kurk und Darja, welche dem Locksee zu-fließen. Aus dem großen Südalpenlande Asiens (Tibet, Butan, Nepaul, Auhb,Ascham u. s. w.) verbreitet sich das große Hauptwassersystem der vereinten Stamm-ströme Ganges und Burhamputer oder Brahmaputra (d. i. Sohn des Brahma).Letztern hatte man bis vor wenigen Jahren für die Fortsetzung des großen tibetani-schen Stromes Tsampa gehalten; jetzt aber haben die Briten Burlton und Wilcopbewiesen, daß der Lohit, welcher aus dem Brahmakund (d. h. Wiege des SohnesBrahma's) hervorkommt, mit dem Dihong sich vereinige. Ersterer, der heiligsteStrom der Hindu, wird aus zwei Hauptarmen gebildet, dem Baghiratha-Gangaund der Alikananda-Ganga, von welchen jener oberhalb Gangotri, dieser bei Bha-drinath aus dem südwestlichen AbHange der himalayischen Schneegebirge ent-springt; er nimmt in feinem 270 Meilen langen Laufe 11 große Ströme auf, istvon Cawpore an für größere Barken schiffbar und strömt, indem er sich bei Moors-