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Armatolen und K'lepyten
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an dem wilden Freiheitsstolze der Palikaren, welche außer ihren Kapitänen keineMacht über sich anerkennen wollten, unübersteigliche Hindernisse und scheitertenzum Theil gänzlich. Als es spater gelang, mit Hülse französischer, englischer unddeutscher Offiziere eine kleine regulaire Armee zu bilden, trat zwischen dieser und denan Zahl und vielleicht auch an innerer Kraft weit überlegenen, nicht regulirten Trup-pen, unter der Führung der Armatolen, eine Spannung ein, welche bis auf die neue-sten Zeiten nicht hat gehoben werden können und die Organisation der beabsichtigtenregulairen Landmacht im Dienste der Regierung ungemein erschwert. Als Kapo-distrias zu Anfange 1828 in Griechenland erschien, genügte zwar eine einzigeVerordnung, das wild umherschweifende Landvolk zur Ablegung der Waffen zu be-wegen; allein die Palikaren und ihre Führer leisteten der Weisung ebenso wenigFolge, als sie sich geneigt zeigten, in der regulairen Armee Dienste zu nehmen. Seies, daß der Präsident gleich im Anfange seines Waltens die Auflösung der Armato-lencorps nicht mit der nöthigen Energie betreiben konnte oder wollte, genug, nochbeim Beginn des Jahres 1880 befanden sich zwischen 4—5000 Palikaren ausdem nördlichen Griechenland, unter Ehrisiottis, Hadji Christos, Metaxas, Vassound andern Helden des Freiheitskampfes, thatenlos in dem ihnen angewiesenenHauptquartiere zu Kolouri auf Salamis und verlangten mit Ungestüm von derRegierung den seit mehren Monaten rückstandigen Sold, während die nach fran-zösischem Muster organisirte Armee der Regierung, die bis auf 10,000 M. festgefetztist, kaum 1800 schlecht gekleidete und mißvergnügte Soldaten, meist unter franz.Offizieren, zählte. Die Ereignisse des 1.1831 ((.Griechenland) haben zur Ge-nüge gezeigt, welche Gefahr ein der ordnenden und verwaltenden Macht überlegenesTruppencorps, in welchem der Geist des Aufruhrs und des Abfalls seitJahrhundertengenährt worden ist, dem jungen Staate bringen mag. Die Nothwendigkeit, sichdessen zu entledigen, wird um so dringender, da es, überhaupt nur das Erzcugnißeines aufgelösten Auslandes, im geordneten Staatsorganismus als zwecklos unddeshalb störend erscheinen muß. Der Plan, die Armatolencorps in ein geregeltesHeer umzubilden, gelang bis jetzt nur zum Theil, weil man bei dessen Organisationzwar von der europaischen Bewaffnung und Taktik ausging, aber diese, wie esscheint, nicht genug der Eigentümlichkeit und den Bedürfnissen des Volkes undLandes anpaßte. Den Bemerkungen eines der neuesten Reisenden zu Folge sinddie regulairen Truppen (man nennt sie im Volke Taktikos) allgemein verachtet;man hält sie für Sklaven der Regierung, und selbst ihre äußere Erscheinung, dasUngewohnte ihrer Kleidung und Bewaffnung, hat das Nationalgefühl des Pali-karen so sehr beleidigt, daß er sich nur schwer entschließen wird, seine Fustanella undsein Toupheki (Tracht und Feucrgewehr des Palikaren) mit französischer Uniformund Waffe zu vertauschen. Die unlängst geäußerte Idee, daß man bei der Errich-tung eines neugriechischen Heeres eher die Nationalregimenter des schottischen Hoch-landes als die Garnison von Paris hatte zum Muster nehmen mögen, hätte wohlfrüher Beachtung verdient, und wenn sie zweckmäßig ins Leben gerufenworden wäre,vielleicht wesentlich dazu beigetragen, manche Misverständnisse zu heben, welche dieRegierung und den einflußreichsten Theil des Volks sogleich vom Anfange an ent-zweien mußten. Wir können jedoch mit Gewißheit annehmen, daß die Armatolenin Griechenland nach und nach verdrängt werden dürften, je mehr nämlich die Be-dingungen ihres Fortbestehens, Gesetzlosigkeit und innerer Zwiespalt, verschwindenwerden, je mehr es der Regierung möglich wird, ihre Maßregeln mit Energie undBestimmtheit ins Werk zu setzen, und je mehr sich Griechenland überhaupt der Bil-dung der europäischen Staaten nähern wird, in deren Reihe es für die Zukunft ein-treten soll. — Weitere Nachweisungen geben Fauriel's „Ollants populäres de1a dreee moderne" (Paris 1824—25), vorzüglich die Einleitung; Rizo Nerou-los' „Histoire moderne de ladreesdepmZ lactmte de l'ewpired'Onent" (Genf