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Argout
Arlincourt
Hier werden ihm als Unterfuchungscommissakr in den bekannten demagogischeUmtriebssachen die ungeheuersten. Beschuldigungen aufgebürdet, und namentlichauch gegen das Uneigennützige seiner absolutistischen Ansichten Beweisführungen un-ternommen. Als Mitglied der ersten Kammer kam er mehrmals mit den liberalernGesinnungen der zweiten Kammer in starken Zwiespalt. Außer einer Dissertationund einigen gedruckten Acten hat er keine schriftstellerischen Arbeiten geliefert, sichArgout (d'), Pair von Frankreich, Minister Louis Philipps. Er begannseine politische Lausbahn unter der Kaiserherrschaft, als Auditor im Staatsrats.Nach der Restauration 1814 ward er Bittschristenmeister (ßlmtre ckes recpretes)und leistete am 3. Aug. dem Könige den Eid. Am 23. Aug. 1815 wurde er nochmalsdurch königl. Ordonnanz befördert, und bald darauf erhielt er die Präfectur des Di-part. der Niederpyrenäen. Zu Pau, Hauptort dieser Prafectur, angelangt, ließ er ei-nen höchst bourbonischenAusrusan die Bewohner des Departements ergehen: „DerEnkel Heinrichs I V. hat das Heil des Südens vollendet, sein edles Herz trachtet nurnach dem Glücke der Franzosen, und seine Gegenwart allein hat das allgemeine Vwtrauen hergestellt. Bewohner der Niederpyrenaen, verdoppelt wo möglich euren Tri-but der Liebe, des Dankes, der Bewunderung." Diesen Worten und dem Eifer, wo-mit A. bei jeder Gelegenheit das Princip der Legitimität verfocht, dankte er nach denobenerwähnten Anstellungen auch die Präfectur des Garddepartements und am 9.Mär; 1819 die Pairswürde. Erleichtert ward seine Lausbahn noch besonders durchdie Verwendung seines Gönners, des Herzogs Decazes, und er zeigte sich dankbar,indem er diesen in der Pairskammer gegen die Anschuldigungen von Elausel deCoussergues vertheidigte. Beim Ausbruche der Revolution gehörte er zu den Pairs,welche vergeblich nach St.-Eloud eilten, um KarlX. zur Rücknahme der Ordonnan-zen zu bewegen; am 30. Jul. kam er mit Mortemart u. A. zu spät in die Deputir-tenversammlung, um im Namen Karls X. auf Bedingungen einzugehen. Er com-promittirte sich durch diese Schritte in den Augen des Volks, erhielt aber, durch seineVerhältnisse mit Decazes, die Gunst der neuen Regierung, ward unter Lafitte Ma-rineminister und gehört nunmehr als Minister des Handels und der öffentlichenArbeiten zur Pericr'schen Verwaltung. Decazes glaubte ihn als Fußschemel ge-brauchen zu können, um unter günstigem Auspicien selbst Minister zu werden,doch scheint der mächtig gewordene Beschützte seinen ehemaligen Gönner um soweniger befördern zu wollen, als er sich dadurch den Groll des PremierministersPörier, der mit Decazes etwas zerfallen ist, zuziehen würde. A. hat in der letztenZeit einen Gesetzvorschlag durchgesetzt, der von hoher Wichtigkeit für den HandelFrankreichs und des Welttheils werden kann, er machte nämlich Paris zum Handels-entrepot, sodaß die Ausländer in Zukunft um weit billigern Preis in Paris einkau-fen werden. Man glaubt, daß in Folge dieser Maßregel die Bevölkerung der Haupt-stadt bald um 100,000 Seelen zunehmen wird. Im Übrigen ist A., wie mitAusnahme foult's auch die andern Minister, ein Spielball in den Händen Pö-rier's. Seine frühere Anhänglichkeit an das Princip der Legitimität macht ihn sehrunvolksthümlich. o^-ein Talent als Redner ist unbedeutend, er ist aber ein sehr ar-beitsamer Mann, der für das Handelsministerium tauglich, für das Portefeuille desInnern unpassend wäre. Immerhin scheint es, daß ihm Perier dies Portefeuilleüberlassen will, um selber als Minister des Auswärtigen und als Präsident desConseils so lange weiter zu regieren, als es ihm bei dem Mißvergnügen Frankreichsund bei den Spannungen der europäischen Verhältnisse noch möglich sein wird. Erist, bei aller pedantischen Trockenheit, biegsam, verträglich, vermittelnd. Es fehltihm aber an der Wärme und Entschiedenheit, die nur dem hohen Talent eigen ist,und an jenem Ansehen, das Der genießt, der nicht vielen Herren gedient hat. (15)Arlincourt (Victor, Vicomte d') war unter Napoleons Regierung^taatsraths-Auditeur und erhielt nach der Restauration wieder eine Anstellung
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