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Alkaloide
Almendingen
einer Karte; der Verfasser, früher diplomatischer Agent der französischen Regie-rung bei den griechischen Inseln, hat sich durch seine Schrift über die Revolutionenzu Konstantinopel bekannt gemacht). Unter mehren Karten empfehlen wir dasbei Cotta zu München 1831 von Michaelis bearbeitete Blatt: „Algier und dasMittelmeer". Vgl. „Blatter für litecar. Unterh.", 1Z31, Nr. 20. (7)
Alkaloide. Gewisse Pflanzen von kraftiger medicinifcher oder auch gifti-ger Wirksamkeit verdanken dieselbe dem Gehalt an eigenthümlichen Stoffen, dieman erst in neuem Zeiten rein für sich hat darstellen lernen, und die man mit deinNamen Alkalo id e bezeichnet, weil sie durch ihre Eigenschaft, alkalisch aufPflawzenfarben zu reagiren, und durch ihre Fähigkeit, Sauren zu neutralisiren und mitihnen zu Salzen zusammenzutreten, sich den eigentlichen Alkalien (Kali, Natronu. f. w.) ahnlich verhalten. Außer diesen charakteristischen Eigenschaften, welchejeder Stoff besitzen muß, um unter die Classe der Alkaloide gerechnet zu werden,kommen die meisten Alkaloide noch in folgenden Merkmalen überein: Krystallisir-barkeit, weiße Farbe in reinem Zustande, bitterer Geschmack, Unfähigkeit sich unzer-setzt zu verflüchtigen, Schwerlöslichkeit in Wasser, Leichtlöslichkeit in Alkohol, Fäll-barkeit ihrer Auflösungen durch Galläpfelaufguß, Stickstossgehalt; doch fehlenmanche dieser Merkmale gewissen Alkaloiden, und namentlich unterscheidet sich dasjüngst von Geiger aus dem Fleckenschierling dargestellte Alkaloid (Coniin) vonden andern durch seine Flüchtigkeit und seine Leichtlöslichkeit im Wasser. DieKcnntniß und Darstellung der Alkaloide ist in medicinischer Hinsicht von großerWichtigkeit geworden, da sie erlaubt, die wirksamen Stoffe vieler Pflanzen frei vonNebenbestandtheilen, die der beabsichtigten Wirkung fremd sein könnten, und ingenau vergleichbaren Dosen zu geben, und namentlich sind es die Alkaloide derChinarinden und des Opiums, die in dieser Hinsicht eine häufige Anwendung erfah-ren. Die Alkaloide, deren Existenz als solche bis jetzt gehörig erwiesen ist, sind fol-gende: das Brucin in den Krähenaugen, Ignazbohnen und der falschen Angustura-rinde; das Cinchonin und Chinin in den Chinarinden; das Coniin im Fleckenfchier-ling; das Corydalin in der Wurzel von tndei-osa; das Emetin in den
verschiedenen Arten der Brechwurzeln; das Morphin im Opium; das Nikotin imTaback; das Solanin in den verschiedenen Solanum-Arten; das Strychnin (meistzugleich mit Bruein) in den Krähenaugen, den Ignazbohnen, dem Upas-Tieute;das Veratrin im Sabadillsamen, der weißen Nießwurz und Zeitlosenwurzel. Au-ßerdem scheinen auch die narkotischen Kräuter: Vilsenkraut, Tollkirsche, Stech-apfel und einige andere Kräuter und Rinden Alkaloide zu enthalten, wo jedoch ihreExistenz nur noch erst mehr oder weniger unvollständig erwiesen ist. Die Auf-stellung der Classe der Alkaloide schreibt sich von 1810 her, wo zuerst Sertürnerdas Morphin für einen den Alkalien sich anschließenden Stoff erklärte. Überdas Nähere der Eigenschaften und Darstellungsweise der Alkaloide kann man sichaus jedem neuen Lehrbuche der Chemie belehren. Empfehlung verdient u. a. fol-gende kleine Schrift: Magendie, „Vorschriften zur Bereitung und Anwendungeiniger»ncuen Arzneimittel u. s. w.", aus dem Franz. übersetzt von I). Kunze (si.Aufl. 1831), worin sich auch die mcdicinische Wirksamkeit der einzelnen Alkaloiveangegeben findet. ^)
Alme Udingen (Ludwig Harscher von), einer der vielseitigsten und gebil-detsten deutschen Rechtsgclehrten der neuern Zeit, ward am 25. März 1766 zuParis geboren, wo sein Vater als Hessen-darmstädtischer Gesandter lebte. Als seineAltern nach Deutschland zurückgekehrt waren, wurde er durch die bedrängte Lagederselben in den Vorbereitungen zu seinem wissenschaftlichen Berufe gehemmt, bis er,fchon 23 Jahre alt, von einem wohlhabenden Verwandten, dem oranischen Regie-rungspräsidenten von Passavant, unterstützt, die Universität Böttingen besuchenkonnte, wo er bis 1792 blieb. Zwei Jahre nachher ward er Lehrer der Nechtswisi
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