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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
62
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Algier

sich in Anspruch genommen. — Seit der Einführung der neuen Verwaltung er-scheint (vom 27. Jan. 1332 an) eine französisch-arabische Zeitschrift: „N»n!u,,rdie hauptsächlich zu den die Verwaltung, die Rechtspflege und den Han-del betreffenden Anzeigen bestimmt ist.

Da die Colonisation von Algier und seinem Gebiet, wo sich im Jan. 18ZZ

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ganz Europa so glücklich begründete Unternehmen der Civilsiation von Nord- ;afrika unterbricht und vereitelt —, so folgt hier noch eine Übersicht des GebittZvon Algier. Unter dem 30. — 3 7. ° N. B. gelegen, umfaßt das bisherige Er-biet von Algier ein fruchtbares Land von mehr als 4200 HZM. Das Klima istmild, und der brennendheiße Lufthauch von den südlichen Sandwüsten wird durchdie kühle Bergluft der Atlaskette und durch die Seeluft so gemäßigt, daß bei der rei-chen Bewässerung des Bodens eine bestandige Vegetation das Land bedeckt. Gär-ten und Weinberge wechseln mit Waldungen von weißen Rosen und Aloen; Ne-bengewinde umschlingen den Mandelbaum mit der Orange und Cypresse, die Olivemit der Granate, die Palme mit der Eeder; schon im Mai reift die Frucht, dieWeintraube im Junius, die Olive im August. Man erntet nie unter 10— 12Mal, zuweilen sogar 70 — 80fältig. Allein drei Viertheile des Landes liegen un-angebaut; ein dreihundertjähriger Despotismus hat alle Quellen des Wohlstan-des und der Bildung ausgetrocknet; die Volksmenge beträgt noch nicht 2 MichUnter ihnen sind allein die Berbern, welche sich selbst Amazirgen oderMazirgmnennen, die einzigen Nachkommen der alten Landesbewohner, meistens Nomadenund Räuber. Gewerbe, Handel und Reichthum beschrankten sich fast allein auf dieschöngelegene, durch Natur und Kunst zu einem sichern Bollwerke des ganzenStaats ausgerüstete Hauptstadt Algier mit 70,000 E., Mauren, Araber, Tür-ken, Juden, Neger und Sklaven, welche in engen, schmutzigen Straßen 10,000Hauser bewohnen. Die Hauser sind hoch und haben keine Fenster auf die Gassen-seite. Die vorzüglichste Straße ist nur 12 Fuß breit und 1200 Fuß lang. In derNahe von A. ist die Ebene von Mitigia wegen ihrer Garten und Landhauser(9000) die angebauteste Gegend. Jetzt kommen hier, außer Indigo und Baum-wolle, auch die Nopalpflanzcn, aufweichen die Cochenille-Insekten sitzen, gut fort,und wenn der Plan ausgeführt wird, die Felder mit Maulbeerbaumen einzuhegen,so kann Frankreich seinen Bedarf an roher Seide aus Afrika beziehen. Eine un-unterbrochene Reihe von Batterien und Forts vertheidigt die Felsenküste der halb-kreisförmigen Rhede, vom Vorgebirge Pescada bis zum Cap Matifü. Die felsigeInsel des Molo verbindet ein 300 Fuß langer fester Damm mit der Stadt. Zudem Gebiete der Regentschaft von A. gehören drei Provinzen: Oran im Westen,wo A. an Marocco grenzt; Titteri im Süden, und Constantine imOsten, wo A. an Tunis grenzt. Diese Provinzen wurden durch Beys verwaltet. DieMacht war in den Händen der türkischen Miliz, die stets aus Asien sich ergänzte;der Dey war zugleich ihre Creatur und ihr Tyrann, sowie 5000 türkische Fa-milien, ehemals die Eroberer, jetzt die Peiniger des Landes. Aus den Ehen dieserTürken mit den Töchtern des Landes oder mit schwarzen Sklavinnen ist ein eignerStamm hervorgegangen, die Kologhlis oder Koloulen, etwa 28,000 Seelen. Dieeuropaischen Mächte des zweiten Ranges zahlten Tribut, oder überschickten beimehren Gelegenheiten Geschenke. Das Königreich beider Sicilien und Por-tugal zahlten jedes jährlich einen Tribut von 24,000 span. Piastern; Toscanawar vom Tribut befreit, hatte sich aber durch einen Tractat im I. 1823 zu einemEonsulargeschenke von 25,0V0.span. Piastern verpflichtet; Sardinien war durchEnglands Vermittelung vom Tribute frei, mußte aber bei jedem Wechsel des Con-

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