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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
61
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sche Station. Der unglückliche Zug gegen die Araber des Atlas zeigte abermals,wie wenig die Franzosen es verstehen, eine Colonie zu gründen. Statt jedem Ober-Haupte Pension zu geben und seine Kinder als Geisel zu behalten, wodurch man derTreue des ganzen Stammes sich versichert hatte, verachteten die Generale aus mili-tairischem.Hochmulh einen Feind, den sie zu schlagen gewiß waren. Dazu kam noch,daß man den Religionshaß der Einwohner durch das Niederreißen einiger Moscheen,z. B. in Oran, ausregte. Die Araber versuchten seitdem (17. Jul. fg.) mehre An-grisse aus die Mustermeierei (vier Stunden von Algier); zugleich ward Bona, daseine tunesische Besatzung Hatte, von dcn Kabylen eingeschlossen. Nunmehr suchtezwar General Berthezüne die Landbewohner zu gewinnen, indem er den MarabutSidi-Hadschi zum Aga der Araber (im Jul. 1831) ernannte; auch empfing erwirklich von den meisten Stammen den Eid der Treue; allein der kleine Kriegdauerte fort. Um Oran und den Beylik d. N. gegen El-Hamery, einen Heerführerdes Kaisers von Marocco, zu behaupten, wurden von Toulon (im Sept.) zwei Ba-taillone der Fremdenlegion und der General Boyer dahin abgeschickt. Dieser ließdaselbst in Folge einer entdeckten Verschwörung acht angesehene Einwohner (maroc-canische Unterthanen) erschießen. Der Eommandant Huder übernahm am 21.Sept. die Verteidigung von Bona, und die Kabylen zogen sich zurück; allein schonim Oct. ward das Schloß durch Vcrrath und Überfall des Feindes genommen, unddie Besatzung mußte sich mit Verlust nach Algier einschiffen. Die Sicherheit desLandbaus bei Algier und der Verkehr mit den benachbarten Stämmen waren jetztso wenig wiederhergestellt, daß die Eolonie, statt eine Kornkammer des südlichenFrankreichs zu werden, noch immer ihre Subsistenzmittel aus Frankreich beziehenund die eingewanderten Ansiedler, unter welchen stA) auch viele Deutsche befanden,unterhalten mußte. So kostete Algier, dessen Bevölkerung im Nov. 1831 bis aus22,000, darunter 5000 Juden, gesunken war, noch im Ott. 1831 dem Staatemonatlich eine Million Fr., und das Schicksal der Colonie war so wenig festgestellt,daß der französische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Graf Sebastian!,sich weigerte (im Ott.) einen belgischen Consul in Algier anzuerkennen, und inDeutschland warnte die großherzoglich hessische Regierung ihre Unterthanen, nachAlgier auszuwandern. Endlich beschloß die Regierung, die Verwaltung der Colo-nie neu zu organisiren und die Civilverwaltung von der militairischen zu trennen.General Berthezüne ward zurückberufen, und der Herzog von Rovigo (Savary) anseine Stelle ernannt. Am 1. Dec. 1831 erschien nämlich eine königliche Ordonnanz,welche dem Herzog von Rovigo das Militaircommando und dem durch seine Ver-handlungen mit Haiti bekannten Staatsrathe Baron Pichon, als Civilintendan-ten, die bürgerliche Verwaltung übergab. Beiden sollte ein Verwaltungsrath zurSeite stehen. Der Herzog v. Rovigo kam am 25. Dec. 1831 in Algier an. Geno-ral Trezel, der in Morea gedient hatte, wurde Chef des Gcneralstabs der afrikani-schen Armee, und General Trobriant übernahm im Jan. 1832 das Commando inOran, an General Boyer's Stelle, der noch am 21. Dec. 1831 ein glückliches Ge-fecht dcn Beduinen geliefert hatte. Der ganze Küstenstrich von Conftantine bisOran sollte derHerrschafc von Algier unterworfen, und diese Stadt selbst durchsiebenneue Blockhäuser von der Landseite mehr gesichert werden. Die Fortdauer dieserColonie war jetzt entschieden. Mit dem 1.1832 begann der dritte Abschnitt in derneuesten Geschichte von Algier. General Berthezene kehrte (7. Jan. 1632) nachFrankreich zurück und rechtfertigte in öffentlichen Blättern seine vielfach ange-fochtene Verwaltung. Er führte u. A. an, daß unter seiner Verwaltung die euro-päische Bevölkerung, die bei dem Abgange des Marschalls Clauzel nur in 520Personen bestanden habe, auf 2912 gestiegen sei, und daß die Oberfläche des an-gebauten Landes sich von 200 Morgen auf 20,000 vermehrt habe. Jndeß hatMarschall Clauzel durch eine Gegenschrift dieses Verdienst der Verwaltung für