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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
57
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der Feind wurde vom General Berthezone, der zuerst mit seiner Division gelandetwar, nach welcher die Divisionen Loverdo und d'Escars folgten, verjagt; sein Lagerund seine Batterien mit 15 großen metallenen Kanonen und zwei zwölfzölligenMörsern wurden genommen. Sechs kleine Kriegsschisse von der französischen Flottekonnten sich nämlich der Küste so sehr nähern, daß ihr Feuer die feindlichen Batte-rien bei Torre chica zum Schweigen brachte und dadurch die Landung deckte. Um11 Uhr hörte der Kampf auf, und der Feind floh nach allen Richtungen. Am 16.und 18. unterbrachen heftige Stürme die Landung der Pferde und der Vorräthe.»Der kleine Krieg mit den Beduinen und den irregulären Truppen des Dey begannsofort; man schlug sich alle Tage. Die Vorhut führte General Berthezone, der sichbei jeder Gelegenheit sehr auszeichnete. Das französische Heer befestigte unterdessenseine Stellung und wartete auf die Ausschiffung des Belagerungsgeschützes, das inPalma zurückgeblieben war. In dieser etwas unsichern Lage ward das Heer am19. Iun. früh von etwa 40,006 Mann, meistens türkischer Miliz, unter der Anfüh-rung des Kriegsministers, Ibrahim Aga, des Schwiegersohns des Dey, mit demgrößten Ungestüm angegriffen; allein der Obergeneral leitete die Bewegungen sobestimmt, daß nach einem Angriff mit dem Bayonnet die Schlacht schon zu Mittaggewonnen war. Die vor dem feindlichen Lager zu Staoucli errichteten Batterienwurden genommen und das Lager selbst, mit seiner reichen Beute und großen Vor-räthen, erobert. Schon an diesem Tage hätte die Armee vor Algier rücken können,wenn das schwere Geschütz angekommen gewesen wäre. So konnte der Feind zuneuen Angriffen sich rüsten. Am 24. dauerte das Gefecht vorwärts von Sidi-Kalefmit den Truppen des Bey von Constantine fast den ganzen Tag. Der Obergeneralverlegte deshalb sein Hauptquartier nach Staoueli; die Hospitäler und Magazineblieben auf der Halbinsel Sidi-Ferruch. Endlich kam das Geschütz am 25. an, des-sen Landung viele Tage Zeit kostete; auch die Armeedruckerei wurde ausgeschifft,und die afrikanische Presse begann ihr Geschäft, dieLstuäotte ll'AI<gor" zudrucken, schon am 26. Iun., während Maler (Eugene Isahey, Gudin, Wachsmut,Langlois, Tanneur und Gilbert) kriegerische Scenen und Scestücke aufnahmen.Nun rückte die Armee in die Nähe des Kaiserschlosses vor; die Anhöhen und Bat-terien bei Sidi-Beneti wurden am 29. mit dem Bayonnet erstürmt, und die Lauf-gräben eröffnet. Aber der ganze fünf Stunden lange Weg bis Sidi-Ferruch, auchdie alte Römerstraße, deren Überreste eine Stunde vor Algier eine mit tiefen Gleisendurchfurchte Schlucht bilden, mußten geebnet und durch Schanzen und Blockhäusergedeckt werden, weil die Beduinen und Kabylen (die wilden Bewohner des Atlas),treffliche Scharfschützen, die das Tirailliren gut verstanden, jedem Einzelnen auf-lauerten und den Unglücklichen, die in ihre Hände sielen, sogleich die Köpfe ab-schnitten, welche von dem Dey mit 50 Piaster das Stück eingelöst und dannauf eisernen Spießen über den Stadtthoren aufgesteckt wurden. Endlicham 4. Iul. eröffneten die Belagerungsbatterien, unter der Leitung der Gene-rale Lahitte und Valaze, ihr Feuer gegen das eine Viertelstunde südöstlichvon der Stadt gelegene Kaiserfort (Sultan Kalessi, von Karl V. angelegt),welches nach einem siebcnstündigen hartnäckigen Widerstande von den Türkenverlassen und in die Luft gesprengt wurde. General Harel besetzte sofort die nochrauchenden Trümmer. *) Gleichzeitig hatte auch die vom Admiral Dupcrräbefehligte Flotte, insbesondere der Contreadmiral Rosamcl schon seit dem 29.Iun., mehre Angriffe auf die Forts und Seebatterien von Algier gemacht. DieSerschütterte Hussein's stolze Ruhe in der Casauba. Am 5. Iul. Morgens kameine Convention zwischen dem französischen Befehlshaber, Grafen v. Bourmont,

*) Die Vcrtheidigungsanstaltcn des Dey hatte ein ehemaliger französischer Artillerie-oberster Sulcau gcleitcc; auch hatten fremde Artilleristen sein Geschütz bedient.